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Ein Musikerlebnis der Extraklasse

Das Symphonieorchester der Bayerischen Philharmonie bescherte Neunburg ein einmaliges und überwältigendes Jahrtausendkonzert.
Von Ralf Gohlke

  • 85 Musiker aus 26 Nationen und acht Schüler aus der Region bildeten einen gewaltigen Klangkörper, wie ihn Neunburg noch nicht gehört hat. Foto: R. Gohlke
  • Aufmerksam verfolgten die Ehrengäste den Auftakt in Form der „Wiener Fanfare“, die Mark Mast noch aus dem Zuschauerraum dirigierte. Foto: ggo
  • Inmitten der Profimusiker spielten auch acht Schüler aus der Region. Foto: ggo
  • Hochkonzentriert agierten die Musiker in allen Teilen des Konzerts. Foto: ggo

Neunburg.„Einzigartig, grandios, himmlisch, einmalig, unvergleichlich“ – diese Liste an positiven Eigenschaften ließe sich noch um einige Facetten erweitern. Sie stammen von Äußerungen begeisterter Besucher des Neunburger Jahrtausendkonzertes des Symphonieorchesters der Bayerischen Philharmonie am Montag in der Schwarzachtalhalle. Mit der Auswahl des Programms aus Kompositionen von Richard Strauss, Wolfgang Amadeus Mozart und Anton Bruckner hatten die Verantwortlichen genau die richtige Mischung für einen unvergesslichen Konzertabend getroffen. Die hohe Qualität der Umsetzung tat ihr Übriges. Der Dirigent des Orchesters, Mark Mast, brachte es auf den Punkt: „Es sind Werke, die nicht nur für 1000 Jahre, sondern für die Ewigkeit geschaffen wurden.“

Überraschung aus dem Off

Der Kunstverein „Unverdorben“ als Initiator des Konzertes hatte sich zu Beginn noch eine kleine Überraschung ausgedacht. Kein geringerer als der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer ist schließlich Schirmherr des Stadtjubiläums „1000 Jahre Neunburg“, hatte aber bislang offenbar keine Gelegenheit gefunden, dies persönlich zum Ausdruck zu bringen. Also griff der Verein zur „Selbsthilfe“. Optisch steuerte der Kunstmaler und Porträtist Andras Olah eines seiner Werke bei.

Der Porträtist Andras Olah präsentierte Horst Seehofer. Foto: ggo
Der Porträtist Andras Olah präsentierte Horst Seehofer. Foto: ggo

Die Stimme aus dem „Off“ lieferte in Perfektion der Rundfunkjournalist und Moderator Fabian Borkner. Und so meinte der „Landesvater“ unter anderem: „Wenn der Kunstverein und auch der Bürgermeister zu so einem Jahrtausendkonzert einladen, kann natürlich ein Ministerpräsident nicht einfach absagen, aber ich kann mich nicht vierteilen und nun bin ich da – in „Essig und Öl“.

Er (Seehofer) sei nicht nur stolz, dass so ein Event in der Provinz geht, sondern auch voller Bewunderung. Dafür Dank und Anerkennung denen, die so etwas ermöglicht haben. Er schloss mit einem „Servus, Euer Horst I., amtierender König von Bayern!“

Als offizieller Vertreter der Staatsregierung unterstrich Kulturstaatssekretär Bernd Sibler in einem kurzen Grußwort, dass Neunburg bewiesen habe, dass hohe Kunst kein Privileg der großen Städte sei. Er ließ nicht unerwähnt, dass der Bayerische Kulturfonds allein 2017 rund 150 ähnliche Projekte unterstützte, um Vorhaben und Talente in den Regionen zu fördern.

Karl Stumpfi und Peter Wunder bedankten sich bei Mark Mast. Foto: ggo
Karl Stumpfi und Peter Wunder bedankten sich bei Mark Mast. Foto: ggo

Der Dirigent des Abends, Mark Mast, stellte in seiner Anmoderation noch einmal heraus, dass bei der Themenauswahl der Anlass „1000 Jahre Neunburg“ eine wesentliche Rolle gespielt habe. Herausgekommen sei etwas, das in der Region in dieser Form noch nie stattgefunden habe. Gerade die Beteiligung der Blechbläser stehe in besonderer Verbindung zu der Oberpfalz, Böhmen und Oberösterreich.

Den Auftakt bildete die „Wiener Fanfare“, an der auch Musiker der Stadtkapelle beteiligt waren. Foto: ggo
Den Auftakt bildete die „Wiener Fanfare“, an der auch Musiker der Stadtkapelle beteiligt waren. Foto: ggo

Für die „Wiener Fanfare“ zu Eröffnung benannte er das Ensemble aus 16 Musikern, die durch drei Bläser und einen Pauker der Stadtkapelle verstärkt würden. Für den Mozartteil kündigte er 50 Musiker an und die Bruckner Symphonie würden sogar 85 Musiker gestalten. „En Detail“ listete er deren Zusammensetzung aus 26 Nationen auf . „Wir nennen uns Bayerische Philharmonie, agieren aber global“, betonte er. Bevor er endgültig zum Taktstock griff, sprach er allen Beteiligten ein Kompliment für eine „großartige und engagierte Vorarbeit und ebenso großartige Zusammenarbeit“ aus.

Programm

  • Richard Strauß (1864 - 1949):

    „Wiener Philharmoniker-Fanfare“; Opus 109 (1924)

  • Wolfgang Amadeus Mozart (1726 - 1791):

    Symphonie Nr. 41 in C-Dur; KV 551; „Jupiter-Sinfonie“ (1788);I. Allegro vivace; II. Andante cantabile; III. Menuetto: Allegretto; IV. Molto allegro

  • Anton Bruckner (1824 - 1896):

    Symphonie Nummer 4 in S-Dur; „Die Romantische“ in der Fassung von 1878/1880; die Sätze: I. Bewegt, nicht zu schnell; II. Andante quasi Allegretto; III. Scherzo. Bewegt - Trio. Nicht zu schnell. Keinesfalls schleppend; IV. Finale: Bewegt, doch nicht zu schnell

Mit der „Wiener Fanfare“ von Richard Strauß begann schließlich der musikalische Teil des Abends. Sie dirigierte Mark Mast noch aus dem Publikum heraus, bevor er für die Mozart-Symphonie auf die Bühne wechselte. Schon dabei erwies sich das Publikum in der immerhin ausverkauften Schwarzachtalhalle, als äußerst diszipliniert. Nicht einmal ein Räuspern war in den zum Teil sehr leisen Passagen zu vernehmen. Ebenso wurde der Bitte entsprochen, den Applaus bis zum Ende des ersten Teiles aufzubewahren, da das Konzert professionell mitgeschnitten wurde.

Stehender Applaus

Den Hauptteil des Jahrtausendkonzertes bildete nach der Pause die Symphonie Nr. 4 von Anton Bruckner, auch als die „Romatische“ betitelt. Es war schlicht beeindruckend, wie das Orchester bei den, zum Teil schwierigen Passagen, harmonierte. Es gab einen ständigen Wechsel zwischen sehr leisen Aktionen, vornehmlich der Streichen, bis hin zu voluminösen Parts aller Instrumente, insbesondere des Bläsersatzes.

Der Applaus währte minutenlang und endete schließlich verdient in „Standing Ovations“. Foto: ggo
Der Applaus währte minutenlang und endete schließlich verdient in „Standing Ovations“. Foto: ggo

Es gab kleine Dialoge zwischen den Hörnern und Trompeten aber auch den Querflöten, die nur von gezupften Streichinstrumenten rhythmisch untermalt wurden, bis sich alles zu einem gewaltigen Finale steigerte. Die Stille am Ende, bevor der Beifall aufbrauste, war wie ein Signal. Minutenlang applaudierte das Publikum, am Ende stehend, während Mark Mast die Solisten vorstellte.

Peter Wunder vom Kunstverein fasste seinen Eindruck in einem Satz zusammen: „ Ich habe noch nie ein Orchester erlebt, das mit dieser Leidenschaft spielt.“

Alle Texte zu 1000 Jahre Neunburg vorm Wald finden Sie hier.

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