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Wahlen

Bodenwöhrer SPD nominiert Stefan Rauch

Der 45-jährige Immobilienverwalter sitzt seit 2014 im Gemeinderat und bewirbt sich jetzt um das Bürgermeisteramt.
Von Ralf Gohlke

Peter Wein, Lorenz Güntner und Franz Schindler gratulierten Stefan Rauch (2. von rechts) zu seiner einstimmigen Nominierung als Kandidat für das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Bodenwöhr und sagten ihm ihre volle Unterstützung zu. Foto: Gohlke
Peter Wein, Lorenz Güntner und Franz Schindler gratulierten Stefan Rauch (2. von rechts) zu seiner einstimmigen Nominierung als Kandidat für das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Bodenwöhr und sagten ihm ihre volle Unterstützung zu. Foto: Gohlke

Bodenwöhr.Als zweite politische Partei hat nun die SPD ihren Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 27. Januar 2019 ins Rennen geschickt. Bei der Nominierungsversammlung am Dienstag im Restaurant „Bella Rosa“ lautete der einzige Wahlvorschlag Stefan Rauch. Der derzeit aktive Gemeinderat und Sprecher der SPD-Gemeinderatsfraktion erhielt alle zwölf Stimmen der anwesenden Wahlberechtigten des SPD-Ortsvereins. SPD-Kreisvorsitzender Peter Wein sprach in dem Zusammenhang sogar von einem Schulz-Ergebnis und gratulierte dem Kandidaten zusammen mit dem SPD-Bezirksvorsitzenden Franz Schindler. Beide sicherten ihm ihre volle Unterstützung zu.

Vertrauen schaffen ist angesagt

Hans Feuerer: Er war selbst 24 Jahre im Gemeinderat und kennt alle Interna. „Stefan argumentiert stets sachlich und vermeidet es, sich in den Krieg der anderen Fraktionen einzumischen. So gelingt es ihm, auch mit der Verwaltung nach wie vor harmonisch zusammenzuarbeiten.“ Foto: Gohlke
Hans Feuerer: Er war selbst 24 Jahre im Gemeinderat und kennt alle Interna. „Stefan argumentiert stets sachlich und vermeidet es, sich in den Krieg der anderen Fraktionen einzumischen. So gelingt es ihm, auch mit der Verwaltung nach wie vor harmonisch zusammenzuarbeiten.“ Foto: Gohlke

Bei insgesamt 20 Mitgliedern des Ortsvereins zeigte sich Ortsvorsitzender Lorenz Güntner durchaus zufrieden mit der Beteiligung an der Nominierungsversammlung. Mancher Verein wäre stolz auf eine Beteiligung von mehr als 50 Prozent, lautete eine Anmerkung aus den eigenen Reihen. Die Kandidatenwahl war der einzige Punkt auf der Tagesordnung, weshalb diese auch recht schnell über die Bühne gehen konnte. Nach den notwendigen Regularien schlug Güntner Stefan Rauch als Kandidaten vor.

„Es ist ein komisches Gefühl, sich vorstellen zu müssen, wenn man doch weiß, dass einen jeder kennt“, lockerte der Vorgeschlagene die Stimmung etwas auf, entledigte sich der Pflicht aber schnell und professionell. Dazu gehörte sein Familienstand, den er mit verheiratet und zwei Töchter angab.

Lorenz Güntner: Der Vorschlag für Stefan Rauch stammt von ihm, dem SPD-Ortsvereinsvorsitzenden. „Ich bin froh, dass er sich bereiterklärt hat zu kandidieren. Wie kaum ein anderer bringt er aufgrund seines Berufes alle Voraussetzungen mit, fachlich wie menschlich.“ Foto: Gohlke
Lorenz Güntner: Der Vorschlag für Stefan Rauch stammt von ihm, dem SPD-Ortsvereinsvorsitzenden. „Ich bin froh, dass er sich bereiterklärt hat zu kandidieren. Wie kaum ein anderer bringt er aufgrund seines Berufes alle Voraussetzungen mit, fachlich wie menschlich.“ Foto: Gohlke

Besonders wies er auf seine ehramtliche Tätigkeit als 1. Vorstand des FC Bayern-Fanclubs „Hirschberg-Bazis Taxöldern“ hin, die er bereits seit 17 Jahren bekleide. Ebenso erwähnte er seine Mitgliedschaft beim TV Bodenwöhr und im GOV Taxöldern-Pingarten. Seit 2014 sei er im Gemeinderat und Fraktionssprecher. „Das ist ein Amt, das in Bodenwöhr viel Zeit und Nerven kostet“, bekannte Rauch.

Seinen Beruf hatte er mit „kaufmännischer Immobilienverwalter“ angegeben, den er bei der Firma der Curata Immobilien ausübe, einem Unternehmen, das seniorengerechte Wohnungen unterhalte. „Meine Aufgabe dort ist es, die Interessen der Eigentümer, der Mieter und beteiligter Firmen zu bündeln. Das geschieht in der Regel in Versammlungen, die es so vorzubereiten gilt, dass Entscheidungen getroffen werden können, die dann auch umgesetzt werden“, betonte er.

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Darin sah er zwar Parallelen zur Arbeit im Gemeinderat, nur würden in Bodenwöhr häufig gefasste Beschlüsse eben nicht umgesetzt. Allerdings werde viel zu viel Energie dafür aufgewendet, von allen Seiten auf den Bürgermeister zu schießen. Den Kern seiner Arbeit sah er deshalb darin, das in allen Instanzen verloren gegangene Vertrauen wieder aufzubauen. Es könne so nicht weitergehen, dass mittlerweile sogar Mitarbeiter der Verwaltung die Segel streichen. In der Arbeit des Gemeinderates müsse wieder ein Stil aufgebaut werden, der auf gegenseitigem Vertrauen basiere.

Wahlangebot anstatt Wahlkampf

Susanne Ott: Sie ist Beisitzerin in der Vorstandschaft und kennt den Kandidaten als Menschen des Ausgleichs. „Was ich an Stefan schätze, ist seine Fähigkeit, Situationen zu entschärfen und nicht noch zusätzlich in alle Richtungen auszuteilen.“ Foto: Gohlke
Susanne Ott: Sie ist Beisitzerin in der Vorstandschaft und kennt den Kandidaten als Menschen des Ausgleichs. „Was ich an Stefan schätze, ist seine Fähigkeit, Situationen zu entschärfen und nicht noch zusätzlich in alle Richtungen auszuteilen.“ Foto: Gohlke

Stefan Rauch stellte heraus, dass keine der Fraktionen im Gemeinderat eine Mehrheit besitze, welche die dringenden Fragen, wie den Rathausneubau, das Algenproblem am Hammersee oder die Unterbringung von zwei Kindergartengruppen, allein auf den Weg bringen könne. Das erfordere vielmehr eine „Vertrauensbasis ohne persönliche Eitelkeiten und gesunden Menschenverstand“. Aus dem Grund wollte er für die kommende Zeit auch nicht von Wahlkampf, sondern von einem „Wahlangebot“ sprechen.

Nach der sehr schnellen Auszählung der Stimmen und dem einstimmigen Ergebnis bedankte sich Stefan Rauch für das in ihn gesetzte Vertrauen und schloss mit den Worten: „Ich freue mich auf den Weg, der jetzt vor uns liegt.“ In seinem Statement meinte SPD-Kreisvorsitzender Peter Wein, das Bild, das derzeit die Bodenwöhrer Gemeindepolitik in der Öffentlichkeit biete, sei in der Tat „sehr verbesserungswürdig“. Er war sicher, dass Stefan Rauch es verstehen werde, Politik mit dem nötigen Augenmaß und entsprechender Kompromissfähigkeit anzugehen.

Michael Mulzer: Er ist seit 2014 zusammen mit Stefan Rauch im Gemeinderat. „An ihm schätze ich, dass er auch in kritischen Situationen und Diskussionen immer sehr sachlich bleibt.“ Zudem erscheine er zu allen Terminen immer gut vorbereitet. Foto: Gohlke
Michael Mulzer: Er ist seit 2014 zusammen mit Stefan Rauch im Gemeinderat. „An ihm schätze ich, dass er auch in kritischen Situationen und Diskussionen immer sehr sachlich bleibt.“ Zudem erscheine er zu allen Terminen immer gut vorbereitet. Foto: Gohlke

Bezirksvorsitzender Franz Schindler erinnerte an Zeiten, als kommunale Mandatsträger in der Bevölkerung noch mit Respekt behandelt worden seien, weshalb es als Ehre gegolten habe, gewählt worden zu sein. Inzwischen seien die Ansprüche der Bürger gestiegen und die Bereitschaft zu Kompromissen gesunken. Er bedankte sich bei Stefan Rauch, dass er sich dennoch der Aufgabe stelle.

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