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Politik

Der Rathauschef mit gleich zwei Jobs

Seit Monaten leitet zweiter Bürgermeister Albert Krieger die Geschicke im Bodenwöhrer Rathaus. Einfach ist das nicht immer.
Von Philipp Seitz

  • Zweiter Bürgermeister Albert Krieger leitet seit Monaten die Geschicke der Gemeinde Bodenwöhr. Foto: Seitz
  • Zweiter Bürgermeister Albert Krieger beantwortete bei der Bürgerversammlung mehrere Fragen. Foto: Seitz

Bodenwöhr.Für Bodenwöhrs zweiten Bürgermeister Albert Krieger war es kein leichter Abend. Zu gleich mehreren strittigen Themen musste der kommissarische Rathauschef bei der Bürgerversammlung sprechen. Doch derartige Aufgaben ist Krieger längst gewohnt. Seit mehr als einem Jahr vertritt er den erkrankten Bürgermeister Richard Stabl. Mit der Vertretung wird bald Schluss sein. Zum Jahresende geht Stabl in den Ruhestand. Am 27. Januar wählt die Gemeinde ihr neues Gemeindeoberhaupt.

Doch Krieger rechnet damit, dass er erst nach dem 10. Februar, dem Datum der Stichwahl, die Amtsgeschäfte an den neuen Bürgermeister übergeben kann. Wichtig sei ihm eine gut organisierte Übergabe, betont Krieger. Danach gehe er zum normalen Tagesgeschäft über. Krieger ist hauptberuflich der Geschäftsführer der Caritas-Sozialstation in Neunburg vorm Wald und im Städtedreieck. Dass er nun zusätzlich auch den Job des Bürgermeisters übernehmen musste, habe er aber nicht als Belastung empfunden. Von der Verwaltung sei er „wunderbar“ unterstützt worden. Es habe sich alles gut eingespielt.

Mit Stabl in Kontakt gestanden

Auch die Caritas habe ihm den Rücken freigehalten. „Meinen beiden Vorständen bin ich sehr dankbar, dass sie das so mitgetragen haben.“ Sein Vorteil sei es gewesen, dass er sich seine Arbeitszeiten gut einteilen konnte, sagt Krieger. „So war ich sehr flexibel und nur so ging es.“ Das Bürgermeisteramt selbst habe er nie als Belastung wahrgenommen. „Und auch das Wort Stress kenne ich nicht.“ Mit dem erkrankten Bürgermeister sei er in dieser Zeit ebenfalls in Kontakt gestanden. Wie oft und wann er sich zuletzt mit Stabl traf, wollte Krieger nicht sagen.

„Ich habe das Amt des Bürgermeisters nie als Belastung empfunden.“

Albert Krieger, Zweiter Bürgermeister in Bodenwöhr

Seine Amtszeit will der Freie Wähler-Politiker nicht nur als Übergangszeit verstanden wissen. „Es wurde viel umgesetzt“, sagt Krieger. So sei etwa das Sondergebiet Laden und eine Änderung des Flächennutzungsplanes beschlossen worden. Allerdings gab es zum Sondergebiet Laden in der Bürgerversammlung mehrere kritische Rückfragen.

Alois Feldmeier zählt zu den Kritikern des Sondergebiets Laden. Foto: smx
Alois Feldmeier zählt zu den Kritikern des Sondergebiets Laden. Foto: smx

Auch im örtlichen Gemeinderat war die Entscheidung umstritten. Bürgerlisten-Sprecher Alois Feldmeier bemängelte etwa, dass für das Sondergebiet sechs Hektar Wald gefällt werden müssten. Der Gemeinderat verabschiedete das Sondergebiet mit einer deutlichen Zweidrittelmehrheit.

Krieger betonte in der Bürgerversammlung, dass für die Flächen, die abgeholzt werden, entsprechende Ausgleichsflächen geschaffen werden. Bodenwöhr habe eine wunderbare Landschaft, doch die Politik sei auch gefordert, die Gemeinde weiterzuentwickeln. In der jüngsten Vergangenheit sei immer wieder der Versuch unternommen worden, in Bodenwöhr eine zweite Einkaufsmöglichkeit anzusiedeln. Diese Chance werde nun genutzt. Der Gemeinderat habe die Argumente sorgfältig abgewogen und sich mehrheitlich für das Sondergebiet Laden entschieden.

Im Video spricht Albert Krieger über die Themen der Bodenwöhrer Bürgerversammlung:

Die Themen der Bodenwöhrer Bürgerversammlung

Trotz mancher Kritik sagt Krieger, dass ihm seine Tätigkeit im Gemeinderat und als stellvertretender Bürgermeister immer Spaß bereitet habe. Ob er bei der nächsten Kommunalwahl wieder für den Gemeinderat kandidieren wird, hält sich Krieger aber noch offen. Klar ist, dass er seinen Hut nicht ins Rennen um das Bürgermeisteramt werfen will. Diese Entscheidung habe er sich nicht leicht gemacht. „Ich habe beide Jobs gegeneinander abgewogen.“

Eine komplett andere Aufgabe

Seit zwei Jahren sei er nun Caritas-Geschäftsführer und für rund 65 Mitarbeiter zuständig. Den Bürgermeisterjob bezeichnet Krieger als „komplett anders“, was für ihn als Stellvertreter des Gemeindeoberhaupts den Reiz an der Aufgabe ausgemacht habe. Zur Zusammenarbeit mit drittem Bürgermeister Georg Hoffmann von der CSU sagt Krieger: „Sie hat gepasst.“

Kommunalpolitik

Albert Krieger tritt bei Wahl nicht an

Die Freien Wähler schicken in Bodenwöhr keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen. Mögliche Kandidaten sagten ab.

Nach Angaben der Bodenwöhrer Gemeindeverwaltung können rund 3700 Bürger bei der Neuwahl des Bürgermeisters ihre Stimme abgeben. Bislang liegen drei Wahlvorschläge vor, teilte Geschäftsleiter Otto Eichinger mit. Bis 6. Dezember könnten noch weitere Vorschläge eingereicht werden, am 18. Dezember tagt der Wahlausschuss. So weit es geht, wolle die Gemeinde anschließend noch vor Weihnachten die Wahlbenachrichtigungskarten versenden. Die Unterlagen für die Briefwahl werden, falls gewünscht, ab Anfang Januar zugestellt.

Die Bewerber um das Bürgermeisteramt

  • Georg Hoffmann:

    Der 45-jährige Verwaltungsinspektor und dritte Bürgermeister geht für die CSU ins Rennen.

  • Stefan Rauch:

    Der 45-jährige Immobilienverwalter engagiert sich seit 2014 für die SPD im örtlichen Gemeinderat.

  • Hubert Süß:

    Der 42-jährige Verleger ist seit 2008 Mitglied der Bürgerliste, für die er nun auch kandidiert.

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