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Politik

Die Bewerber für das Bodenwöhrer Rathaus

Am 27. Januar wird in Bodenwöhr der Nachfolger von Bürgermeister Richard Stabl gewählt. Drei Kandidaten treten an.
Von Philipp Seitz

Drei Kandidaten wollen Bürgermeister in Bodenwöhr werden. Foto: Seitz
Drei Kandidaten wollen Bürgermeister in Bodenwöhr werden. Foto: Seitz

Bodenwöhr.In Bodenwöhr wird es spannend: Am 27. Januar wird der Nachfolger des bisherigen Bürgermeisters Richard Stabl gewählt. Drei Parteien entsenden Bewerber ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus. Unser Medienhaus stellt die Kandidaten vor.

Der CSU-Kandidat Georg Hoffmann

CSU-Kandidat und dritter Bürgermeister Georg Hoffmann. Foto: Seitz
CSU-Kandidat und dritter Bürgermeister Georg Hoffmann. Foto: Seitz

Es war eine klare Sache: Dass Georg Hoffmann für die CSU der neue Bodenwöhrer Bürgermeister werden möchte, hatte der 45-jährige Verwaltungsinspektor bereits im Mai angekündigt. Als erste Partei nominierte die CSU dann auch ihren Fraktionssprecher, der gleichzeitig auch dritter Bürgermeister ist. Die Grundsätze seines Wahlprogramms stellte Hoffmann bereits bei der Nominierungsversammlung vor. Immer wieder sprach der CSU-Kandidat von „leidenschaftlichem Einsatz für Bodenwöhr“, den er zeigen wolle, und dass er sich mehr „gemeinsam“ im Gemeindegremium wünsche.

Er wolle im Falle einer Wahl als erstes „die Rathaustüren öffnen“, kündigte Hoffmann an. Es gelte, Entscheidungsprozesse transparent zu gestalten und durch Kompromissbereitschaft anstehende Probleme zu lösen. Der nächste Bürgermeister müsse sich an der Diskussionskultur und der Zusammenarbeit mit dem Gemeindegremium messen lassen. Er wolle seine 29-jährige Verwaltungserfahrung einbringen und die Fraktionen in alle Entscheidungen miteinbinden. In Zukunft dürfe es auch nicht mehr passieren, „dass gefasste Beschlüsse über die Rechtsaufsicht eingefordert werden“.

„Ich will die Türen des Rathauses öffnen.“

Georg Hoffmann, CSU-Bürgermeisterkandidat

Wichtig sei es außerdem, das Wachstum vor Ort zu fördern und Wohnraum zu schaffen. „Es darf uns auf keinen Fall passieren, dass Firmen anfragen, ob Flächen zur Verfügung stehen und wir das verneinen müssen.“ Die CSU habe deshalb im Gemeinderat laut Hoffmann auch einen Antrag eingebracht, neue Gewerbeflächen zu schaffen. Hier blickt Hoffmann auch auf freie Flächen in Neuenschwand. Außerdem gelte es, bestehende Leerstände zu erfassen und mit neuem Leben zu füllen. Alle Bestandsflächen sollten optimal genutzt werden, bevor neue Flächen ausgewiesen werden. Investoren seien bei der Entwicklung von Bodenwöhr erwünscht und willkommen. „Wer uns unterstützt, ist willkommen und erhält ein offenes Ohr.“

Zu seinen Zielen zähle weiterhin, den Ortskern wieder mit Leben zu füllen. Leerstände müssten genutzt werden, indem sie in geeigneter Weise umfunktioniert werden. Beim beantragten Abbruch des Gasthofs Schießl wirbt Hoffmann um Verständnis. Die öffentliche Wahrnehmung sei hier anders, als die Faktenlage. „Es wurde von einem Investor erworben. Dadurch hat die Gemeinde nur begrenzte Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen.“

Die Investoren hätten dem Gemeinderat ein Grobkonzept vorgelegt und in zwei Terminen aufgefordert, Vorschläge einzubringen. „Da sind viele Ideen und Impulse aus unseren Reihen gekommen.“ Es sei klar, dass es an dieser Stelle wieder ein Wirtshaus brauche. Nun gebe es einen Ideenwettbewerb, außerdem entwickeln Studenten Konzepte.

Lange war spekuliert worden, dass auch der amtierende zweite Bürgermeister Albert Krieger für das Bürgermeisteramt kandidieren könnte. Doch der Politiker der Freien Wähler entschied sich dagegen:

Politik

Der Rathauschef mit gleich zwei Jobs

Seit Monaten leitet zweiter Bürgermeister Albert Krieger die Geschicke im Bodenwöhrer Rathaus. Einfach ist das nicht immer.

Der SPD-Kandidat: Stefan Rauch

SPD-Kandidat und Fraktionssprecher Stefan Rauch. Foto: Seitz
SPD-Kandidat und Fraktionssprecher Stefan Rauch. Foto: Seitz

Seit einigen Tagen ist Stefan Rauch schon in der Gemeinde Bodenwöhr unterwegs. An der Haustüre wirbt er für seine Positionen im Rennen um das Bodenwöhrer Rathaus und will hören, welche Anliegen die Menschen haben. Was ihm gesagt wird, gleiche sich oft, meint Rauch: „Die Menschen haben die Schnauze voll von der aktuellen Gemeindepolitik.“ Genau dieses Vertrauen in die Politik vor Ort wolle er als Bürgermeister wieder herstellen. Gegenseitige Attacke und unsachliche Diskussionen im Gemeindegremium müssten der Vergangenheit angehören.

Das gelinge aber nur „mit rigoroser Zusammenarbeit, Offenheit und Ehrlichkeit in allen Bereichen“, sagt Rauch. Die Parteizugehörigkeit dürfe bei wichtigen Entscheidungen keine Rolle mehr spielen. Miteinbringen will der 45-jährige Immobilienverwalter seine Erfahrung aus der Gemeinderatsarbeit und aus seiner beruflichen Tätigkeit. Auch in der Immobilienverwaltung müsse er regelmäßig Eigentümerversammlungen sorgfältig vorbereiten und Tagesordnungspunkte zur Beschlussreife bringen. Diese Fähigkeiten biete er den Wählern im Wahlkampf an. Auch im Rathaus wolle er sämtliche Beschlüsse zeitnah umsetzen.

„Das Parteibuch darf bei uns keine Rolle spielen.“

Stefan Rauch, SPD-Bürgermeisterkandidat

Seit mehr als 15 Jahren engagiere er sich für die Kindereinrichtungen der Gemeinde, sagt Rauch. Im Elternbeirat des Kindergartens und der Schule brachte er sich als Vater zweier Töchter ein. Zuletzt überreichte er einen Spendenscheck an mehrere Kindereinrichtungen der Gemeinde. Dafür würde er auf Wahlwerbegeschenke bei den Haustürgesprächen verzichten, betont Rauch. Der SPD-Fraktionssprecher ist außerdem der Vorsitzende und Gründungsmitglied des örtlichen FC Bayern Fanclubs. Den Fanclub habe er mit seinem Team zu einem der größten Vereine der Gemeinde aufgebaut, erzählt Rauch. Der Verein umfasse mittlerweile mehr als 400 Mitglieder und sei vom deutschen Rekordmeister für das soziale Engagement besonders geehrt worden.

Politisch wolle er die Zusammenarbeit zwischen Bürgermeister, Gemeinderat und Verwaltung verbessern. Auf der Agenda stehen für ihn aber auch die Algenproblematik des Hammersees, eine verbesserte Rathaussituation und die Ansiedlung von Gewerbe. Das seien Themen, die klar gesetzt seien, sagt Rauch. Im Zentrum müsse stehen, die benötigten Lösungen gemeinsam zu erarbeiten. Als Ziele verfolgt Rauch laut seiner Wahlbroschüre aber auch, mit den Gewerbetreibenden ein Wirtschaftsforum einzurichten und ein modernes Schulkonzept zu erarbeiten. Außerdem wolle er kein „Investorenmobbing“, aber eine Ortsentwicklung mit Augenmaß. Auch Baugebiete müssten „mit Verstand und nicht nur um des Wachstums Willen“ ausgewiesen werden.

Der Bürgerlisten-Kandidat: Hubert Süß

Bürgerlisten-Kandidat und Verleger Hubert Süß. Foto: Heinzl
Bürgerlisten-Kandidat und Verleger Hubert Süß. Foto: Heinzl

Ein gut gehütetes Geheimnis war, wen die Bürgerliste Bodenwöhr als Kandidaten für die Nachfolge des bisherigen Rathauschefs Richard Stabl ins Rennen schicken wird. Die Bürgerliste stellte schließlich mit Stabl bis zu dessen Erkrankung und folgendem Austritt aus der Partei den Bürgermeister. Fraktionssprecher Alois Feldmeier wollte es bis zuletzt spannend halten und die Kandidatur des selbstständigen Verlegers Hubert Süß nicht vor der Nominierungsversammlung bestätigen. Feldmeier sprach lediglich vom „idealen Kandidaten“ für die Bürgerliste in Bodenwöhr.

Der 42-jährige selbstständige Verleger Hubert Süß ist seit 2008 Mitglied der Bürgerliste Bodenwöhr und hat auch den ersten Wahlkampf des bisherigen Bürgermeisters Richard Stabl maßgeblich koordiniert. Damals hätte es in der Gemeinde Bodenwöhr eine Aufbruchstimmung gegeben, die er sich wieder wünschen würde, sagt Süß. Während des Wahlkampfs verteilt der Verleger kleine Beutel mit Blumsensamen. Auf den Packungen steht: „Oft sind es die kleinen Dinge, mit denen eine große Veränderung beginnt.“ Süß wirbt dafür, die Gemeinde Bodenwöhr „gemeinsam bunter, lebendiger und noch schöner“ zu machen.

„Ich habe auch die kleinen Ortsteile im Blick.“

Hubert Süß, BLB-Bürgermeisterkandidat

In der Vergangenheit seien Themen aus parteitaktischen Gründen verzögert oder abgeblockt worden. Das wolle er ändern. „Ich komme unvoreingenommen, ohne Parteibindung und kann frisch und frei Politik für die Bürger in Bodenwöhr machen.“ Ihm sei es wichtig, dabei auch die kleinen Ortsteile im Blick zu haben. Hier sei vieles liegengeblieben. Süß spricht von einem „Aufgabenstau“, der nun abgearbeitet werden müsste. Außerdem wirbt er dafür, dass in Zukunft das Bauland wieder von der Gemeinde verkauft wird. „Das ist billiger für junge Familien, die sich hier ansiedeln möchten.“ Einen „Wildwuchs“ sieht Süß auch beim Wachstum der Gemeinde hinsichtlich der Infrastruktur, die nicht mehr hinterhergekommen sei.

So sei das Kanalnetz überlastet. Süß spricht davon, dass Fäkalienströme bei Starkregenereignissen in den örtlichen Hammersee fließen würden. „Das möchte ich sofort abstellen.“ Außerdem wolle er den Hammersee so schnell wie möglich sanieren und Faktoren für die Algenplage eliminieren. In seiner Wahlbroschüre gibt Süß an, dass er dem Gemeinderat als erstes konkrete Vorschläge für Vorfluter unterbreiten wolle, um so den Nährstoffeintrag zu reduzieren und das Wasser bei kritischer Wetterlage in Bewegung zu halten. Zum Thema Rathaus schreibt Süß: „Selber bauen statt dumm schauen!“ Es soll seiner Meinung nach in der Ortsmitte entstehen, an der Stelle des blauen, alten Rathauses. Ob er im Falle einer Wahlniederlage auch für den Gemeinderat kandidieren wird, ließ Süß offen.

Die Bewerber um das Bürgermeisteramt

  • Georg Hoffmann:

    Der 45-jährige Verwaltungsinspektor und dritte Bürgermeister geht für die CSU ins Rennen.

  • Stefan Rauch:

    Der 45-jährige Immobilienverwalter engagiert sich seit 2014 für die SPD im örtlichen Gemeinderat.

  • Hubert Süß:

    Der 42-jährige Verleger ist seit 2008 Mitglied der Bürgerliste, für die er nun auch kandidiert.

Eine Chronologie der Ereignisse sehen Sie hier. Wenn Sie Ihre Maus über die Chronologie bewegen, erscheinen Schaltflächen, mit denen Sie weiterblättern können:

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