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Wahlen

Die CSU setzt auf Georg Hoffmann

Der 45-jährige Verwaltungsinspektor tritt erneut als Bürgermeisterkandidat in Bodenwöhr an. Er erhielt eine Gegenstimme.
Von Philipp Seitz

Landrat Thomas Ebeling (li.) und Landtagsabgeordneter Flierl unterstützen die Kandidatur ihres Parteifreundes Georg Hoffmann in Bodenwöhr. Fotos: Seitz
Landrat Thomas Ebeling (li.) und Landtagsabgeordneter Flierl unterstützen die Kandidatur ihres Parteifreundes Georg Hoffmann in Bodenwöhr. Fotos: Seitz

Bodenwöhr.Es war am Ende keine Überraschung: Die Bodenwöhrer CSU schickt ihren Ortsvorsitzenden Georg Hoffmann als Kandidaten für das Bürgermeisteramt ins Rennen. Hoffmann hatte bereits im Sommer angekündigt, dass er gerne nochmals für seine Partei kandidieren würde. Er war bereits bei der Kommunalwahl 2014 angetreten, bei der sich Richard Stabl mit 53,7 Prozent durchsetzen konnte. Auf Hoffmann entfielen damals 29,7 Prozent der Stimmen, auf Albert Krieger 16,6 Prozent. Nun stimmte die Parteibasis Hoffmanns Ansinnen nach einer erneuten Kandidatur zu.

Ein einstimmiges Ergebnis, dass zuvor Gemeinderat Walter Spirk als „Signal nach außen an die Bevölkerung“ sehr energisch gefordert hatte, wurde es aber nicht. Auf Hoffmann entfielen in der geheimen Wahl 19 Ja- und eine Nein-Stimme. Hoffmann zeigte sich mit seinem Ergebnis dennoch zufrieden. „Ich bewerte die eine Gegenstimme nicht als negativ, sondern sehe es als Ansporn, auch diese Stimme zu überzeugen.“

Für mehr Transparenz sorgen

CSU-Gemeinderat Walter Spirk warb in einer Rede für Georg Hoffmann. Foto: Seitz
CSU-Gemeinderat Walter Spirk warb in einer Rede für Georg Hoffmann. Foto: Seitz

Bei der CSU-Nominierungsversammlung vor fünf Jahren sprachen sich noch vier Parteimitglieder gegen Hoffmann aus. Sein Ergebnis wertete der 45-jährige Verwaltungsinspektor deshalb als Erfolg. In seiner Rede kündigte Hoffmann an, dass er seine Verwaltungserfahrung anbieten und die Finanzen als Bürgermeister „in das rechte Lot“ bringen möchte. Gleich zu Beginn betonte er, dass es ein „weiter so“ in der Bodenwöhrer Kommunalpolitik nicht mehr geben dürfe. Es brauche eine nachvollziehbare Politik, mehr Gemeinschaftsgefühl im Gemeinderat und eine politische Neuausrichtung. Er sei der Meinung, dass Transparenz „über Erfolg oder Scheitern“ des nächsten Bürgermeister entscheiden werde.

Ein Video von der Nominierungsversammlung der CSU sehen Sie hier:

Hoffmann ist Bürgermeisterkandidat der CSU

Sein Wahlkampfmotto hob der CSU-Ortsvorsitzende in seiner Rede gleich mehrfach heraus: Er wolle mit Leidenschaft für Bodenwöhr arbeiten. Es brauche nun einen Bürgermeister, der „das Potenzial und die Kraft hat, sich den notwendigen Herausforderungen zu stellen“. Unterstützung erhielt Hoffmann vom CSU-Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Alexander Flierl, der Hoffmann Führungsstärke bescheinigte und ihn als „starken Kandidaten“ lobte. Elan beweise Hoffmann auch im Kreisvorstand seiner Partei. Er sei ein Politiker, der für seine Ideen und Vorstellungen eintrete. Es gehe nun in Bodenwöhr darum, für stabile Verhältnisse auf kommunaler Ebene zu sorgen.

Politik

CSU will das Rathaus erobern

Georg Hoffmann kündigt seine Kandidatur für das Bürgermeisteramt in Bodenwöhr an. Die Gemeindespitze kritisiert er scharf.

Ähnlich äußerte sich Landrat Thomas Ebeling über seinen Parteifreund und Mitarbeiter im Landratsamt, Georg Hoffmann. „Ich gebe ja zu, dass man an als Landrat ganz gerne den Kandidaten der eigenen Partei lobt. Bei Georg Hoffmann mache ich das aber aus ganzem Herzen, weil ich ihn sehr gut kenne und täglich mit ihm zusammenarbeite.“ Er könne nur bestätigen, dass er „ein Mann mit guten Ideen und sehr fleißig“ sei. Die Startposition für einen neuen Bürgermeister sei in Bodenwöhr „nicht die einfachste“, räumte Ebeling ein, „weil die politische Gesamtlage durchaus schwierig ist“. Hier sei aus seiner Sicht Georg Hoffmann richtig, um die Gemeinde wieder in ein ruhiges Fahrwasser zu bringen.

Die Schuldenspirale stoppen

Hoffmann selbst nannte in seiner Rede schon einige Themen, die er bei seinen Wahlveranstaltungen in den Fokus rücken möchte. So müsse die Schuldenspirale der Gemeinde gestoppt und Gewerbe vor Ort angesiedelt werden. Außerdem müsse die Gemeinde weiter an der Sanierung der Infrastruktur arbeiten. Bei den Themen Wasser, Kanal und Straßen gebe es einiges zu tun. Seine konkreten Vorstellungen will Hoffmann bei Wahlveranstaltungen in den einzelnen Ortsteilen vorstellen. Den Auftakt macht er am 10. Januar um 19 Uhr im Gasthof Jakob in Bodenwöhr.

Auf Hoffmann entfielen bei der geheimen Wahl 19 Ja- und eine Nein-Stimme. Foto: Seitz
Auf Hoffmann entfielen bei der geheimen Wahl 19 Ja- und eine Nein-Stimme. Foto: Seitz

In den nächsten Tagen werden die weiteren Parteien ihre Kandidaten nominieren. Neben der CSU wollen auch die SPD, Bürgerliste und Freien Wähler einen Bewerber ins Rennen um das Bürgermeisteramt schicken. Die SPD wählt ihren Bürgermeisterkandidat am Dienstag, 6. November, um 19.30 Uhr im Restaurant Bella Rosa. Die Bürgerliste zieht zwei Tage später im Gasthof Jacob nach. Die Freien Wähler stimmen laut zweitem Bürgermeister Albert Krieger derzeit noch das Datum der Nominierungsversammlung ab.

Das sagen die CSU-Mitglieder

  • Albert Bauer:

    Der frühere Bodenwöhrer Bürgermeister schätzt besonders die fachliche Kompetenz von Georg Hoffmann. „Er ist Verwaltungsbeamter und kennt sich aus.“ Außerdem habe der CSU-Kandidat eine gute Verbindung zu den Ortsvereinen.

  • Walter Spirk:

    Der CSU-Gemeinderat schlug Hoffmann als Kandidaten vor und lobte ihn. Bei der Wahl vor vier Jahren habe Hoffmann gegen Stabl „ein beachtliches Ergebnis“ eingefahren. Das Amt des dritten Bürgermeisters fülle er hervorragend aus, weshalb er der richtige Kandidat sei.

  • Silvia Sperl:

    Die Kassiererin der örtlichen CSU und frühere zweite Bürgermeisterin schätzt an Hoffmann, dass er es schaffe, unterschiedliche Meinungen zusammenzubringen. Er habe sich in den letzten Jahren sehr für die Gemeinde engagiert, sagte Sperl.

  • Randolf Alesch:

    Er halte Hoffmann für einen geeigneten Kandidaten, weil dieser entschlossen Dinge anpacke. „Ein Vorteil ist sicherlich ebenso sein guter Draht zum Landratsamt und sein Fachwissen, dass er sich als Verwaltungsbeamter und Gemeinderat erworben hat“, sagt der CSU-Rat.

Die Neuwahl des Bürgermeisters wurde notwendig, weil das bisherige Gemeindeoberhaupt Richard Stabl nach längerer Erkrankung in den vorzeitigen Ruhestand gegangen ist. Der neugewählte Bürgermeister hat deshalb eine längere Amtszeit. Die nächste Neuwahl ist erst im Jahr 2026.

Eine Chronologie der Ereignisse sehen Sie in unserer Timeline:

Alle Nachrichten zur Neuwahl des Bürgermeisters in Bodenwöhr lesen Sie hier.

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