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Stichwahl

Für Süß und Hoffmann zählt jede Stimme

Georg Hoffmann (CSU) und Hubert Süß (BLB) wollen in Bodenwöhr die SPD-Anhänger und Nichtwähler mobilisieren.
Von Cornelia Lorenz

Hubert Süß (BLB, l.) und Georg Hoffmann (CSU, r.) gehen in die Stichwahl. Foto: Lorenz/Archiv
Hubert Süß (BLB, l.) und Georg Hoffmann (CSU, r.) gehen in die Stichwahl. Foto: Lorenz/Archiv

Bodenwöhr.Es wird spannend in Bodenwöhr: Die beiden Kandidaten, die am 10. Februar in die Stichwahl um das Bürgermeisteramt ziehen, kämpfen an allen Fronten um die Wählergunst – und versuchen insbesondere die SPD-Anhänger auf ihre Seite zu ziehen und die vielen Nicht-Wähler an die Urnen zu locken. Wem das am Ende am besten gelingt, ist eine spannende Frage. Georg Hoffmann (CSU) und sein Konkurrent Hubert Süß (BLB) haben in den vergangenen Tagen nochmals intensiv Wahlkampf betrieben und bei den Bürgern für ihre Positionen geworben. Auch der Mittelbayerischen haben sie einen Katalog mit Fragen beantwortet.

Einigkeit herrscht bei den beiden Kandidaten zumindest darüber, dass sie einiges anders machen wollen als ihr Vorgänger Richard Stabl (BLB). „Ich werde mehr kommunizieren und kommentieren, um die Bevölkerung immer auf dem neuesten Stand zu halten“, sagt Süß. Er werde ein modernes Anfragen- und Beschwerde-Management für die Bürger einführen. „Und ich versuche, nicht zuviel in mich hineinzufressen“, sagt der BLB-Kandidat.

Den Gemeinderat frühzeitig und umfassend informieren

Auch Hoffmann setzt auf mehr Offenheit. „Nur gemeinsam können wir unsere Ziele erreichen. Dafür ist aber transparentes Arbeiten notwendige Voraussetzung“, sagt er. Er will die Bürger über ein Amtsblatt informieren, um sie bei großen Themen in Entscheidungen einbinden zu können. Auch der Gemeinderat als zentrales Entscheidungsorgan müsse frühzeitig und umfassend über Maßnahmen und Möglichkeiten informiert werden, sagt der CSU-Mann.

Ihre erste Amtshandlung als Bürgermeister beschreiben beide Kandidaten ganz unterschiedlich. „Zusammen mit dem Gemeinderat und der Verwaltung müssen wir den dringend notwendigen Maßnahmenplan erarbeiten, denn er stellt die Grundlage für die Haushalte und Aufgaben der kommenden Jahre dar“, sagt Georg Hoffmann (CSU). Dagegen will sein Konkurrent Hubert Süß (BLB) zu allererst „den restlichen Winterdienst absichern und verbessern“.

Den Senioren in Bodenwöhr helfen

Beiden Kandidaten liegen die Senioren in der Gemeinde am Herzen. Süß will sich für ein Bürgertaxi stark machen, mit dem Senioren für einen Euro pro Fahrt zum Einkaufen, Arzt oder Apotheker gefahren und wieder nach Hause gebracht werden. „Der finanzielle Aufwand ist sehr überschaubar, da wir nur vorhandene Fahrzeuge besser auslasten“, sagt der BLB-Mann. Auch die Verbesserung der ambulanten Pflege und die Ansiedlung eines Hauses für betreutes Wohnen ist Süß wichtig.

Hoffmann betont im Gegenzug, er wolle „endlich den barrierefreien Ausbau unserer Gemeinde in Angriff nehmen“. Auch er will die ambulante Pflege vor Ort unterstützen und „die Idee mit einem Senioren-Einkaufsbus in Verbindung mit der Landkreislösung, dem Baxi, so gestalten, dass es auch umsetzbar ist“. Hoffmann hofft außerdem, dass im Ideen-Wettbewerb um das Schießl-Areal betreutes Wohnen als Baustein einen Platz findet. „Das wäre eine Bereicherung für unsere Gemeinde“, sagt er.

Der Hammersee soll wieder ein Schmuckstück werden

Einen großen Stellenwert hat für die Kandidaten der Hammersee. Diesem „Rohdiamanten“ müsse man zusammen wieder zu seinem alten Glanz verhelfen, sagt Hoffmann. Er will die 2015 beschlossenen ökologischen Maßnahmen wie etwa die Reduzierung des Nährstoffeintrags umsetzen. „Zusammen mit allen Akteuren, den Anglern, den Touristen und uns Bürgern schaffen wir eine Naherholungszone mit Maßnahmen wie der Fortführung des Seeuferwegs, einer Instandsetzung des Badeplatzes in Blechhammer und einem Bewegungsparcours am See.“

Wahl

In Bodenwöhr gibt es eine Stichwahl

Knappes Rennen im Kampf um den Chefsessel im Rathaus: Georg Hoffmann und Hubert Süß müssen am 10. Februar erneut antreten.

Auch für Süß ist der Hammersee „das Herzstück unserer Gemeinde“. Der Gemeinderat bekomme nun nach seinen erfolgreichen Vorgesprächen mit Fischer-Haus die Chance, preiswert das Wasserrecht zu erwerben. Er wolle außerdem 2019 die mit überschaubarem Aufwand umzusetzenden ökologischen Maßnahmen angreifen, sagt Süß.

Das Thema Rathaus beschäftigt die beiden Kandidaten ebenfalls. „Ein kostengünstiger Anbau in der Schwandorfer Straße verbindet unsere finanziellen Möglichkeiten mit dem dringend notwendigen Raumangebot für ein zeitgemäßes Verwaltungsgebäude“, sagt Hoffmann. Er wolle im Gespräch mit Pfarrer und Kirchenverwaltung die möglichen Varianten am Standort Schwandorfer Straße diskutieren.

Rathaus-Pläne genau abklopfen

Süß will derweil die besten Varianten in Sachen Rathaus auf Zukunftsfähigkeit, Finanzierbarkeit, Umsetzbarkeit und Förderung abklopfen und die Ergebnisse mit dem Gemeinderat diskutieren, um zu einer breit getragenen Entscheidung zu kommen“, sagt er. Synergie-Effekte müsse man ebenfalls betrachten. „Um Geld zu sparen, kann ich mir die Gründung einer kommunalen GmbH für den Bau vorstellen– für unsere Mitarbeiter darf sich dadurch aber nichts ändern“, betont Süß.

Stichwahl

  • Rückblick:

    Im ersten Wahlgang am 27. Januar hatte CSU-Kandidat Georg Hoffmann 39,7 Prozent der Stimmen erzielt, Hubert Süß von der BLB fuhr 30,5 Prozent ein. SPD-Kandidat Stefan Rauch war mit 29,8 Prozent knapp hinter Süß auf Platz drei gelandet. Wie knapp es ausging, lässt sich auch an den absoluten Zahlen ablesen: Süß bekam insgesamt 644 Stimmen, Stefan Rauch 629.

  • Wahlbeteiligung:

    Von den 3544 wahlberechtigten Bodenwöhrer Bürgern gingen nur 60 Prozent zur Urne – ein Ergebnis, das bei allen drei Kandidaten für Enttäuschung sorgte.

  • Reaktion:

    Die Bodenwöhrer SPD hat nach der Niederlage ihres Kandidaten Stefan Rauch eine Wahlempfehlung herausgegeben: Sie legt den Bodenwöhrer Wählern den BLB-Kandidaten Hubert Süß ans Herz.

Sieben Jahre lang hat der neu gewählte Bürgermeister Zeit, um seine Gemeinde positiv zu verändern. Süß möchte in dieser Zeit „ein Miteinander von Dörfern und Kernort“ erreichen, außerdem einen soliden, gesundeten Haushalt“. Er verspricht seinen Wählern mehr Weitblick in Sachen Ökologie, Lebensqualität und Tourismus, außerdem ein funktionierendes und florierendes weiteres Gewerbegebiet, ein neues Rathaus und „einen schönen, gewachsenen Ortskern statt Schulden und Zweckbauten“. Den dörflichen Charakter der Ortsteile will er erhalten und den jungen Leuten in den Dörfern Bauplätze anbieten können.

Die Gemeinde liebens- und lebenswerter machen

Auch Hoffmann hat eine Vision für seine Amtszeit: „Wir müssen uns bewusst sein, dass wir nur im Rahmen unserer Mittel gestalten können“, betont er. Die Sanierung der Infrastruktur im Bereich Wasser, Kanal und Straßen steht ganz oben auf seiner Liste. „Sauberes Wasser, die Dorferneuerung in Windmais, den Friedhof in Taxöldern, die Sanierung des Gemeindehauses in Altenschwand oder die Untertunnelung der SAD 18 dort sollten wir dann erledigt haben“, sagt er. Auch der Hammersee werde sich in seiner Amtszeit wieder zu einem Schmuckstück entwickeln. „Wir haben unsere Aufgaben im Bereich der Kinderbetreuung gelöst und alle zusammen unsere Gemeinde ein Stück liebens- und lebenswerter gemacht“, lautet Hoffmanns Vision.

Alles rund um die Bürgermeisterwahl finden Sie in unserem Spezial.

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