MyMz
Anzeige

Politik

Hubert Süß will ein neues Rathaus bauen

Nach der Feiertagspause geht der Bürgermeisterwahlkampf in Bodenwöhr weiter. Süß stellte in Taxöldern seine Pläne vor.

Hubert Süß bewirbt sich für die Bürgerliste um das Bürgermeisteramt in Bodenwöhr. Foto: smx
Hubert Süß bewirbt sich für die Bürgerliste um das Bürgermeisteramt in Bodenwöhr. Foto: smx

BODENWÖHR.Hubert Süß, Bürgermeisterkandidat der Bürgerliste, startete einen Tag nach Neujahr in die zweite Phase seines Wahlkampfs, dieses Mal in Taxöldern. Mit rund 50 Zuhörern war die Wahlversammlung im Gasthaus „Taxler Stubn“ gut besucht, nur wenige Stühle blieben frei. Süß stellte dabei in seinem etwas über eineinhalbstündigen Vortrag seine Zukunftspläne für die Gemeinde vor und ging dabei auch umfassend auf die aktuelle ortspolitische Diskussion ein.

Aufgewachsen in Bodenwöhr, später nach Sulzbach-Rosenberg der Liebe wegen verzogen, habe er die Brücke zum Heimatort nie abreißen lassen, sagte Süß und verwies auf sein Engagement beim Festspiel „Eisenzeit“. Er habe zwar beim damaligen Bürgermeister Richard Stabl mit dem Festspiel „offene Türen“ eingerannt, leider aber sei das Thema dann zum Politikum geworden. Süß sprach den beachtlichen Strukturwandel der Gemeinde in den 80er und 90er Jahren an und appellierte an die Zuhörer, nun darauf aufzubauen und die Gemeinde nicht zurückfallen zu lassen. In letzter Zeit habe er nämlich feststellen müssen, dass vieles in Bodenwöhr in die falsche Richtung laufe, viel Gutes werde Opfer irgendwelcher Spielereien. Deshalb freue er sich schon heute, im Falle der Wahl, die Gemeinde wieder nach vorne bringen zu können.

Kompetenzchaos beenden

Süß resümierte, dass vieles anders werden müsse, damit Bodenwöhr nicht veröde. Es gelte, wachsende unsichtbare Mauern einzureißen und Perspektiven für die Bevölkerung und eine zeitgemäße Infrastruktur zu schaffen. Dazu zähle auch die Schaffung von erschwinglichem Bauland, um junge Leute in der Gemeinde zu halten. Süß ging auch auf die Gemeindeverwaltung ein, die seiner Meinung nach kollabiere: „Uns laufen die Leute davon.“ Deshalb gelte es, das Kompetenzchaos der letzten Monate zu beenden. In diesem Zusammenhang müsse auch durch den Bau eines neuen Rathauses ein angenehmes Arbeitsumfeld für die Beschäftigten der Verwaltung geschaffen werden. Mit zahlreichen Einzelmaßnahmen will Süß bis 2030 ein blühendes Bodenwöhr schaffen mit guten Lebensbedingungen inmitten einer intakten Landschaft.

Süß’ Plan für ein „blühendes Bodenwöhr“

  • Der Kandidat:

    Hubert Süß (verheiratet, 42 Jahre alt) wurde in Bodenwöhr geboren und ist hier mit zwei Schwestern aufgewachsen. Nach der Bundeswehrzeit hat der Oberpfälzer den Beruf des Redakteurs erlernt und durch die Berichterstattung bis 2003 die Arbeit des Gemeinderats kennengelernt. 2005 hat der Oberpfälzer einen Verlag eröffnet, nach der Heirat verzog Hubert Süß nach Sulzbach-Rosenberg. Sein Steckenpferd ist die Kultur.

  • Die Ziele:

    Für seine künftige Arbeit als Bürgermeister hat er fünf Schwerpunkte: Erstens: der Heimat verpflichtet, nur der Heimat; zweitens: Sozial, innovativ und konservativ; drittens: nicht zuschauen, anpacken; viertens: Gemeinwohl vor Einzelwohl; fünftens: Werte statt Parteibuch. Für die Umsetzung dieser Ziele hat er einen „Bürgerplan“ aufgestellt mit Themen wie Rathausneubau, Kinderbetreuung, Bauland, Infrastruktur, mehr Grün, Lebensqualität oder Bürgertaxi.

Der Bürgerplan des BLB-Kandidaten, den er in Taxöldern bekannt gab, sieht folgende Maßnahmen vor: Bestmögliche Bildung für Kinder, wozu ein vernünftiges Kinderbetreuungskonzept gehört wie die Überprüfung der Kombiklassen in der Grundschule. „Das Weiterwursteln muss ein Ende haben“, sagte Süß und befürworte einen Wechsel der Schüler der Mittelschule nach Neunburg vorm Wald, weil die Kooperation mit Bruck in dieser Hinsicht mangelhaft sei. Das frühere Schulhaus, in dem seit Jahren die Gemeindeverwaltung untergebracht ist, sollte nach dem Bau eines neuen Rathauses in ein Mehrgenerationenhaus umgebaut werden. Süß will sich für junge Familien aus dem Gemeindebereich einsetzen und bezahlbares Bauland schaffen.

Politik

Die Bewerber für das Bodenwöhrer Rathaus

Am 27. Januar wird in Bodenwöhr der Nachfolger von Bürgermeister Richard Stabl gewählt. Drei Kandidaten treten an.

Dazu sei es nötig, dass die Gemeinde Flächen ankaufe und als Baugebiete ausweise. Es könne nicht Aufgabe der Gemeinde Bodenwöhr sein, die Zukunftsprobleme der Stadt Regensburg zu lösen, sagte er unter Hinweis auf entsprechende Bauabsichten durch private Investoren in der Gemeinde.

MZ-Spezial: Alles rund um die Bürgermeisterwahl in Bodenwöhr lesen Sie hier.

Wasserleitungen und Abwasserkanäle müssen saniert werden, die Breitbandversorgung verbessert werden, dazu wolle er einen Sanierungskatalog erstellen. Den Zuhörern aus Taxöldern machte Süß die Zusage, sich nach der Wahl zum Bürgermeister um die Sanierung des Friedhofs zu kümmern und einen Bolzplatz für Kinder zu errichten. In Bodenwöhr gelte es kulturelle Hotspots zu beleben, einen weiteren Arzt anzusiedeln und intelligente Lösungen für den Schwerlastverkehr zu finden. Als weitere Ziele nannte er die Schaffung von Streuobstwiesen, den Bienenschutz, die Vereinsförderung und die Einführung eines Bürgertaxis, damit Senioren ihren Lebensabend zuhause in Bodenwöhr verbringen können.

Kritik an Gewerbegebiet

Zum aktuell im Gemeinderat diskutierten Thema „Gewerbegebiet Weihersiedlung“ äußerte Süß, dass man hier keine Einzelinteressen in Kauf nehmen dürfe. Mit ihm als Bürgermeister würde die Bauleitplanung anders verlaufen, blindes Vertrauen in einen Investor sei keine Verhandlungsgrundlage. Süß sprach den geplanten Abriss des alten Gasthofs Schießl und die „Brache“ am Volksfestplatz sowie den maroden Zustand des Hammerweihers an, der Sinnbild dafür sei, dass in der Gemeinde vieles schief laufe. In der Diskussionsrunde gab es kritische Aussagen dreier Zuhörer: Nachdem die BLB damals Richard Stabl als „Heilsbringer“ vorgestellt habe, solle nun Süß als „neuer Messias“ folgen. Es wurde angefragt, wie denn alle Pläne finanziert werden sollen und woher denn plötzlich das Interesse von Süß komme, der bisher nie für den Gemeinderat kandidiert habe. (smx)

Eine Chronologie der Ereignisse sehen Sie hier. Wenn Sie Ihre Maus über die Chronologie bewegen, erscheinen Schaltflächen, mit denen Sie weiterblättern können:

Mehr Nachrichten aus Bodenwöhr lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht