MyMz
Anzeige

Wahl

In Bodenwöhr gibt es eine Stichwahl

Knappes Rennen im Kampf um den Chefsessel im Rathaus: Georg Hoffmann und Hubert Süß müssen am 10. Februar erneut antreten.
von Cornelia Lorenz

In Bodenwöhr bleibt es spannend: Georg Hoffmann (CSU, rechts) und Hubert Süß (BLB) müssen am 10. Februar zur Stichwahl antreten. Foto: lc
In Bodenwöhr bleibt es spannend: Georg Hoffmann (CSU, rechts) und Hubert Süß (BLB) müssen am 10. Februar zur Stichwahl antreten. Foto: lc

Bodenwöhr.Bei der Bürgermeisterwahl in Bodenwöhr bleibt es spannend: Keiner der drei Kandidaten konnte am Sonntag die absolute Mehrheit erringen. Georg Hoffmann (CSU) und Hubert Süß (BLB) belegten in der Wählergunst Platz eins und zwei und werden am Sonntag, 10. Februar, ihr Glück in der Stichwahl versuchen. SPD-Kandidat Stefan Rauch musste sich knapp geschlagen geben.

Es war ein sehr aufregender Abend im Bodenwöhrer Rathaus. Die Kandidaten, ihre Anhänger und eine ganze Reihe interessierter Bürger hatten sich dort versammelt, um die Einspielung der Auszählungsergebnisse live mitzuverfolgen. Gegen 18.15 Uhr war das erste Wahllokal ausgezählt. Da sah es noch nach einem klaren Wahlsieg für Hoffmann aus, denn hier konnte er mit 55,6 Prozent der Stimmen die Mehrheit erringen. Rauch lag dagegen mit 30,4 Prozent deutlich vor Süß (14 Prozent). Doch dass diese Zahlen sich im Lauf des Abends noch deutlich verändern würden, war klar, schließlich handelte es sich dabei um die Stimmen aus dem kleinen Wahllokal im Gemeinschaftsgebäude Taxöldern.

CSU-Kandidat Georg Hoffmann freut sich über sein Ergebnis

Die Wahlhelfer hatten beim Auszählen der Stimmen alle Hände voll zu tun. Foto: lc
Die Wahlhelfer hatten beim Auszählen der Stimmen alle Hände voll zu tun. Foto: lc

Bis die vier weiteren Wahllokale sowie die drei Briefwahlbezirke ausgezählt waren, vergingen gut 30 weitere Minuten. Hoffmann musste in dieser Zeit mit ansehen, wie sein deutlicher Vorsprung immer mehr schrumpfte – und er am Ende bei 39,7 Prozent der Stimmen landete. Dass er in die Stichwahl gehen muss, hat den 45-Jährigen nicht überrascht. „Der erste Schritt ist geschafft“, freute er sich – und äußerte sich gleichzeitig erstaunt darüber, dass sein Gegner in Runde zwei der Kandidat der Bürgerliste Bodenwöhr ist. „Ich hätte eher mit Stefan Rauch gerechnet“, sagte Hoffmann gegenüber der Mittelbayerischen. Auf die Stichwahl blickt er mit einer großen Portion Optimismus. „Wir gehen als Führer hinein, das gibt uns einen Bonus“, lautete sein Fazit – und so konnte er sich zusammen mit seiner Frau Antonia, seinen Töchtern Carina und Franziska und seinen Parteifreunden über das Endergebnis freuen.

Das vorläufige Endergebnis der Bürgermeisterwahl

Süß zieht am Ende knapp an Rauch vorbei

Sein Stichwahl-Gegner Hubert Süß hatte dagegen bis zuletzt zittern müssen: Zwar wuchs sein Stimmenanteil immer weiter an, je mehr Wahllokale ausgezählt waren. Als nur noch ein Wahllokal fehlte, lag Süß mit 28,9 Prozent aber immer noch hinter SPD-Mann Rauch, der zu dem Zeitpunkt mit 30,4 Prozent auf Platz zwei rangierte. Aber am Ende zog Süß noch kapp an Rauch vorbei – eine Entwicklung, die bei den gespannten Zuschauern für Aufregung sorgte. „Das war ein Riesenkrimi, ein Wechselbad der Gefühle“, kommentierte der BLB-Kandidat am Ende den Wahlabend.

Stefan Rauch (SPD) verfolgte mit seinen Töchtern die Auszählung. Am Ende musste er sich knapp geschlagen geben. Foto: lc
Stefan Rauch (SPD) verfolgte mit seinen Töchtern die Auszählung. Am Ende musste er sich knapp geschlagen geben. Foto: lc

Als trauriger Verlierer musste Rauch das Rathaus verlassen. Zusammen mit seiner Frau Manuela und seinen Töchtern Lena und Laura hatte er zuvor gebannt die Einspielung der Ergebnisse verfolgt. Dass er zunächst lange auf Platz zwei lag und sich am Ende doch noch geschlagen geben musste, war für ihn eine bittere Pille. „Ich bin enttäuscht darüber, dass in Bodenwöhr eine ruhige, sachliche Politik nicht gewürdigt wird“, sagte er gegenüber der Mittelbayerischen. Ausgerechnet die Vertreter jener beiden Parteien, die in den vergangenen Jahren in der Gemeinde für sehr viel Unruhe gesorgt hätten, hätten nun bei der Bürgermeisterwahl so gut abgeschnitten, wunderte er sich in seinem ersten Statement und zog ein ernüchtertes Fazit: „So ist nun mal Demokratie.“

Am 10. Februar dürfen die Bodenwöhrer Bürger nun erneut den Gang zur Urne antreten und müssen darüber entscheiden, ob künftig mit CSU-Kandidat Hoffmann der derzeitige dritte Bürgermeister Gemeindeoberhaupt werden soll – oder der BLB-Vertreter Süß die Geschicke Bodenwöhrs lenken soll.

Die Wahlbeteiligung lag in Bodenwöhr bei 60 Prozent

Otto Eichinger, geschäftsleitender Beamter im Rathaus, hofft, dass bei der bevorstehenden Stichwahl die Wahlbeteiligung höher ausfällt als beim ersten Wahlgang: Nur 60 Prozent der 3544 Wahlberechtigten haben am Sonntag von ihrem Recht Gebrauch gemacht. Damit war die Wahlbeteiligung diesmal noch etwas niedriger als im Jahr 2014. Damals hatten sich 61,59 Prozent der Wahlberechtigten beteiligt und den damals amtierenden Bürgermeister Richard Stabl (BLB) mit 53,7 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Stabl befindet sich seit 31. Dezember offiziell im Ruhestand.

Der Sieger der Stichwahl kann sich auf eine besonders lange Amtsperiode freuen: Er darf bis 2026 im Rathaus-Chef bleiben und muss sich bei den nächsten bayerischen Kommunalwahlen im Frühjahr 2020 nicht erneut dem Wählervotum stellen.

Alles rund um die Bürgermeisterwahl finden Sie in unserem Spezial.

Die wichtigsten Informationen des Tages direkt auf das Mobilgerät: Mit MZ und WhatsApp bleiben Sie stets auf dem Laufenden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht