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Analyse

Kandidaten wollen SPD-Wähler überzeugen

Georg Hoffmann (CSU) und Hubert Süß (BLB) rechnen sich für die Stichwahl in Bodenwöhr gute Chancen auf den Sieg aus.
von Cornelia Lorenz

Im Pfarrheim in Bodenwöhr zählten die Helfer unter Hochdruck aus. Bei der Stichwahl sind sie erneut gefragt. Foto: lc
Im Pfarrheim in Bodenwöhr zählten die Helfer unter Hochdruck aus. Bei der Stichwahl sind sie erneut gefragt. Foto: lc

Bodenwöhr.Die Bürgermeisterkandidaten haben anstrengende Wochen des Wahlkampfs mit vielen Veranstaltungen und Hausbesuchen hinter sich, doch Zeit zum Verschnaufen bleibt ihnen nicht: Georg Hoffmann (CSU) und Hubert Süß (BLB) müssen in den kommenden Tagen bis zur Stichwahl am 10. Februar vor allem die SPD-Wähler von sich überzeugen, um sich die absolute Mehrheit sichern zu können. Beide Kandidaten haben sich intensiv mit den Wahlergebnissen vom Sonntag auseinandergesetzt und die Zahlen analysiert – und rechnen sich gute Chancen aus, demnächst den Posten des Rathaus-Chefs übernehmen zu können.

Hoffmann will noch einmal Vollgas geben

Georg Hoffmann (CSU) holte im ersten Wahlgang mit 39,7 Prozent die meisten Stimmen. Das empfindet er als Bonus und gute Ausgangslage für die Stichwahl. Foto: lc
Georg Hoffmann (CSU) holte im ersten Wahlgang mit 39,7 Prozent die meisten Stimmen. Das empfindet er als Bonus und gute Ausgangslage für die Stichwahl. Foto: lc

„Attacke Vollgas“ – so formuliert Hoffmann sein Motto für die Zeit bis zur Stichwahl. Mit 39,7 Prozent der Stimmen war er am Sonntag auf Platz eins gelandet. Bei der CSU ist man am Wahlabend noch in die Analyse eingestiegen. „Wir sind alle überrascht vom starken Ergebnis von Hubert Süß, sind aber auf keinen grünen Zweig gekommen, warum das so war“, sagt Hoffmann. Er und seine Parteikollegen hatten aufgrund zahlreicher Rückmeldungen aus der Bevölkerung SPD-Kandidat Stefan Rauch als deutlich stärker eingeschätzt.

So haben die drei Kandidaten abgeschnitten

Die CSU wundert sich über das gute Ergebnis der BLB

Hoffmann vermutet, dass sich Süß dank seiner rhetorischen Fähigkeiten offenbar bei den Bürgern gut habe verkaufen können – was der CSU-Mann erstaunlich findet. Er wirft Süß und der Bürgerliste vor, im Wahlkampf viele Attacken gefahren zu haben und „alles anzugreifen, was rumläuft“. Doch solche Schimpfereien hätten noch nie geholfen, moniert Hoffmann. Er selbst will bis zur Stichwahl an seinem Stil nichts ändern. „Ich bleibe bei meinem sachlich-themenbezogenen Wahlkampf“, sagt er. Die Aktionen der Konkurrenz werde er einfach „über sich ergehen lassen“, lautet sein Plan.

Hubert Süß (BLB, l.) gewann 30,5 Prozent der Stimmen. Am Wahlabend mussten er und seine BLB-Kollegen Frank Wanke (M.) und Alois Feldmeier bis zum Schluss zittern. Foto: lc
Hubert Süß (BLB, l.) gewann 30,5 Prozent der Stimmen. Am Wahlabend mussten er und seine BLB-Kollegen Frank Wanke (M.) und Alois Feldmeier bis zum Schluss zittern. Foto: lc

Auch Hoffmanns Gegenkandidat Hubert Süß und seine Kollegen von der BLB haben sich einige Gedanken zum ersten Wahlgang gemacht. Überrascht und auch ein wenig enttäuscht hat Süß, der am Ende auf 30,5 Prozent kam, die niedrige Wahlbeteiligung von 60,0 Prozent. Gerade im Ortskern, wo es für den neuen Bürgermeister nach Auffassung von Süß besonders viele wichtige Themen zu beackern gibt, hätte er mehr Interesse erwartet.

Süß sieht Berührungspunkte mit der SPD

In die Stichwahl geht er allerdings mit einer großen Portion Optimismus, denn er rechnet sich gute Chancen aus, die SPD-Wähler auf seine Seite zu ziehen. „Ich habe gesehen, dass Stefan Rauch und ich ähnliche Inhalte haben und ähnliche Ansichten darüber, wie das Bürgermeisteramt zu führen ist – uns geht es beiden um eine nachhaltige Entwicklung ohne finanzpolitische Abenteuer“, sagt er. Wenn es ihm gelinge, die SPD-Wähler von sich zu überzeugen, könne er in der Stichwahl eine solide Mehrheit erzielen.

SPD-Kandidat Stefan Rauch und seine Familie mussten am Wahlabend mit ansehen, wie er im Lauf der Auszählung immer weiter abrutschte – und am Ende mit 29,8 Prozent knapp hinter Süß landete. Foto: lc
SPD-Kandidat Stefan Rauch und seine Familie mussten am Wahlabend mit ansehen, wie er im Lauf der Auszählung immer weiter abrutschte – und am Ende mit 29,8 Prozent knapp hinter Süß landete. Foto: lc

Ein Blick auf die nackten Zahlen zeigt derweil, wo die beiden Kandidaten ansetzen können, um neue Wähler zu mobilisieren: Im Wahllokal Neuenschwand beispielsweise hat Stefan Rauch 130 Stimmen geholt und damit Hoffmann mit 117 und Süß mit 52 Stimmen deutlich hinter sich gelassen. Auch in Taxöldern und Erzhäuser lag Rauch zwar hinter Hoffmann, aber auf Platz zwei vor Süß.

Den Wählern an der Haustür nicht lästig werden

Ob die beiden Stichwahl-Kandidaten noch einmal persönlich durch die Gemeinde touren, darüber machen sie sich derzeit noch Gedanken – wobei zumindest der BLB-Kandidat darauf verweist, bereits 150 Stunden in Hausbesuche bei potenziellen Wählern investiert zu haben. Man dürfe es auch nicht übertreiben, um nicht lästig zu werden, ist er überzeugt.

Otto Eichinger, Geschäftsleiter im Rathaus (l.) und zweiter Bürgermeister Albert Krieger (FWG, r.) gaben am Sonntagabend die vorläufigen Endergebnisse der Bürgermeisterwahl bekannt. Foto: lc
Otto Eichinger, Geschäftsleiter im Rathaus (l.) und zweiter Bürgermeister Albert Krieger (FWG, r.) gaben am Sonntagabend die vorläufigen Endergebnisse der Bürgermeisterwahl bekannt. Foto: lc

Am Stichwahltag können sich die Bodenwöhrer Bürger mit Sicherheit wieder auf einen spannenden Wahlabend einstellen. Otto Eichinger, geschäftsleitender Beamter im Rathaus, ist derweil froh, dass beim ersten Wahlgang am Sonntag alles weitgehend reibungslos und im geplanten Zeitfenster funktionierte – obwohl die Gemeinde erstmals mit einer neuen Wahlauswertungssoftware konfrontiert war, die laut Eichinger noch an einigen Kinderkrankheiten leidet. Eigentlich soll die Software bei den Gemeinden erst bei der nächsten Kommunalwahl im Frühjahr 2020 zum Einsatz kommen, doch Bodenwöhr kam nun in den Genuss, sie vorab zu testen. Man habe quasi Versuchskaninchen gespielt, sagt Eichinger schmunzelnd.

Am Tag nach der Stichwahl wird der Wahlausschuss tagen und das Endergebnis feststellen. Der Sieger hat zwei Tage Bedenkzeit und kann dann offiziell sein Amt antreten. Die Vereidigung findet im Gemeinderat statt.

Alles rund um die Bürgermeisterwahl finden Sie in unserem Spezial.

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