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Das Herz der Stadt schlägt heute anders

Gebührenerhöhungen werden auf die lange Bank bis nach der Wahl geschoben. Es wurde viel in die Stadtentwicklung von Maxhütte-Haidhof investiert.
Von Norbert Wanner

  • Die Erschließung der Baugebiete Ost IV und Maxhütte-Mitte wurde in diesem Jahr abgeschlossen.Fotos: bxh

MAXHÜTTE-HAIDHOF.„BIs wollen Bürgerbegehren initiieren“ lautete die letzte Überschrift des Jahres 2013 der Mittelbayerischen Zeitung zum schlagzeilenträchtigsten politischen Thema des zu Ende gehenden Jahres in der Stadt. Eine Idee, die sicher nicht die Schlechteste ist. Für den neuesten Diskussionsschub sorgte eine gemeinsame Sitzung der Stadträte von Maxhütte-Haidhof, Burglengenfeld und Teublitz in der Stadthalle.

Im Oktober gab es dort die Auflösung des Rätsels „Trassenvarianten für eine Städtedreiecksumgehung“. 14 Varianten waren im Auftrag der drei Städte und des Landkreises vom Planungsbüro „Geo.Ver.S.Um“ bewertet worden und das Ergebnis hatte Gutachter Dipl. Geogr. Univ. Horst Pressler zu besagter Sitzung mitgebracht. Nach einem Marathon aus Zahlen und Erläuterungen blieben am Ende des Abends drei Varianten übrig, aus denen die „Vorzugsvariante“ von den politisch Verantwortlichen ausgesucht werden soll.

Wie nicht anders zu erwarten überzeugte die Gegner des Vorhabens, in Maxhütte organisiert in der „BI Alex sagt Nein!“, das Ganze nicht, tangieren doch alle drei Optionen das Gebiet der Eselweiher. Entsprechend sieht man in dem Projekt weiter eine große Gefahr für Natur und Umwelt und ist bereit zum Widerstand. Wie die Bevölkerung der Stadt insgesamt über das angedachte Straßenbauvorhaben denkt, ist bis dato unbekannt. So könnte ein Bürgerbegehren oder Bürgerentscheid mehr Klarheit darüber bringen.

Historischen Ausblick gegeben

Für ähnlich viele Schlagzeilen sorgte ein ganz anderes Thema, das mit einem Geburtstag zu tun hatte. 2013 jährte sich das Datum der Stadterhebung von Maxhütte-Haidhof zum 60. Mal. Zum Festakt in der Stadthalle hatten sich die Organisatoren etwas Besonderes einfallen lassen. Gab es doch vom historischen Augenblick ein Tondokument. „Der Gemeinde Maxhütte im Landkreis Burglengenfeld wird auf Antrag die Bezeichnung Stadt verliehen“, erklang die Stimme des bayerischen Innenministers, Dr. Wilhelm Högner aus den Lautsprechern. Die Dokumente illustrierten auch den Wandel, den die Stadt seit damals erlebt hat. Bei der Feier 1953 war vom „Herzschlag“ der Stadt, dem metallischen Schlagen und Klingen des Walzwerkes die Rede, sprich der Maximilianshütte als Kraftquelle der jungen Stadt. Heute sieht das ganz anders aus. Von den Protagonisten damals hätte wohl keiner vermutet, dass Maxhütte-Haidhof einmal ein begehrter Wohnort für Familien wird und dass viele davon Pendler sind, die in Regensburg ihre Arbeit haben.

Den Beleg dafür lieferte Nummer vier, die der Nummer drei folgte. Nummer drei bestand dabei aus 115 Parzellen, die das Baugebiet Maxhütte-Ost III bilden. Da es keine drei Jahre gedauert hatte, bis sich dort kaum mehr ein freier Fleck fand, wurde Maxhütte-Ost IV aufgelegt und noch gleich das Areal „Maxhütte-Mitte“ dazu mit insgesamt 91 Parzellen. Im April 2013 war die Erschließung der beiden Gebiete abgeschlossen, in der mehr als flotten Zeit von einem Jahr. Seitdem wird fleißig gebaut und die Nachfrage ist so gut, dass das Thema Neubaugebiete zum Dauerbrenner werden könnte, erste Rufe nach einem weiteren großen Baugebiet wurden in den vergangenen Monaten laut.

Einen Sonderpreis eingeheimst

Die Familien, die sich neu ansiedeln, tun das in einer Stadt, der das „Bündnis für Familien im Landkreis Schwandorf“, attestiert hat, dass sie familienfreundlich ist. Im vom Bündnis ausgelobten Wettbewerb gab es den ersten Platz beim Wettbewerb „familienfreundliche Kommune“ und gleichfalls den „Sonderpreis für die innovativste Einzelmaßnahme in einer Kommune“. Letzteren verdiente sich das Mehrgenerationenhaus, das sich im Lauf der Jahre zu einem wichtigen Bestandteil städtischer Infrastruktur auswuchs. An die älteren Mitbürger hingegen richtet sich das Projekt „Max hilft“, das in diesem Jahr aus der Taufe gehoben wurde. Eine bürgerschaftlich engagierte Nachbarschaftshilfe soll bereits bestehende Angebote ergänzen, ein „weicher“ Standortfaktor.

Ein neues Stück Infrastruktur auf dem sich Gehen und Fahren lässt ist hingegen die Bahnhofstraße. Deren Ausbau vom Bahnhof bis zur Einmündung in die Kreisstraße SAD 8 wurde im Sommer abgeschlossen. Die Innenstadt soll mit der neuen Straße entlastet und eine gute Erreichbarkeit des Bahnhofs sichergestellt werden. Rund 1,9 Millionen Euro mussten unter anderem für rund 650 Meter Straße und etwa 1330 Meter Geh- und Radweg ausgegeben werden. Die Förderung wird rund 800 000 Euro betragen.

Das ist viel Geld und am Geld mangelte es in diesem Jahr im Stadtsäckel. Auf den Punkt gebracht hat dies Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank in ihrer Haushaltsrede mit dem Begriff „katastrophale Rahmenbedingungen“ oder anders gesagt: Nicht einmal die Pflichtzuführung in den Vermögenshaushalt wurde erreicht, was die Kritiker unter der Formel „Schulden, um Schulden zu finanzieren“, zusammenfassten. Wegen dieser kritischen Lage hatte man den Haushaltsentwurf mit der Rechtsaufsicht des Landratsamtes abgestimmt und Auflagen bekommen.

Eine davon ist, dass die Gebühren für die Bereiche Wasser- und Abwasserversorgung bis zur Kostendeckung angehoben werden müssen. Tatsächlich befasste sich der Stadtrat im September auch mit dem Thema. Die Entscheidung darüber wurde aber gegen die Stimmen der CSU erst einmal bis nach der Kommunalwahl vertagt.

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