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Infrastruktur

Die Grundschule erhielt eine glatte Eins

Energie-Coach Diplom-Ingenieur Sebastian Zirngibl bewertete die energetische Sanierung von Kindergarten und Schule in Dieterskirchen.
Von Ralf Gohlke

Dipl. Ing. Sebastian Zirngibl informierte über Energiesparen im Haushalt.

Dieterskirchen.. Eine „glatte Eins“ erhielt die energetische Sanierung der Grundschule Dieterskirchen und des Kindergartens von Energie-Coach Dipl. Ing. Sebastian Zirngibl. Lediglich im Beleuchtungsbereich sah er für die kommenden Jahre noch Einsparungsmöglichkeiten, etwa durch vermehrten Einsatz von LED-Leuchtmitteln (LED steht für „Licht-emittierende Diode“). In einem interessanten Vortrag zeigte er viele Möglichkeiten zum Energiesparen im Haushalt auf, vom Heizungsbereich bis hin zum Stromverbrauch. Würden in allen deutschen Haushalten die Energiespar-Potenziale ausgeschöpft, würden nicht nur die Bewohner viel Geld sparen, sondern es könnten auch drei Kernkraftwerke ersatzlos vom Netz genommen werden.

Dieterskirchen gehörte zu den Gemeinden, die 2013 sich um ein von der Bayerischen Staatsregierung ausgeschriebenes „Energie-Coaching“ beworben hatten. Als ausführendes Organ kümmerte sich die „Energie Agentur Ostbayern“ in Person von Sebastian Zirngibl um die VG-Gemeinden. Der Dieterskirchener Gemeinderat verzichtete auf das vierte interne Zusammentreffen zugunsten einer öffentlichen Versammlung zum Thema Energiesparen im „Hexenhäusl“. Bürgermeister Hans Graßl sagte: „Der Besuch zeigt, dass dieses Thema nicht uninteressant ist.“ Sein besonderer Dank richtete sich an die Gemeinderäte Siegfried Roßkopf und Josef Zwack, die das Coaching besonders aktiv begleitet hatten. Nachdem die Schule und der Kindergarten als größte gemeindliche Energieverbraucher sehr gut abgeschnitten haben, gäbe es für die Gemeinde kaum noch weitere Einsparpotenziale. Als wesentlichen Vorteil aller bisherigen Veranstaltungen sah er, dass Sebastian Zirngibl eine rein beratende Tätigkeit ausübe „und nix verkaufen will“.

„Ich habe bei diesem Projekt auch selbst viel gelernt“, erklärte der Referent. Als Beispiel nannte er eine Schule in deren Verwaltung anscheinend niemand der hohe Heizölverbrauch aufgefallen war. Im Rahmen des Coachings stellte sich heraus, dass lediglich ein defekter Fühler für ständige Warmwassererzeugung gesorgt hatte, obwohl nicht einmal Schulbetrieb geherrscht habe. Damit leitete er auch nach einigen generellen Anmerkungen zum Thema Energie und Klimaschutz dazu über, wie wichtig Wartung und Erneuerung für die Einsparpotenziale seien.

Um die im Zeichen der zur Neige gehenden fossilen Brennstoffe und zum Klimaschutz notwendige Energiewende zu bewerkstelligen, stand für ihn die Energieeinsparung und Effizienzsteigerung an erster Stelle aller Möglichkeiten. Zirngibl verdeutlichte dies am Energieverbrauch eines durchschnittlichen Haushalts. Die Kosten entfielen zu 15 Prozent auf den Stromverbrauch und zu 85 Prozent auf die Wärmeerzeugung. Allein für die Heizungsanlage nannte er bis zu einem Alter von mehr als 24 Jahren einen Wirkungsgrad von rund 65 Prozent, 85 Prozent bei zehn bis 24 Jahren und 98 Prozent unter zehn Jahren. Allein defekte Regeleinrichtungen oder falsch eingestellte Brenner erhöhten dabei deutlich den Energieverbrauch. Bei 90 Prozent aller Haushalte im Bundesgebiet sei zum Beispiel noch kein hydraulischer Abgleich im Heizungssystem erfolgt, nur 15 Prozent der Bewohner würden ihn überhaupt kennen nur neun Prozent hätten schon einmal danach gefragt.

„Immer wenn ich im Winter gekippte Fenster sehe, möchte ich dort sofort klingeln“, sagte Zirngibl und rechnete vor, wie viel Heizenergie durch falsches Lüften verloren gehe. Er leitete damit über zur Stromerzeugung. Allein mit der Abwärme der herkömmlichen Kraftwerke ließen sich alle Haushalte pro Jahr doppelt beheizen. Schon beim Kauf neuer Geräte riet er dazu, die Energiespar-Plaketten genau zu beachten. Selbst bei „A zu A+++“ liege eine Verbrauchsdifferenz von bis zu 70 Prozent. Verluste von bis zu 500 kWh pro Jahr fielen durch Geräte im „Stand-by-Modus“ an, die sich allein durch eine Abschaltleiste bis zu 75 Prozent reduzieren ließen.

Nach weiteren Tipps für den Haushalt verblüffte der Referent mit der Feststellung, dass Verbrennungsmotoren im Auto nur einen Wirkungsgrad von 20 Prozent hätten, Elektromobile dagegen 90 Prozent. Sein Fazit lautete: „Wenn jeder für sich eine kleine Energiewende startet, dann haben auch unsere Kinder noch eine schöne Welt.

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