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Dirndlkönigin: Letzte Chance!

Bis 23. Juni können sich Damen ab 16 Jahren noch per E-Mail bei der MZ melden. Kandidatinnen können im modernen Dirndl und in Tracht punkten.
Von Andrea Rieder und Stephanie Thaler

Moderne Farben liegen auch beim Dirndl im Trend, wie Vorjahressiegerin Anja Portner zeigt. Foto: Gabi Schönberger

Schwandorf. In wenigen Tagen ist Einsendeschluss! Wer bei der Wahl der Dirndlkönigin 2012 mitmachen möchte, muss sich also beeilen. Bis Samstag um Mitternacht werden Einsendungen per E-Mail angenommen. Unbedingt enthalten sollte die Bewerbung ein Foto der Kandidatin in ihrem schönsten Trachten- oder Dirndloutfit. Erlaubt ist, was gefällt und zum Typ passt: ob Landhausmode, Minidirndl oder Lederhose. Oder vielleicht trägt die künftige Dirndlkönigin auch ein traditionelles Trachtengewand, wie es zum Beispiel in Trachtenvereinen gepflegt wird? Auch damit können die Kandidatinnen punkten. Die Wahl der Dirndlkönigin schlägt einen Bogen zwischen Tradition und Moderne.

Wo die Grenze zwischen beidem liegt? Eva Maria Keil, Leiterin des Stadtmuseums, und Stefanie Hansmann von Kerstins Landhausmode erklären die Mode von damals und heute. Eines haben beide schon mal gemeinsam: Sowohl das heutige Dirndl als auch die einstige Tracht stehen für ein Zusammengehörigkeitsgefühl und drücken in ihrer Erscheinung den jeweiligen Zeitgeist aus.

Dirndl ist nicht gleich Volkstracht

Moderne Farben, tiefer Ausschnitt, kurze Röcke – all das gehört eindeutig zu den Erscheinungen unserer Zeit, die mit dem Ursprung nicht mehr viel gemein haben. Auch wenn die Kleidung früher auch bunt war, sind Veränderungen gar nichts Ungewöhnliches. „Tracht unterlag schon immer einem Wandel, und Überliefertes wurde fortgeschrieben“, sagt Museumsleiterin Eva Maria Keil, auch wenn die Volkskundlerin persönlich nicht viel mit der neuen Mode anfangen kann. Sie zieht eine klare Trennlinie zwischen alter Volkstracht und heutigem Dirndl, benutzt auch nicht den Begriff „Dirndl“. Wenn Besucher des Museums nach Dirndln fragen, bietet sie an, ihnen die oberpfälzische Frauentracht zu zeigen.

Vor gut 100 Jahren sah die Festtagstracht nämlich ganz anders aus. Die Röcke mussten auf jeden Fall die Knie bedecken und eine Dirndlbluse mit Ausschnitt hätte es damals auch nie gegeben. Sowieso waren Blusen bei der oberpfälzischen Tracht, sofern sich diese überhaupt an einigen Merkmalen festmachen lässt, eher selten vertreten. Stattdessen gab es das „Röckerl“, ein Oberteil aus edlem Stoff, häufig mit wattierten „Schinkenärmeln“. Schnürungen wie bei den heutigen Dirndln sind an dem Trachtengewand im Schwandorfer Stadtmuseum ebenfalls nicht zu finden.

„An der damaligen Tracht konnte man das Alter, den Familienstand und manchmal sogar die Konfession ablesen“, erzählt die Museumsleiterin. Zum Beispiel: Je älter die Frau, desto dunkler das Gewand. Verheiratete Frauen hätten außerdem immer eine Kopfbedeckung, ein Tuch oder eine Haube, getragen. Und bei den Herren? Kurze Lederhosen, wie bei der Gebirgstracht, seien untypisch für unsere Region. Stattdessen sei die Kniebundhose stark vertreten gewesen. Und buntkarierte Hemden? Die gehörten natürlich auch zu den Erscheinungen unserer modernen Zeit. Eine dunkle Weste und ein Gehrock rundeten dagegen das Outfit der damaligen Zeit ab.

Ein Blick auf die Trachtenoutfits, wie sie heutzutage auf jedem Volksfest zu finden sind, zeigt: Die heutige Trachtenmode ist stark an die neuesten Modetrends angelehnt und verändert sich von Jahr zu Jahr. Zu Altbewährtem kommt Neues dazu, das weiß auch Stefanie Hansmann, Geschäftsführerin von Kerstins Landhausmode.

Neuer Trend: das Loverli

Natürlich gebe es klassische Farben wie Rot oder Grün, aber zusätzlich eben auch die neuesten Trendfarben. Die Auswahl an Stoffmustern und Accessoires erweitert sich ebenfalls rasant. Neuester Renner: das Loverli, ein schmuckes Band für die Fesseln. „Man denkt sich eben immer etwas Neues aus“, sagt Hausmann. Immer mehr komme auch die Lederhose bei den Damen. Kombiniert mit farbigen Blusen und peppigen Accessoires, liegen sie bei den Kunden von Kerstins Landhausmode voll im Trend.

Mit der traditionellen Volkstracht haben bunte Accessoires wie das Loverli oder eine Kette in Lebkuchenherzoptik wie auch die Lederhose für die Damen freilich nichts mehr zu tun. Für Stefanie Hausmann gibt es aber dennoch traditionelle Konstanten in der heutigen Trachtenmode: zum Beispiel den typischen Dirndlschnitt, die Schürze oder die Dirndlbluse.

Bei der Wahl zur Dirndlkönigin ist alles gefragt, ganz nach dem Geschmack der Kandidatinnen – ob traditionell, schlicht oder knallig bunt und topmodern. Nachdem eine Jury eine Vorauswahl von 20 Bewerberinnen getroffen hat, entscheiden dann die Leser, welche Kandidatin und welcher Typ zur Dirndlkönigin 2012 gekürt wird.

Auf die Siegerin wartet ein Einkaufsgutschein von Kerstins Landhausmode. Für 500 Euro kann sie sich dort komplett neu einkleiden. Die Entscheidung, wer Dirndlkönigin wird, fällt Ende Juli bei einem Ehrenabend in der Hufschmiede in Schwandorf.

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