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Doppelter Sturm aufs Nittenauer Rathaus

Der Rathausschlüssel ist weg. Zweimal hintereinander musste Bürgermeister Karl Bley kapitulieren. Seit Montag regieren in Nittenau die Narren.
Von Agnes Feuerer

  • Der Sicherheitsdienst der Rummlfelser würde auch in Nittenau verschiedene Objekte beschützen.
  • Karl Bley übergibt den Schlüssel an Prinzessin Alexandra II. von der Allotria Nittenau. Fotos: Feuerer

Nittenau.Gleich zweimal innerhalb einer Stunde musste der Nittenauer Rathauschef am Rosenmontag den Schlüssel für das Amtsgebäude abgeben. Bereits um 10 Uhr war die Faschingsgesellschaft D’Rummlfelser aus Fischbach eingetroffen und stürmte das Rathaus. Die Gardemädchen bekamen den Auftrag, den Bürgermeister aus seinem Amtszimmer abzuholen. Gegen so viel Charme hatte Bürgermeister Karl Bley keine Chance und ging bereitwillig mit ins Foyer. Dort wurde er vom Präsidenten, den Elferräten, den Prinzenpaaren und den Garden erwartet. Präsidenten Stefan Modes forderte die Herausgabe des Rathausschlüssels, aber Karl Bley rückte ihn nicht so ohne Weiteres heraus. Zuerst wollte er wissen: „Was Ihr mir habt zu sagen, gibt es viele Rügen, Fragen oder gar Klagen? Wie geht es weiter mit dem Schreiner-Haus, ich schlage vor, wir machen einen Rummlfelser Faschingstempl draus“, dichtete der Bürgermeister. Damit hatte er wohl einen wunden Punkt getroffen, wie die Antwort der Rummlfelser vermuten ließ.

Man wolle auch den „Raubirln“, welche in Fischbach ihr Unwesen treiben und aus Übermut Lampen zerstören und Scheiben einwerfen, etwas entgegensetzten. Deshalb habe man eine Bürgerwehr gegründet, die bei Bedarf auch in Nittenau aushelfen würde. Dann musste Bürgermeister Bley aber endgültig den Rathausschlüssel an Prinzessin Sabine I. übergeben. Anschließend zeigten noch die Garde sowie die Kinder- und die Jugendgarde ihre Tänze und auch die Prinzenwalzer der beiden Prinzenpaare durften nicht fehlen. Abschließend bat der Präsident zwei Gardemädchen, Jakob Rester zu holen, damit er ihm einen Orden überreichen konnte.

Bereits kurz nach 11 Uhr machte die Faschingsgesellschaft Allotria aus Nittenau ihre Aufwartung. Wieder wurde der Bürgermeister von den Gardemädchen aus seinen Amtsräumen geholt. Allotria-Präsidenten Josef Süß hatte ebenfalls fast alle Elferräte, die beiden Prinzenpaare sowie die Garde und die Kindergarde mit dabei. Süß stellte fest, dass der Hofball und der Faschingszug super gewesen seien und bedankte sich beim Bürgermeister für die Unterstützung. Hofmarschall Rupert Seebauer stellte die Prizenpaare vor. Diese richteten dann ein paar Worte an das anwesende Narrenvolk. Auch die Allotria wurde von Bürgermeister Bley in Gedichtform willkommen geheißen: „Wird doch die Rathaus-Verantwortung übernommen. Dann bin ich alle Sorgen los, das freut mich ganz famos. Dann hat Euer Präsident das Sagen und kann alle Projekte wagen.“ Gegen ein Bussi von der Prinzessin gab er dann den Rathausschlüssel ein weiteres Mal ab.

Auch die Garden der Allotria zeigten anschließend ihre Gardetänze, wobei die „Große Garde“ mit nur fünf Tänzerinnen auskommen musste, weil alle anderen keinen Urlaub bekommen hatten. In diesem Jahr bekamen alle Angestellten der Stadtverwaltung einen Orden von der Allotria, „weil alle so fleißig gewesen sind“. Mit einer Polonaise holten sich die Narren dann noch Appetit auf Sekt und Krapfen.

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