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Aus Schicksal zum rettenden Helfer

Matthias Eichinger ist in dritter Generation beim BRK tätig und investiert dort seine Freizeit. Aus einem einfachen Grund.
Von Alex Huber

Matthias Eichinger ist beim BRK voll und ganz in seinem Element und lässt sich deshalb auch von niemanden davon abbringen.
Matthias Eichinger ist beim BRK voll und ganz in seinem Element und lässt sich deshalb auch von niemanden davon abbringen. Foto: Huber

Schwandorf. Für seine Motivation kennt er viele Gründe, doch einer davon überwiegt ganz besonders: „Ich tue einfach gerne Gutes und helfe anderen.“ Bereits seit 13 Jahren engagiert sich Matthias Eichinger ehrenamtlich für das Bayerische Rote Kreuz (BRK) in Schwandorf und investiert dabei nicht nur den Großteil seiner Freizeit sondern auch viel Kraft. Erst kürzlich war er auch bei der Bombenentschärfung in Augsburg tätig. Der Weg des heute 32-Jährigen schien dabei vorbestimmt, denn: Eichinger trat in die Fußstapfen seiner Eltern und seines Großvaters.

In dritter Generation führt er somit die Tradition seiner Familie fort. „Mein Großvater war 1949 Kolonnenführer. Damals hieß das BRK noch Sanitätskolonne“, erinnert sich Eichinger und lächelt. „Mein Vater hat aber nicht solch eine Karriere eingeschlagen. Der ist ganz normaler Sanitäter und noch immer beim BRK“, verrät der 32-Jährige weiter.

Seit acht Jahren Bereitschaftsleiter

Er selbst fand seinen Weg zur führenden Rettungsorganisation in Bayern bereits vor 14 Jahren. „Bei mir hat eines zum anderen geführt. Ich habe hier mein Praktikum gemacht und bin so zum Ehrenamt und zu meiner Ausbildung als Bürokaufmann gekommen“, blickt Eichinger zurück. „Ich glaube, das war bei mir so eine Art Schicksal.“ Mittlerweile ist er seit acht Jahren Bereitschaftsleiter und will auch 2017 wieder zu den dann anstehenden Wahlen antreten. „Ich würde das gerne für weitere vier Jahre machen“, erzählt er.

Wenn er über seine Aufgaben und Tätigkeiten beim BRK spricht, ist ihm seine Begeisterung deutlich anzusehen. „Bei uns gibt es so einen Satz: Es ist leichter andere zu begeistern, wenn man selbst begeistert ist“, sagt Eichinger. Und genau das trifft auch auf ihn selbst zu.

Von der Planung von Sanitätsdiensten und Einsätzen über die Organisation von Fortbildungen und die Planung von verschiedenen Freizeitprogrammen – Eichinger packt da an, wo er gebraucht wird und kann sich dabei auf die bedingungslose Unterstützung seiner ehrenamtlichen Kollegen verlassen: „Nur, weil ich in einer Führungsposition bin, heißt das nicht, dass ich alles alleine mache. Wichtig ist das Team, denn wir sind nur gemeinsam stark.“

Wöchentlich investiert er dafür viele Stunden seiner Freizeit – seiner Leidenschaft tut das jedoch keinen Abbruch: „Vom Arbeitsaufwand kann man das mit einem mittelständischen Unternehmen vergleichen. Es ist wie in einer kleinen Firma. Bei uns bekommt aber niemand Geld, sondern jeder macht das nur, weil es ihm Spaß macht. Ich schätze die Arbeit, man kommt mit vielen Leuten zusammen.“

Zweifel an seinem großen Engagement hatte Eichinger zwar ohnehin noch nie, doch diese wären spätestens nach einem ganz besonderen Erlebnis verschwunden gewesen.

„Wir hatten einmal einen Brandeinsatz in der Lindenstraße. Ein älteres Ehepaar hat dabei innerhalb kürzester Zeit alles verloren“, blickt er zurück. „Die beiden haben daraufhin zwei Tage bei uns im BRK gelebt und da man sich gesichtsweise noch kennt, danken sie uns noch immer, wenn wir uns über den Weg laufen“, erzählt der 32-Jährige weiter. „Da habe ich gemerkt, dass ich beim BRK richtig bin. Es ist schön, dass man etwas zurückbekommt und man nicht vergessen wird.“

„Mein Fußball ist das BRK“

Viel Zeit bleibt Eichinger neben seinem Ehrenamt nicht. Seine Freunde hätten ihn deshalb bereits oftmals darauf angesprochen, wieso er sich das überhaupt Tag für Tag antun würde – und der 32-Jährige hatte darauf stets eine passende Anwort: „Ich habe sie dann immer darauf hingewiesen, dass sie ja auch beispielsweise Fußballspielen oder andere Hobbys betreiben würden. Und mein Fußball ist eben das BRK.“

Organisationen im Landkreis

  • Freiwillige Feuerwehr:

    Insgesamt gibt es im Landkreis 160 Freiwillige Feuerwehren. Rund 6000 ehrenamtliche Retter rückten im vergangenen Jahr zu knapp 3500 unterschiedlichen Einsätzen aus und sorgten mit ihrem Engagement für Sicherheit.

  • Technisches Hilfswerk:

    Im Landkreis Schwandorf ist das THW mit vier Ortsverbänden vertreten. Rund 60 Aktive, eine Gruppe von 25 Jugendlichen und einige Alt- und Reservehelfer rücken dabei allein im Ortsverband Schwandorf aus.

  • Johanniter:

    Die Johanniter im Landkreis teilen sich in die zwei Ortsverbände Schwandorf und Schwarzenfeld sowie den Ableger in Trisching auf. Dabei engagieren sich knapp 150 Helfer in verschiedenen Bereichen, die umfangreicher Fortbildungen bedürfen.

  • Bayerisches Rotes Kreuz:

    Das BRK ist im Landkreis Schwandorf in allen größeren Kommunen vertreten. Insgesamt verteilen sich die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer auf sieben verschiedene Rettungswachen, von denen das BRK ausrückt.

  • Wasser- und Bergwacht:

    Das Bayerische Rote Kreuz in Landkreis Schwandorf beinhaltet auch die einzelnen Wasserwachten, bei denen ehrenamtliche Retter für schnelle Hilfe sorgen. Seit 1982 besteht zudem die Bergwacht Schönseer Land mit 25 Aktiven.

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