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Polizei

Feuer unter Brücke war Brandstiftung

Der Brand zweier Heuwagen an der Nordumgehung geht weder auf einen technischen Defekt noch auf Selbstentzündung zurück.
Von Hubert Heinzl

Bei dem Brand wurde die Brücke schwer beschädigt. Foto: FW Schwandorf/Mösbauer
Bei dem Brand wurde die Brücke schwer beschädigt. Foto: FW Schwandorf/Mösbauer

Schwandorf.Der folgenschwere Brand zweier Heuwagen an einem Brückenbauwerk der Schwandorfer Nordumgehung ist nach Angaben der Polizei auf – fahrlässige oder vorsätzliche – Brandstiftung zurückzuführen. Das erklärte Albert Brück, Pressesprecher am Polizeipräsidium Regensburg, auf Anfrage der Mittelbayerischen. Nach einer weiteren Untersuchung durch einen Spezialisten des Landeskriminalamts können „eine technische Ursache oder Selbstentzündung des Heus ausgeschlossen werden“.

Wie berichtet, hatten zwei landwirtschaftliche Anhänger mit Heu, die ein Landwirt berechtigterweise unter dem Brückenbauwerk abgestellt hatte, am späten Dienstagabend Feuer gefangen. Den Feuerwehren aus Schwandorf und Krondorf gelang es zusammen mit dem THW Schwandorf zwar schon nach einer guten Stunde, den Brand zu bekämpfen.

Durch Hitze schwer beschädigt

Doch durch die Hitzeeinwirkung wurde die an dieser Stelle nur etwa sechs Meter hohe Brücke schwer beschädigt, und die Nordumgehung musste für den gesamten Verkehr gesperrt werden, weil die Tragfähigkeit des Stahlbetons nicht mehr gewährleistet war. Ein Großteil des überregionalen Schwerverkehrs donnerte daraufhin durch Schwandorf.

Sehen Sie hier unsere Grafik zum gesperrten Teilstück der B 85:

Am Donnerstag Vormittag richteten Mitarbeiter des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach Umleitungsstrecken über Schwarzenfeld ein, so dass sich die Verkehrssituation spürbar entspannte. Zurzeit wird der Verkehr aus Richtung Amberg an der Grünwaldkreuzung Richtung Schwarzenfeld und Nabburg und anschließend auf die Autobahn A 93 umgeleitet und kann von dort Richtung Cham oder Regensburg abfließen. Wer in der Gegenrichtung nach Amberg fahren will, sollte bis auf weiteres den Weg über die Kreisstraße SAD 22 und Schwarzenfeld wählen.

Bei einer Stichprobe an der Grünwald-Kreuzung zeigte sich: Die neue Umleitung wird von der Mehrzahl der Lkw-Fahrer beachtet. Eine Situation wie auf unserem Bild vom Donnerstag Vormittag war eher die Ausnahme. Foto: Heinzl
Bei einer Stichprobe an der Grünwald-Kreuzung zeigte sich: Die neue Umleitung wird von der Mehrzahl der Lkw-Fahrer beachtet. Eine Situation wie auf unserem Bild vom Donnerstag Vormittag war eher die Ausnahme. Foto: Heinzl

Eine Stichprobe der Mittelbayerischen an den beiden neuralgischen Punkten bestätigte, dass die neue Verkehrsführung zu wirken beginnt. An der Grünwaldkreuzung folgten in dem Zeitraum etwa zwei Drittel der Lkw-Fahrer der Umleitung; und von der Autobahnanschlussstelle Schwandorf-Nord bog immerhin noch die Hälfte nicht nach Schwandorf ab, sondern Richtung Schwarzenfeld. Das deckt sich mit dem Eindruck der Stadt, die laut stellvertretender Pressesprecherin Maria Schuierer mit der aktuellen Entwicklung zufrieden ist. „Die Lösung funktioniert gut; das hat das Ordnungsamt nach ein paar Runden durch die Stadt bestätigt“, sagte sie auf Nachfrage der Mittelbayerischen.

Durch die Sperrung kommt es zu Beeinträchtigungen. In unserem Video erklären wir die Umleitungen:

Schwandorfer Nordumgehung ist gesperrt

Dieter Jäger, Sachgebietsleiter Verkehr bei der Polizeiinspektion Schwandorf, weiß natürlich, dass sich nicht gleich alle Lkw-Fahrer an die Umleitungen halten, zumal die Sofortmaßnahme des Staatlichen Bauamts in die meisten digitalen Wegweiser noch gar nicht aufgenommen ist. Außerdem gebe es natürlich auch einen gezielten Lieferverkehr in die Große Kreisstadt. Jäger setzt auf einen zunehmenden Lerneffekt und eine verbesserte Ausschilderung. Nach seinen Worten wurden bereits „richtige Schilder“ in Auftrag gegeben, die die jetzigen Provisorien ersetzen sollen.

Weitere Gespräche laufen

Weil die Sanierung des Brückenbauwerks an der Nordumgehung noch Monate dauern wird, streben Polizei, Verkehrsexperten und Behörden eine noch großräumigere Lösung an. Dazu fand am Donnerstag Nachmittag ein Gespräch mit einem Vertreter der Autobahndirektion Nordbayern statt. „Wir bemühen uns um eine weiträumige Umfahrung über das „Autobahnkreuz Oberpfalz“, so der Leiter des Staatlichen Bauamts, Henner Wasmuth.

Zum Geduldsspiel dürfte die Fahrt in die Stadt in den nächsten Tagen vor allem für die Fronberger werden.

Die Ampelanlage in der Fronberger Straße
Die Ampelanlage in der Fronberger Straße

Denn zu allem Überfluss hat es direkt beim Ortseingang Risse in einer Abwasser-Druckleitung gegeben. Nach Angaben der Stadt musste der betroffene Bereich für den Schwerlastverkehr gesperrt werden, „um zu vermeiden, dass durch den Druck der Fahrzeuge das austretende Wasser den Hang aufweicht“. Die Durchfahrt vorbei an der Baustelle wird seit Donnerstag mit einer Ampel geregelt. „Für die Dauer der Reparaturmaßnahmen ist etwa eine Woche angesetzt. Es wird versucht, den Schaden so bald wie möglich zu beheben“, versichert Sprecherin Maria Schuierer.

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Polizei sucht Zeugen

  • Zeugenaufruf:

    Nach wie vor sind Verkehrsteilnehmer oder Passanten, die sachdienliche Hinweise geben können, dringend aufgerufen, sich mit der Kriminalpolizei Amberg unter der Rufnummer 09621/890-0 in Verbindung zu setzen. Außerdem werden weiter Hinweise zu Personen erbeten, die sich in den Abendstunden „üblicherweise im Bereich der Unterführung aufhalten“, so die Polizei.

  • Brandstiftung:

    Vorsätzliche oder auch fahrlässige Brandstiftung (etwa durch eine unachtsam weggeworfene Zigarettenkippe) sind jetzt in den Fokus der Brandexperten bei der Polizei gerückt. (hh)

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