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Einsatzkräfte

Fünf Quereinsteiger im Feuerwehrdienst

Die FFW Meßnerskreith bietet eine spezielle Ausbildung für Erwachsene an. Die Vereinbarkeit mit dem Privaten hat Priorität.

Die Ausbilder Ramona Wier und Daniel Brunner mit den Teilnehmern Marina Matthes, Eckhard Janke, Christina Lehner, Tobias Luft, Christian Hurny und den Kommandanten Julian Philipp und Helmut Huber (von links)  Foto: Julian Philipp
Die Ausbilder Ramona Wier und Daniel Brunner mit den Teilnehmern Marina Matthes, Eckhard Janke, Christina Lehner, Tobias Luft, Christian Hurny und den Kommandanten Julian Philipp und Helmut Huber (von links) Foto: Julian Philipp

Maxhütte-Haidhof.Die Freiwillige Feuerwehr Meßnerskreith hat dank ihrer Quereinsteiger-Kampagne nun fünf neue aktive Mitglieder. Die Wehr hat mit der Kampagne einen Weg beschritten, den bisher nur wenige Feuerwehren eingeschlagen haben. Und das bereits zum zweiten Mal: Schon in früheren Jahren traten einige Quereinsteiger bei der FFW Meßnerskreith in den Dienst.

Das Ziel der Quereinsteiger-Kampagne ist die Vereinbarkeit einer ehrenamtlichen Tätigkeit bei der Feuerwehr mit Beruf, Familie, Eigenheim und anderen Hobbys. Denn die Verantwortlichen bei der FFW Meßnerskreith wissen: „Alles unter einen Hut zu bringen scheint auf den ersten Blick, in einer sich ändernden Gesellschaft, immer schwieriger zu werden.“ Während es früher viele heimische Gewerbe- und Handwerksbetriebe gegeben habe, die Feuerwehrdienstleistende zu Einsätzen freistellten, pendeln heute viele Arbeitnehmer in die großen Städte. Eine schlechte Verfügbarkeit der Einsatzkräfte, gerade unter Tag, wird immer mehr zum Problem für die Feuerwehren. Zudem schrumpfe generell die Bereitschaft fürs Ehrenamt.

Die Inhalte der Ausbildung werden zum Großteil eigenverantwortlich abgearbeitet, aber natürlich sind auch gemeinsame Übungen erforderlich. Foto: Julian Philipp
Die Inhalte der Ausbildung werden zum Großteil eigenverantwortlich abgearbeitet, aber natürlich sind auch gemeinsame Übungen erforderlich. Foto: Julian Philipp

Die Führung der Feuerwehr Meßnerskreith um Kommandant Helmut Huber und seinen Stellvertreter Julian Philipp hat Gegenmaßnahmen eingeleitet. Gemeinsam mit Daniel Brunner, Fachbereichsleiter Ausbildung und Lehrkraft an der Staatlichen Feuerwehrschule Regensburg, haben sie ein Konzept auf Quereinsteiger zugeschnitten. Bisher wurde das Augenmerk vor allem auf das Heranführen von Jugendlichen an den aktiven Feuerwehrdienst gelegt.

Hohe Fluktuation bei der Jugend

Die Arbeit der Jugendgruppe der Feuerwehr Meßnerskreith läuft selbstverständlich ebenfalls weiter. Die zwei Jugendwartinnen Bianca Blasche und Ramona Wier bieten ihren beiden Jugendgruppen nicht nur feuerwehrtechnisch ein lehrreiches Programm. Es werden auch regelmäßig Ausflüge oder Sport angeboten, kürzlich fand ein Zeltlager statt. „Dennoch muss man objektiv betrachtet eine hohe Fluktuation der Jugendlichen feststellen“, heißt es in einer Mitteilung der FFW Meßnerskreith. Sehr oft habe dies auch nichts mit dem Wollen eines Einzelnen zu tun. „Die Karriere verschlägt oftmals junge Aktive weg von der Feuerwehr und der Heimat“, so Julian Philipp.

Stimmen zum Quereinsteiger-Projekt

  • KBM Markus Dechant:

    „Gerade heutzutage muss man alle und vor allem neue Wege beschreiten, um den Personalmangel bei den Freiwilligen Feuerwehren entgegen zu wirken.“ Erwähnenswert ist für den Kreisbrandmeister KBM Land 2/4 der bedeutende Mehraufwand für die Verantwortlichen und Ausbilder bei der Quereinsteiger-Ausbildung. Durch die örtlichen Gegebenheiten und die Tagesverfügbarkeit ist die Feuerwehr Meßnerskreith laut Dechant im Städtedreieck eine tragende Säule des Brandschutzes.

  • Quereinsteigerin Marina Matthes:

    Die Töchter von Hebamme Marina Matthes sind seit der Gründung bei der Kinderfeuerwehr in Meßnerskreith dabei. Über den Elternabend wurde Marina Matthes, wohnhaft im Neubaugebiet Ost III, auf das Quereinsteiger-Programm für die Erwachsenen aufmerksam. „Ich bin eine komplette Quereinsteigerin. Prima finde ich an diesem Programm, dass man durch die begleiteten Onlinekurse die Theorie von zu Hause lernen kann. Je nach Dienstplan bin ich auch tagsüber verfügbar.“

Die Werbephase für das Quereinsteiger-Programm begann im September 2018. Vorwiegend setzte die Wehr auf Online-Werbung, zudem wurden potenzielle Kandidaten auch direkt angesprochen. Beim Verteilen der Jahresmagazine habe man in den vergangenen Jahren bereits erste interessante Kontakte knüpfen können, so Helmut Huber. Auch über die im vergangenen Jahr gegründete Kinderfeuerwehr „Meßnerskreither Löschbande“ seien einige Interessenten, gerade aus den Neubaugebieten, gefunden worden. Die Feuerwehrführung hat zudem alle Abgänger aus den vergangenen Jahren ermittelt. Sie wurden dann von einem vertrauten Aktiven auf eine erneute Dienstzeit angesprochen. So fand die FFW Meßnerskreith zehn weitere potentielle Kandidaten, die zur Kick-off-Veranstaltung am 1. Oktober eingeladen wurden. An diesem Abend konnte Kommandant Helmut Huber elf Interessierte begrüßen. Sechs von ihnen waren neue Gesichter, fünf waren ehemalige Aktive.

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❌ EINSATZ ❌ ⏰ Sonntag, 16.06. - 12:45 "Verkehrsabsicherung“ Stadtgebiet Mit Unterstützung der vier weiteren Stadtfeuerwehren sicherten wir den Festzug des BV Meßnerskreith ab. Entlang der Wegstrecke mussten 27 Absperrposten gestellt werden. Unsere Einsatzleitung koordinierte den Einsatz mit dem Mehrzweckfahrzeug am Eingang zum Festgelände. Das Löschgruppenfahrzeug sicherte mit weiteren Fußposten den Umzug. Der Einsatz ist für uns nach rund 2,5 Stunden beendet. Danke an die BRK Bereitschaft Maxhütte-Haidhof für die gute Zusammenarbeit! #Feuerwehr #Meßnerskreith #Maxhütte #Notfall #Einsatz #Städtedreieck #die5ausMaxhütteHaidhof #Festzug #Burschenverein #Verkehrsabsicherung #rundumdieuhr #Bayern #Schwandorf #Ehrenamt Bericht & Fotos: (c) Feuerwehr Meßnerskreith

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Im eigens gestrickten Ausbildungskonzept für Quereinsteiger wird insbesondere auf die Vereinbarkeit mit dem Privatleben geachtet. Doch wie geht man sowas an? Die klassische Feuerwehr Grundausbildung, die Modulare Truppausbildung, kurz MTA, findet im Landkreis Schwandorf vorwiegend zentral in den jeweiligen Kreisbrandmeisterbezirken statt. Die Inhalte der 110 Unterrichtseinheiten werden in rund 15 Abendterminen vermittelt, dazu kommen vier volle Samstage. Für Jugendfeuerwehrler, meist Schüler, sind diese Termine in der Regel gut machbar. Doch für Erwachsene, die im Beruf stehen oder in der Familienbetreuung eingespannt sind, sind diese Termine und Zeiten oft schlecht wahrzunehmen. Die 110 Unterrichtseinheiten des Basismoduls sind auch beim Quereinsteiger-Konzept angesetzt. Allerdings im sogenannten „blended learning“, ein Lernmodell, bei dem das computergestützte Lernen über das Internet und spezielle Apps mit einem klassischen Unterricht kombiniert wird.

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Viele Inhalte wurden so bei freier Zeiteinteilung eigenverantwortlich von jedem Quereinsteiger abgearbeitet. Auch praktische Inhalte wie das Üben von Feuerwehrknoten und -stichen konnte zu Hause durchgeführt werden. Monatlich fanden sogenannte Präsenzveranstaltungen zur Zusammenfassung statt. Auch das Wiederholen des Gelernten stand dabei im Fokus.

Ab dem Frühjahr 2019 ging es dann schwerpunktmäßig an die praktischen Themen. Auch dabei stand immer im Fokus, möglichst viele Inhalte selbstständig zu erledigen. Auch an den regulären Übungen der Feuerwehr haben die Quereinsteiger teilgenommen und so die aktiven Kameraden kennengelernt, erklärt Daniel Brunner.

Fünf „Queries“ als Verstärkung

Von den anfänglich elf Interessenten begannen sieben, davon sechs Quereinsteiger, die Grundausbildung. Ein Kandidat musste wegen eines Wohnortwechsels, ein weiterer aufgrund beruflicher Veränderungen abbrechen. Fünf Kandidaten bestanden mittlerweile die Zwischenprüfung der Modularen Truppausbildung.

Mit dieser bestandenen Zwischenprüfung beginnt nun der Ausbildungs- und Übungsdienst. Nach rund zwei Jahren und dem Abarbeiten vorher genannter Inhalte und Stunden geht es dann in die Abschlussprüfung. Auch zu Einsätzen dürfen die Quereinsteiger bereits mit ausrücken. Unter den „Queris“, wie sie liebevoll von ihren Kameraden genannt werden, sind ein Schichtarbeiter, eine Selbstständige und zwei Angestellte bei örtlichen Firmen. „Die Tagesalarmsicherheit konnte dadurch enorm gestärkt werden. Wir haben rund zehn Prozent Zuwachs zu unserer bisherigen aktiven Mannschaft bekommen“, erklärt Helmut Huber.

Es laufen bereits erste Überlegungen, in naher Zukunft wieder ein Quereinsteiger-Programm zu starten. Interessierte dürfen sich gerne schon jetzt an die Feuerwehr Meßnerskreith wenden. Jeden Dienstag ist ab 19 das Feuerwehrgerätehaus im Pfaltermühlweg 4 in Maxhütte-Haidhof besetzt.

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