mz_logo

Schwandorf
Freitag, 21. September 2018 25° 3

Wasserverkauf

„Für uns in keiner Weise lukrativ“

Der Verkauf von Wasser an den geplanten Getränkeabfüllbetrieb an der A 93 wurde abgelehnt. Die Edeka-Vertreter konnten die Stadträte nicht überzeugen.
Von Norbert Wanner

Der Stadtrat in Maxhütte-Haidhof hat den Verkauf von Trinkwasser an einen von Edeka geplante Abfüllanlage in Teublitz abgelehnt. Foto: Oliver Berg/dpa

Maxhütte-Haidhof. „Nein“ lautete die Entscheidung des Stadtrats zu einem Wasserliefervertrag an den in Teublitz geplanten Getränkeabfüllbetrieb (die MZ berichtete). Vorausgegangen war in der nichtöffentlichen Sitzung ein Vortrag von zwei Edeka-Verantwortlichen, die die Mitglieder des Gremiums über das Projekt informierten und Fragen beantworteten.

Zu denen, die eine Wasserlieferung anschließend ablehnten, gehörte die Mehrheit der SPD-Fraktion. Sprecher Franz Brunner sagte der MZ: „Wasser ist unser höchstes Gut und das geben wir nicht aus der Hand.“ Bei der Entscheidung habe man zudem berücksichtigt, dass nicht nur 250 000 Kubikmeter Wasser jährlich aus Maxhütte geliefert werden sollen. Es stehe insgesamt eine Million Kubikmeter im Raum. Keiner wisse, welche Auswirkungen ein so großer Wasserverbrauch auf lange Zeit mit sich bringe.

Brunner ergänzte, dass die SPD-Fraktion das gesamte Projekt ablehne. Zwar lasse sich das wohl nicht verhindern, weil die Nachbarstadt Teublitz die Planungshoheit habe, „doch wo immer Maxhütte Bedenken vorbringen kann, wird die SPD das tun.“ Zum geplanten Interkommunalen Gewerbegebiet stellte Brunner fest: „Was den Teil Maxhütte betrifft, warten wir immer noch auf Antworten“ zu den aufgeworfenen Fragen, die durch Gutachten und Fachstellen ausstehen.

Vortrag „eine Werbeveranstaltung“

„Von vornherein war klar, dass wir gegen einen Wasserliefervertrag stimmen werden“, sagte UWM-Sprecher Rudolf Seidl. Der Vortrag der Edeka-Vertreter habe gezeigt, dass der Verkauf von größeren Mengen Wasser selbiges für die Bürger nicht günstiger mache, wie das CSU-Sprecher Josef Stadlbauer gesagt hatte. Die Firma würde eine komplette Infrastruktur inklusive eigener Leitungen aufbauen, um die städtischen Quellen in Hagenau anzuzapfen. Seidl: „Die zahlen dabei nicht den Preis, den unsere Bürger zahlen – eine Lieferung von Wasser ist für uns in keiner Weise lukrativ.“ Die Beteiligung an einem Interkommunalen Gewerbegebiet sei daher aus UWM-Sicht überflüssig.

Ein Nein gab es auch von SBM-Stadtrat Lothar Schieber und den Freien Wählern. Schieber sagte, es sei unklar geblieben, was ein Vertrag wirklich gebracht hätte. „Aus meiner Sicht war der Vortrag der Verantwortlichen eine reine Werbeveranstaltung.“ FW-Fraktionssprecher Ludwig Duscher stellte fest: „Wasser ist ein Grundnahrungsmittel für die Bürger unserer Stadt, dass in der Stadt bleiben soll.“ Noch dazu sei bis zuletzt offen geblieben, zu welchen Preis das Wasser verkauft hätte werden können. „Fragen dazu wurden nicht beantwortet.“

Plädoyer für den Wasserverkauf

Für einen Vertrag hatte sich die CSU im Stadtrat ausgesprochen. „Wasser ist ein Wirtschaftsgut, das man auch verkaufen kann“, sagte CSU-Sprecher Josef Stadlbauer. „Wir haben Wasser in mehr als ausreichender Mange in der Stadt.“ Allein der Brunnen Hagenau könne pro Jahr bis zu eine Million Kubikmeter Wasser fördern, rechnete er. Der Gesamtbedarf der Stadt liege derzeit bei rund 450 000 Kubikmeter. „Aber da fördern auch noch die Brunnen Rappenbügl und Hoferlberg mit.“ Ende der 80er und Anfang der 90er-Jahre „hatten wir so viel Wasser, dass wir das nach Regenstauf liefern konnten“. Risiko gebe es auch deshalb keines, weil die Entscheidung ob und wie viel Wasser verkauft werden könne, beim Wasserwirtschaftsamt liege.

Stadlbauer stellte fest: „Ich sehe es nicht als sinnvoll an, dass große Mengen Wasser aus Regensburg in Leitungen an Maxhütte vorbeifließen werden.“ Der Vertrag hätte Einnahmen ermöglicht, die die Stadt zur Aufrechterhaltung der eigenen Infrastruktur dringend benötigt hätte. Für Maxhütte sei der Zug zum Interkommunalen Gewerbegebiet „ohnehin abgefahren. Teublitz braucht keinen Partner der nur Schwierigkeiten bereitet.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht