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Infrastruktur

Gebäude für Asylbewerber umbauen

Vertreter von fast 30 Behörden Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und der Firma Buchbinder trafen sich, um den Kasernenumbau in Neunburg zu besprechen.
Von Ralf Gohlke

  • Das ehemalige Stabsgebäude (rechts) und die beiden Sanitätsgebäude sollen bis zum Jahresende bedarfsgerecht umgebaut werden. Fotos: Buchbinder
  • So, wie hier in Tirschenreuth, könnten die Wohnräume einmal aussehen.

Neunburg..„Ich bin sehr froh, dass wir die Gespräche so rechtzeitig führen“, betonte Oberregierungsrätin Monika von Jaduczynski von der Regierung der Oberpfalz und dort zuständig für die Flüchtlingsbetreuung. Fast 30 Vertreter von Ämtern, Behörden, Wohlfahrtsverbänden, beiden Kirchen, Schulen und Vereinen waren am Dienstag der Einladung der Stadt Neunburg zu einem Gespräch zur künftigen Asylbewerber-Situation in der Pfalzgrafenstadt in den Gasthof Sporrer gefolgt.

Ziel war es laut Bürgermeister Martin Birner, „ein Netzwerk an Unterstützern“ aufzubauen. Er erinnerte in dem Zusammenhang an die täglichen Bilder des Leides aus Kriegsgebieten, von dem vor allem auch viele Familien betroffen seien. Das Recht auf Asyl sei nicht nur im Grundgesetz verankert, sondern es erfordere auch rein menschlich, Verantwortung zu übernehmen. Das hieße aber auch, Ängste der Bevölkerung ernst zu nehmen. In dem Zusammenhang zog er eine positive Bilanz im Umgang mit den Asylbewerber-Familien in Kemnath. Zudem berichtete er über die Besichtigung einer Asylbewerber-Unterkunft in Tirschenreuth.

Monika von Jaduczynski informierte darüber, dass es derzeit in Bayern rund 30 000 neue Asylbewerber gebe, von den 3000 auf die Oberpfalz entfielen. Davon sei fast jede Gemeinde betroffen. Bei Wohneinheiten ab 50 Personen stelle die Regierung eigenes Personal zur ständigen Betreuung. Deshalb sei sie auch sehr froh über das Angebot der Firma Buchbinder. In der ehemaligen Kaserne werde eine „ganz normale Wohnsituation – ohne Zaun“ geschaffen. Aus welchen Ländern die Asylbewerber kommen werden, ließe sich derzeit nicht sagen, der Schwerpunkt liege momentan bei Syriern.

Wolfgang Reiner, Geschäftsführer des Caritas-Kreisverbandes Schwandorf, bot an, dass der Sozialverband Asylbewerber in Alltagsbelangen unterstütze. „Die Gespräche sind immer Einzelfälle“, betonte er und bedauerte zugleich, dass der Einsatz von Dolmetschern nicht erstattet werde. Als positive Erfahrung stellte er heraus: „Die Leute helfen sich zu 90 Prozent auch untereinander.“

Was die Sprache betrifft, ist die Freiwilligen-Agentur im Landkreis Schwandorf auf der Suche nach „Sprachpaten“, die sich ehrenamtlich einmal pro Woche für eine Familie engagieren und Deutschkenntnisse in der Praxis vermitteln, zum Beispiel beim Einkaufen oder dem Erklären von Feiertagen. Außer Deutsch als Muttersprache und Interesse an fremden Kulturen seien keine Vorkenntnisse nötig, sagte Doris Dürr.

Mit Spannung erwartet wurde der Beitrag des Buchbinder-Betriebsleiters Klaus Götze. Er stellte zunächst fest, das Unternehmen habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und es seien viele Gespräche im Vorfeld geführt worden. Eine gelungene Umsetzung sei schließlich eine Frage des Images, nicht nur für die Firma, sondern auch die Region, die Stadt und deren Bevölkerung. Er ließ keinen Zweifel daran, dass auch ihn der Besuch in Tirschenreuth „tief beeindruckt“ habe. Anhand einer Präsentation erläuterte er die geplanten Umbauarbeiten in den drei vorgesehenen Gebäuden. Dazu gehört die komplette Neugestaltung der Sanitär- und WC-Anlagen genauso wie die Einrichtung von Gemeinschaftsküchen und Räumen für die Mitarbeiter der Regierung. Der Zugang werde völlig offen gehalten, nachdem der Betriebszugang an das ehemalige „Panzertor“ verlagert worden ist. Die Ausschreibung und der Baubeginn sollen erfolgen, sobald das Nutzungsänderungsverfahren durch den Stadtrat eingleitet wurde. Götze rechnete mit der Fertigstellung „bis Ende des Jahres“ und versprach „Modellcharakter“. Für Monika von Jaduczynski hieß das, dass es nach der Möblierung frühestens im Februar erste Einweisungen geben könnte. Darüber hinaus wurden weitere Themen erörtert, die noch zu vertiefen sind.

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