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Die Vogelseuche hält die Helfer auf Trab

Immer mehr Kadaver werden gemeldet. Nicht alle sind mit H 5 infiziert. Geflügelzüchter fürchten um die Zukunft ihres Hobbys.

  • Ein Feuerwehrmann nahm am Montag an der Naab bei Krondorf den Kadaver einer Taube auf.Foto: Willfurth
  • Mit einem Banner wiesen Unbekannte in der Nacht zum Montag auf mögliche Ursachen der Epidemie hin.Screenshot: Baumgarten

Schwandorf.Eine Graugans bei Premberg, zwei Schwäne bei Dachelhofen und Naabeck, eine Taube am Naabufer im Stadtteil Krondorf, ein Kadaver in Rauberweiherhaus – die Meldungen über verendete Vögel rissen am Montag nicht ab. „Das heißt aber nicht, dass alle toten Vögel auch mit dem Virus H 5 infiziert waren“, stellte Hans Prechtl, Sprecher des Landratsamts, fest. Bislang seien keine weiteren Verdachtsfälle registriert worden. „Aber wir sind nicht so blauäugig zu glauben, dass es das schon war mit der Vogelgrippe“, so Prechtl.

Sämtliche im Landkreis aufgefundene Kadaver würden durch das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen untersucht. Das habe dazu geführt, dass am Montag die Kapazität der Gefriertruhen im Veterinäramt an ihre Grenze gelangten. Aus allen Ecken des Landkreises lieferten Polizei oder Feuerwehr Vogelkadaver ab.

Das vom Landratsamt eingerichtete Bürgertelefon sei „sehr frequentiert“. Aufmerksame Bürger meldeten tote Vögel oder informierten sich über die Quarantänebestimmungen für ihre gefiederten Lieblinge. Richard Merl tun nicht nur die eingesperrten Vögel Leid. Er fürchtet auch um die Zukunft einer traditionsreichen Freizeitbeschäftigung, seines geliebten Hobbys, der Geflügelzucht: „Wenn das so weitergeht, dann werden viele in zwei, drei Jahren aufgeben“, prophezeit der Vorsitzende des Geflügelzuchtvereins Schwandorf.

Seit Ende November dürfen die Vereinsmitglieder ihre Vögel nicht mehr ins Freie lassen. Ausstellungen und Märkte wurden abgeblasen, und auch wenn die Schwandorfer Züchter ihre große Ausstellung im Naabparkhaus gerade noch vor dem Verbot abhalten konnten, sieht Merl die Entwicklung in seinem Hobby „nicht positiv“. Züchter wollten ihre Tiere artgerecht halten, züchten und ausstellen“. Alles derzeit nicht möglich.

Nicht dass Merl kein Verständnis für Schutzmaßnahmen hätte. Aufstallungspflicht und Kontrolle der Legetätigkeit, Letzteres ein mögliches Warnzeichen, nehme man auf sich – auch wenn es manchmal die Falschen tröfen. Tauben etwa seien nicht für den Grippevirus anfällig. Unter den Züchterkollegen sei auch umstritten, ob Keulungsaktionen wie im Naturpark Höllohe sinnvoll seien. „Das größte Problem sind doch frei fliegenden Vögel. Warum lässt man die nicht bejagen?“, frage man sich in Züchterkreisen. „Das ist doch viel effektiver als die eingesperrten Tiere zu töten“, sagt Merl. Die Feuerwehren greifen sofort ein, wenn ein Vogelkadaver gemeldet wird. Fehlalarme sind dabei nicht ausgeschlossen, wie ein Helfer der Feuerwehr Krondorf sagte, der am Montag zusammen mit vier Kolleg(inn)en am Naabufer unterwegs war, um einen toten Vogel einzusammeln. Nach längerer Suche wurde man fündig: Es handelte sich um eine Taube.

Strenge Regeln

  • Abgeschottet:

    Nach dem Ausbruch der Vogelgrippe an vier Orten im Landkreis haben die Behörden im Umkreis von drei Kilometern rund um den Fundort infizierter Tiere einen Sperrbezirk eingerichtet. Die Fundorte waren der Tierpark Höllohe und ein benachbartes Areal, der Schwandorfer Ortsteil Krondorf und Nittenau. Dort gelten besonders strenge Regeln für Geflügelhalter, die vom Veterinäramt stichprobenartig kontrolliert werden. Außerdem sind dort serologische und virologische Untersuchungen des Geflügelbestands vorgeschrieben.

  • Unter Beobachtung:

    In einem Umkreis von zehn Kilometer herrschen außerdem die Regeln eines Beobachtungsbezirks. Näheres ist auf der Homepage des Landkreises Schwandorf nachzulesen. Das Landratsamt hat ein Bürgertelefon eingerichtet, an das sich Bürger bei Funden von Vogelkadavern oder auch Nachfragen wenden können: (0 94 31) 471-146. (fu)

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