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Höllohe öffnet schon dieses Wochenende

Der Förderverein für den beliebten Wild- und Freizeitpark in Teublitz zog Bilanz und sieht große Aufgaben auf sich zukommen.
Von Werner Artmann

Kerzen und handgemalte Schilder als Erinnerung an die früheren Bewohner stehen am Eingang.
Kerzen und handgemalte Schilder als Erinnerung an die früheren Bewohner stehen am Eingang. Foto: Artmann

Teublitz. Die Vogelgrippe hat in den Tätigkeitsberichten bei der Jahresversammlung des Fördervereins Höllohe im Mittelpunkt gestanden. Auf den neuesten Stand gebracht wurden die mehr als 50 Teilnehmer im Landgasthof Hintermeier in Münchshofen von Alexandra Schertle, Veterinärin beim Landratsamt in Schwandorf. Schon an diesem Wochenende soll der Wild- und Freizeitpark in Teublitz für die Öffentlichkeit wieder zugängig sein. Vorerst aber wegen Umbau- und Abbrucharbeiten nur an den Wochenenden, wie es in einer Pressemitteilung hieß.

Fördervereinsvorsitzender Rudi Hintermeier erinnerte im Rückblick, dass der Vorstand seit der letzten Jahresversammlung sechsmal tagte. Das Verwaltungssystem für Mitglieder sei auf einen modernen Stand gebracht worden. Der Vorsitzende erinnerte an die verschiedenen Veranstaltungen im vergangenen Jahr, darunter die Enthüllung des Gedenksteins für Gründungsvorstand Werner Kraml. Der Verein habe derzeit 590 Mitglieder, die sich in 230 Einzel-, 350 Familien- und zehn Betriebsmitgliedschaften aufteilen. Künftig sollen bei Familienmitgliedschaften die Personen zum Mitgliederstand dazu gezählt werden.

Spendenkonto eingerichtet

Als Neuerung und Investition erinnerte Hintermeier an die Sanierung des Storchengeheges mit dem Einbau einer neuen Glasscheibe für den Weiherblick. Die Klärung geschehe auf natürlichem Wege, was zwei leistungsfähige Pumpen nötig machte. Dadurch sei jedoch eine neue Attraktion in Form eines Bachlaufes zum Höllohe-Weiher, an dessen Ufer sich viel Leben ansiedeln sollte, entstanden. Als „gnadenlosen Schicksalschlag“ ging der Vorsitzende auf die Geflügelpest und die beiden toten Waschbären ein. Der Wiederaufbau des Vogelbestandes nach der Keulung wird laut Hintermeier auch den Verein sehr fordern. Das Geld sei aber gut angelegt, weil Gehege entstehen, die allen Anforderungen an moderne Tierhaltung erfüllten. Der Verein habe ein Spendenkonto für den Tierpark-Aufbau eingerichtet.

Im Zentrum der Versammlung des Höllohe-Fördervereins stand das Referat von Amtstierärztin Alexandra Schertle. Die Fachfrau vom Veterinäramt am Schwandorfer Landratsamt erläuterte die Vogelgrippe-Lage in Europa (Fälle in 26 Ländern), Deutschland und Bayern sowie die Virusvarianten. Die Seuche sei vermutlich über Russland aus Zentralasien eingewandert. In Deutschland zähle man 700 Vogelgrippe-Fälle bei Wildvögeln (47 verschiedene Arten, vor allem jedoch Wasservögel und Aasfresser) sowie in aktuell 54 Hausgeflügelbeständen und auch in 15 Tierparks festgestellt.

340 Fälle sind in Bayern erwiesen

In Bayern gab laut Schertle bisher neun Ausbrüche bei Hausgeflügel und in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln, quer durch alle sieben Regierungsbezirke. 1840 Wildvögel seien untersucht worden – bei gut 340 ergab sich daraus der Vogelgrippe-Nachweis. Derzeit und auch weiter bestehe ein hohes Eintragsrisiko für Geflügelhaltungen. Schertle betonte, dass dies auf Basis gesetzlicher Bestimmungen umgesetzt würde. Darunter fallen Aufstallungspflicht, Ausstellungsverbot sowie zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen vor allem für Hausgeflügelhaltungen.

Laut der Veterinärin werden die Fallzahlen in Bayern laufend beobachtet und bewertet. Erst beim signifikanten Rückgang könne man eine Anpassung der Schutzmaßnahmen vornehmen. Vorbeugung und Schutz gegen die Vogelgrippe seien auch in Zukunft eine Daueraufgabe. „Nach der Geflügelpest ist vor der Geflügelpest“, sagte Alexandra Schertle sehr deutlich. Vom Ausbruch der Geflügelpest seien in der Höllohe alle Volieren betroffen gewesen, was eine Ausnahmeregelung für einzelne Vogelgruppen verhinderte.

Bei Neubau ist viel zu beachten

Die neuen Volieren sollten in Einzellage und mit räumlichen Abständen zueinander gebaut werden. Für jede sei ein Versorgungsgang, gesonderter Futterraum sowie abwasch- und desinfizierbare Wand- und Bodenbeläge nötig. Das beachteten die Planer. Wichtig sei auch, die Zahl der Vogelarten zu beschränken, die Volieren für Wassergeflügel am See nicht zu nutzen und die Fütterung der Wildvögel strikt von den Volieren zu gestalten.

Grußworte übermittelte Landrat Thomas Ebeling, der dem Höllohe-Verein für sein Engagement dankte. Der Neuaufbau der Höllohe sei auch für den Landkreis eine große Herausforderung. Die Planungen seien beim Landratsamt bereits eingeleitet; die Kosten würden mitgetragen. Bürgermeisterin Maria Steger zeigte sich überzeugt, dass der Naturpark wieder wird, wie er war: „Treffpunkt für Jung und Alt!“

Programm und Spenden

  • Eröffnung:

    Große Osteraktion mit Pflanzung der Rotfichte (Baum des Jahres 2017) am 9. April und Ausstellung „Rund um die Natur“ im Aufseherhaus.

  • Feste:

    Im Juni ist das Hollerfest, am 2. September das Weinfest und tags darauf das Höllohefest mit Gartlertreffen. Tagesfahrt nach Hohenfels (21. Mai), Erntedank OGV (8. Oktober), Weihnacht mit Tieren ( 26. Dezember).

  • Zuwendungen:

    Spenden für den Aufbau des Tierbestands können auf Konto DE59 7505 1040 0760 0926 50 der Sparkasse Schwandorf gezahlt werden.

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