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Infrastruktur

Alte Bahnbrücke: Der Abriss ist erfolgt

Die Steine der alten Brücke in Erzhäuser werden im Bauhof gelagert. Die neue Konstruktion soll bis Ende April 2019 stehen.
Von Randolf Alesch

Denkt man sich den Bagger und die Baugitter weg, könnte man meinen, dass der Fliegerangriff zum Ende des 2. Weltkrieges erst gestern erfolgt sei.
Denkt man sich den Bagger und die Baugitter weg, könnte man meinen, dass der Fliegerangriff zum Ende des 2. Weltkrieges erst gestern erfolgt sei.

Bodenwöhr.Vor über einer Woche wurde im Rahmen der laufenden Dorferneuerung mit dem Abriss der alten Bahnbrücke in Erzhäuser begonnen. Nachdem das Geländer, das auch für die neue Brücke verwendet werden soll, abgebaut worden war, wurde zuerst mit einem Bagger die vor rund 18 Jahren gefertigte Betonstabilisierung auf beiden Seiten der Brücke entfernt.

Danach wurde jeder einzelne Stein der Brücke durch den Bagger mit einem großen Meisel vom Brückenbauwerk abgetrennt. Damit die Steine und auch die Straße durch die Bauarbeiten nicht allzu sehr in Mitleidenschaft gezogen werden, wurde über die Straße ein „weiches Sandbett“ gelegt, in das die Steine fielen. Die Steine der alten Brücke werden im Bauhof gelagert und können dann bei Bedarf für andere Zwecke der Dorferneuerung wieder genutzt werden.

Im Augenblick macht das Brückenfragment im dichten Nebel einen etwas traurigen Eindruck. Denkt man sich den Bagger und die Baugitter weg, könnte man im Wissen um den Angriff zweier alliierter Jagdbomber am 17. April 1945 auf das „Bockerl“, nur 100 Meter von der Brücke entfernt, fast den Eindruck gewinnen, dass der Angriff erst gestern erfolgte und die Brücke ebenfalls vom Bombenhagel getroffen und zerstört wurde. Bei der neuen Brücke handelt es sich um eine Stahlkonstruktion, die eine Durchgangshöhe von 4,20 Metern (bisher 2,80 Meter) aufweist.

Die neue Brücke

  • Pfeiler:

    Gestützt wird das ganze Bauwerk durch schräge Seitenpfeiler mit Fundamentierung.

  • Breite:

    Die Fahrbahnbreite wird zusammen mit den Randstreifen von bisher 4,50 Metern auf insgesamt sechs Meter ausgeweitet.

  • Platten:

    Als Fahrbahn über die Brücke sind Fertigteilplatten geplant, die asphaltiert werden sollen.

Die erste Kostenberechnung ergab eine Summe von rund 200 000 Euro, von denen das Amt für ländliche Entwicklung (ALE) 64 Prozent und die Gemeinde Bodenwöhr 34 Prozent übernehmen. Eine notwendige Standsicherheitsprüfung ergab dann, dass unter anderem eine Nachbesserung der Gründung erforderlich sei und mehr Stahl benötigt werde, wodurch sich die Kosten auf 260 000 Euro erhöhten.

Das Ergebnis der Ausschreibung im Sommer brachte dann Ernüchterung und verdeutlichte die angespannte Lage am Bau. Von zehn angeschriebenen Firmen gaben nur vier ein Angebot ab, wobei das günstigste bei rund 400 000 Euro lag. Die deutlich höheren Kosten machten eine erneute Beratung im Bodenwöhrer Gemeinderat notwendig, damit die Mehrkosten auch durch die Kommune mitgetragen werden. Der Gemeinderat stimmte der Kostensteigerung zu. Den Auftrag, die alte Brücke abzureißen und die neue zu erstellen, erhielt die Firma Strabag. Die Fertigstellung ist für Ende April 2019 geplant.

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