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Kriminalstatistik

Einbruchsserie trübt die gute Bilanz

Der positiven Sicherheitslage im Städtedreieck stehen Fälle gegenüber, die 2016 in ganz Deutschland Schlagzeilen machten.
Von André Baumgarten

Einen konzertierten Schlag gegen Einbruchs- und Rauschgiftkriminalität nahm die Polizei 2016 in Burglengenfeld vor.
Einen konzertierten Schlag gegen Einbruchs- und Rauschgiftkriminalität nahm die Polizei 2016 in Burglengenfeld vor. Foto: Baumgarten

Burglengenfeld. Zehn Monate ist die schreckliche Bluttat in der Imigstraße in Maxhütte-Haidhof her. Für die Tötung seiner Ex-Lebensgefährtin (59) wird sich der heute 45-jährige mutmaßliche Täter wohl wegen Mordes vor Gericht verantworten müssen – die Anklage steht kurz bevor. Seit er nach seiner spektakulären Flucht bei Thanstein festgenommen wurde, sitzt der Verdächtige in U-Haft. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Dr. Thomas Strohmeier unserem Medienhaus.

In der Kriminalstatistik der Polizei findet der Fall keine Erwähnung – da die Ermittlungen dazu noch laufen, wie Polizeihauptkommissar Markus Schmitt betonte. „Die Sicherheitslage ist gut“, bestätigte der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Burglengenfeld im Sicherheitsgespräch den drei Bürgermeistern im Städtedreieck. Dem deutlichen Rückgang bei Gewaltdelikten auf der einen Seite stand im vergangenen Jahr ein erheblicher Zuwachs aller Straftaten um 11,9 Prozent von 991 (2915) auf 1109 Fälle.

Nach Festnahmen „ist Ruhe“

Im Zehn-Jahres-Vergleich läge die PI jedoch „in der Norm“. Zwei „sehr sehr gute Jahre“ (2014/15) sowie „eine Riesenserie bei Einbrüchen“ – allein 150 Fälle – seien die Gründe für den Anstieg. Die Kripo hatte dazu die Ermittlungsgruppe „Rip“ gegründet, bei der ein Beamter der Burglengenfelder Polizei mitarbeitete. Nachdem mehrere Tatverdächtige in Haft gingen, „ist faktisch Ruhe eingekehrt“, betonte Schmitt mit Verweis auf eine großangelegte Razzia im September in einigen Objekten in Burglengenfeld.

Die Zahl der Einbrüche stieg im vergangenen Jahr deutlich an.
Die Zahl der Einbrüche stieg im vergangenen Jahr deutlich an. Symbolfoto: Robert Schlesinger/dpa

In Zahlen: Von 236 auf 414 Diebstähle stiegen vor allem schwere Fälle (plus 157 Prozent) erheblich; am deutlichsten in Burglengenfeld (94 Taten mehr auf 224) vor Teublitz (von 39 auf 76) und Maxhütte-Haidhof (69 auf 114). Nicht zufrieden war Schmitt mit der Aufklärungsquote – die sank von 69,1 in 2015 auf 60,5 Prozent unter den Oberpfalz- und Bayerntrend. Wobei die Vielzahl von Diebstählen auch hierbei ausschlaggebend sei. Der Tatnachweis sei ohne Geständnisse nicht einfach. „Man muss jede einzelne Tat nachweisen“, erläuterte der Polizei-Vizechef. Dazu stünden aber kriminaltechnische Untersuchungen aus.

Im Interview erklärt Polizei-Vizechef Markus Schmitt unserem Medienhaus, wie sich Polizisten auf Einsätze wie in der Maxhütter Imigstraße vorbereiten und ob so etwas je Alltag wird:

Lesen Sie bitte hier weiter ...

Die Gewaltkriminalität, vor allem dabei die gefährlichen Körperverletzungen, sank im vergangenen Jahr laut Statistik spürbar um 43 Prozent auf 26 Fälle. Schwerpunkte gebe es aber: Allein 12 Taten gehen auf eine Straße in Burglengenfeld zurück; sieben weitere Fälle auf eine Adresse in Maxhütte-Haidhof. Gestiegen ist nur die Zahl der Raubdelikte – von einem Fall 2015 auf vier. Schmitt begründete das mit Beschaffungskriminalität: Die Verdächtigen stammten bis auf einen Fall alle aus dem Drogenmilieu.

Eine Vielzahl von Fahrraddiebstähle verzeichnet die Polizei und will mit Schwerpunktkontrollen reagieren.
Eine Vielzahl von Fahrraddiebstähle verzeichnet die Polizei und will mit Schwerpunktkontrollen reagieren. Symbolfoto: Friso Gentsch/dpa

Die Vielzahl von Fahrraddiebstählen (58 Fälle; 2015: 25) sowie Autoaufbrüchen (von 22 auf 53 Taten) führte im aktuellen Sicherheitsbericht für das Jahr 2016 allerdings zu einem Anstieg von fast 41 Prozent bei der Straßenkriminalität. Das größte Plus von 77 auf 133 Fällen war in Burglengenfeld zu verzeichnen, Maxhütte-Haidhof legte um neun auf 50 Taten, während in Teublitz die Zahl bei 41 unverändert blieb. Wobei auch hierbei die Diebstahlsserie eine Rolle spielte, wie Schmitt betonte. In Straßenkriminalität erfasst seien außerdem auch Sachbeschädigungen durch Graffitis.

Region keine Drogen-“Hochburg“

Bei Rauschgiftkriminalität ging die Zahl erfasster Taten zwar um 13 Prozent nach unten – beispiellos dürfte allerdings der Fund von sieben Kilogramm Drogen (die Hälfte Haschisch, die Hälfte Marihuana) im Wert von rund 70 000 Euro im September 2016 gewesen sein – laut Polizeipräsidium „mit Abstand der größte Fund der Polizei in den vergangenen Jahren in der Oberpfalz“. Schmitt betonte dazu am Donnerstag: „Wir sind keine Hochburg, aber eben auch keine Insel der Glückseeligen.“ Die Zahlen auf diesem Gebiet seien im Durchschnitt.

Der wohl spektakulärste Fall 2016 war ein Tötungsdelikt in der Imigstraße in Maxhütte-Haidhof. Der Täter flüchtete zunächst, konnte aber nach einer Verfolgungsjagd gefasst werden. Sehen Sie hier das Video dazu:

Der heute 45-jährige mutmaßliche Täter wird sich bald vor Gericht verantworten müssen. Video: Baumgarten

Immer wenige Straftäter begehen offenbar immer mehr Taten – als auffällig bezeichnete der Polizei-Vizechef die Zahl der Verdächtigen im vergangenen Jahr: Auf 518 Personen konzentrierten sich die Ermittler 2016; im Jahr zuvor waren das noch 725. Der größte Teil davon sind übrigens Männer, wenngleich 2016 der Anteil von Frauen auf fast ein Drittel anstieg. Weniger als zehn Prozent sind Kinder und Jugendliche; Heranwachsenden (18 bis 21 Jahre) liegen hier bei rund 17 Prozent.

Eine zufriedene Bilanz gezogen

Die drei Bürgermeister im Städtedreieck bekamen bei der Polizei die Zahlen aus erster Hand.
Die drei Bürgermeister im Städtedreieck bekamen bei der Polizei die Zahlen aus erster Hand. Foto: ba

Wichtigstes Indiz für eine gute Sicherheitslage ist laut Markus Schmitt die „Häufigkeitszahl“. Bei den Straftaten pro 1000 Einwohner liege Teublitz mit 24 vorn, gefolgt von Maxhütte-Haidhof (30) und Burglengenfeld (46). Stellvertretend für die Kolleginnen Maria Steger und Dr. Susanne Plank aus den Nachbarstädten dankte Bürgermeister Thomas Gesche der Polizei für die „sehr sehr gute“ Arbeit. „Bei den wichtigen Kategorien haben wir sogar Rückgänge“, sagte er. „Das zeigt grundsätzlich, dass das Städtedreieck eine sehr sichere Region ist.“

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