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Verein

100 Jahre Dienst für die Bienen

Zum Jubiläum der Imker finden mehrere Veranstaltungen statt. Die Feierlichkeiten beginnen am Sonntag mit dem Sommerfest.
Von Josef Schaller

Bienenhaltung ist ein interessantes, vielseitiges, aber auch zeitaufwendiges Hobby. Foto: Michael Schöberl
Bienenhaltung ist ein interessantes, vielseitiges, aber auch zeitaufwendiges Hobby. Foto: Michael Schöberl

Burglengenfeld.Der Imkerverein Burglengenfeld/Maxhütte-Haidhof ist heuer 100 Jahre alt geworden. Die Auftaktveranstaltung der Jubiläums-Feierlichkeiten wird am Sonntag im Rahmen des traditionellen Sommerfests beim Vereinsheim auf dem Karlsberg stattfinden.

Die Veranstaltung zieht jedes Jahr viele Besucher an, besonders Familien und Naturfreunde, die bei schönem Wetter diesen Anlass gerne mit einer kleinen Wanderung verbinden und den Karlsberg zu Fuß erobern. Das Fest beginnt um 10 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst, der von den Pfarrern Silke Tröbs und Franz Baumgartner zelebriert wird.

Schutz der Bienen ist Thema

Am 15. September veranstaltet der Verein in der Stadthalle Maxhütte-Haidhof die diesjährige Verbandstagung der Bayerischen Imkervereinigung. Ein Vortrag des Zoologen und Neurobiologen und Leiters des neurobiologischen Instituts der Freien Universität Berlin zum Thema „Wie die Intelligenz der Bienen durch Pflanzenschutzmittel gestört wird“ steht am 16. September beim „Mutter-Erde-Tag“ auf dem Programm. Weiter ist im Rahmen dieser ganztägigen Veranstaltung auch eine Podiumsdiskussion zum Thema „Pestizideinsatz und Naturschutz“ vorgesehen. Ein Ehrenabend in der Stadthalle Burglengenfeld bildet am 20. Oktober den Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten.

Eine richtige Blumenwiese gibt es kaum noch. Dabei wäre sie so wichtig, Bienen und Insekten finden hier wertvolle Nahrung. Foto: Michael Schöberl
Eine richtige Blumenwiese gibt es kaum noch. Dabei wäre sie so wichtig, Bienen und Insekten finden hier wertvolle Nahrung. Foto: Michael Schöberl

Am 3. März 1918 war der „Bienenzuchtverein Burglengenfeld und Umgebung“ gegründet worden. Hauptlehrer Johann Huber aus Burglengenfeld wurde zum ersten Vorsitzenden des Vereins gewählt. Die Anfangsjahre waren schwierig. Von den 29 Gründungsmitgliedern waren zehn Jahre später nur noch neun übrig. Als Ursache für den Mitgliederschwund wird vor allem der Abgang von auswärtigen Bienenzüchtern genannt, nachdem steuerfreier Zucker nicht mehr zum Einsatz kam. Bis 1930 war die Mitgliederzahl wieder auf 17 angewachsen.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges richtete im April 1946 der neu gewählte Vorsitzende Michael Scharner an den Landrat ein Gesuch auf Weiterbestehen des Vereins. Erst knapp zwei Jahre später erteilte das Landratsamt Burglengenfeld die Vereinsgenehmigung. Zum 75. Jubiläum 1993 zählte der Verein 59 Mitglieder und 790 Bienenvölker.

Nachdem am 1. Januar 1996 die beiden Imkervereine aus Burglengenfeld und Maxhütte-Haidhof fusionierten, wurde auch der Name des neuen Vereins geändert: Aus dem „Imkerverein Burglengenfeld und Umgebung“ wurde der „Imkerverein Burglengenfeld/Maxhütte-Haidhof“. Aktuell hat der Verein 304 Mitglieder, davon 153 aktive, die im Jahr 2017 insgesamt 835 Bienenvölker betreuten.

„Der Burglengenfelder Verein ist einer der Leistungsträger im Verband“, sagte Edmund Hochmuth aus Maxhütte-Haidhof, Verbandsvorsitzender des Bayerischen Imkerverbandes, im Gespräch mit der MZ. „Er ist einer der mitgliederstärksten in ganz Bayern.“

Der Vorsitzende Michael Schöberl setzt eine sogenannte Bienenflucht. Das erleichtert die Honigernte. Foto: Georg Bayerl
Der Vorsitzende Michael Schöberl setzt eine sogenannte Bienenflucht. Das erleichtert die Honigernte. Foto: Georg Bayerl

Die Biene ist ein wichtiges Nutztier. Ihre Bestäubungsleistung ist mitverantwortlich für gute Ernten und ökologische Artenvielfalt. Das Bezirksamt Burglengenfeld hielt am 7. Februar 1928 im Amtsblatt dazu an, die Bevölkerung darüber zu belehren, dass die Weidekätzchen zur Ernährung der Bienen „außerordentlich wichtig und notwendig“ seien und es deshalb unzulässig sei, die Kätzchen in größeren Mengen abzuschneiden“. Da hatten die Oberen aber wohl eher den Honigertrag im Visier als den Schutz der Biene.

Gefahren für die Bienen

Erst mit der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft, dem damit verbundenen Verschwinden von Blühflächen, Hecken und Stauden und somit auch dem Verlust von Trachtflächen ist das Bewusstsein über die Bedeutung der Honigbiene gewachsen.

Auch die Globalisierung blieb nicht ohne Folgen. Immer mehr Schädlinge wurden importiert. Die Völkerverluste stiegen an. Rund 30 Prozent der Völker schaffen es nicht mehr, durch den Winter zu kommen, so der Vorsitzende. Die einseitige Tracht, veränderte Witterungseinflüsse, Umweltverschmutzungen und Krankheiten haben ebenso einen negativen Einfluss auf die Gesundheit der Bienen. „Es ist ein Cocktail aus Veränderungen, der die Bienen bedroht“, so der Verbandsvorsitzende des BIV.

Imkern ist ein anspruchsvolles Hobby

  • Blüten:

    Eine richtige Blumenwiese gibt es kaum noch. Dabei wäre sie so wichtig, Bienen und Insekten finden hier wertvolle Nahrung. Erst im April hat Vorsitzender Michael Schöberl mit seiner Aktion „Blühstreifen als Ersatz für Feldraine“ Zeichen gesetzt.

  • Prüfung:

    Hier wird eine Bienenwabe nach Weiselzellen von Königinnen durchsucht. Man erkennt sie an der Größe der Zellen. Dadurch soll vermieden werden, dass unerwünscht eine neue Königin heranwächst, die dann mit einem Teil der Bienen ausfliegt.

  • Ausflug:

    Hier wurde eine Weiselzelle von einer Königin übersehen, die Mutterkönigin ist mit einem Teil des Volkes ausgeflogen. Dies passiert in der Regel in den Monaten Mai bis Juni. Wird der Schwarm nicht eingefangen, geht er zugrunde.

  • Bienenflucht:

    Der Vorsitzende Michael Schöberl setzt eine sogenannte Bienenflucht. Das erleichtert die Honigernte. Die Bienenflucht reduziert den Aufwand, Bienen von den Honigwaben abzukehren. Bienen können durch ein Loch den Honigraum verlassen.

Um die Bestäubung weiterhin flächendeckend zu gewährleisten und den Fortbestand sowie die Verjüngung der Vereinsstrukturen zu sichern, fördert das Land Bayern seit 2008 das „Imkern auf Probe“. In den vergangenen acht Jahren wurden auf diese Weise am Karlsberg bereits 122 Probeimker ausgebildet. 95 davon haben sich dem Verein als aktive Mitglieder angeschlossen.

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