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Geocaching

Das „Götzdenkmal“ wird instabil

Auf der Jagd nach dem „Schatz“ im Raffa haben einige Geocacher in Burglengenfeld zu ungestüm gesucht. Die Steine sind lose.
Von André Baumgarten

  • Touristikvereinsvorsitzender Gerhard Schneeberger deutet auf die losen Steine. Ursprünglich war das „Götzdenkmal“ komplett bemoost. Foto: Baumgarten
  • Einige der Steine im oberen Bereich des „Götzdenkmals“ liegen nur noch lose – die Pyramide ist bereits instabil geworden. Foto: Baumgarten
  • Das „Götzdenkmal“ war komplett bemoost – daran lässt erahnen, wie viele Steine hier offenbar schon entfernt und wieder hingelegt wurden. Foto: Baumgarten

Burglengenfeld. Fast 100 Jahre lang hat das „Götzdenkmal“ einen ruhigen Platz im Raffa bei Burglengenfeld gehabt. Gut versteckt, etwas abseits der frequentierten Waldwege, liegt die stark bemooste Steinpyramide in einem Buchenhain mitten im Nadelholz-Wald. Der stets wachsenden Zahl von Geocaching-Freunden ist das „Götzdenkmal“ eher ein Begriff. Seit 2010 liegt am Fuße der Steinpyramide eine kleine Box.

Bei einer Begehung der Wanderwege fiel dem Touristikvereinsvorsitzenden Gerhard Schneeberger auf, dass das „Götzdenkmal“ beschädigt ist. Die Steine im oberen Bereich liegen teils nur noch lose drauf; die Pyramide wird instabil. „Da wurde wohl die Cachebox gesucht – quasi von oben nach unten fast jeder Stein umgedreht“, beschreibt er den Eindruck.

Möglicherweise haben einige Geocacher den Hinweis in der Beschreibung im Internet nicht ernstgenommen. „Mancher Nutzer hat das offenbar nicht gelesen“, sagt Alexander Spitzer, Leiter des Mehrgenerationenhauses in Maxhütte-Haidhof und selbst begeisterter Geocacher. In der Beschreibung werde ausdrücklich auf ein Bild dazu verwiesen, statt „sinnlos beim Denkmal rumzuwühlen“.

Schneeberger und Spitzer kennen sich seit vielen Jahren, auch durch die Erlebnisstadtführungen und das Galgenberg-Schauspiel in Burglengenfeld.

Die Cachebox findet am Fuße der Steinpyramide, die versteckt in einem Waldstück nahe Burglengenfeld zu finden ist.
Die Cachebox findet am Fuße der Steinpyramide, die versteckt in einem Waldstück nahe Burglengenfeld zu finden ist. Foto: Baumgarten

Der Kollege aus dem Maxhütter Rathaus kontaktierte den Besitzer des Cache, der zusagte, sich sofort darum zu kümmern. „Geocaching soll schonend für Natur und Umwelt sein“, erläutert Spitzer. „Schade, dass es bei diesem Schatz nicht geklappt hat.“

Denkmal ist Max Götz gewidmet

Aber was hat es eigentlich mit dem „Götzdenkmal“ auf sich? Von einer Kultstätte bis zur Götzenverehrung reichen die Vermutungen. „Oft wurden wir das schon gefragt“, sagt Schneeberger und kann aufklären: Die Steinpyramide ist dem Revierförster Max Götz gewidmet. Bei den Kollegen hatte er sich offenbar große Anerkennung erworben. Götz war verheiratet mit einer geborenen Bareiter, was älteren Burglengenfelder vermutlich ein Begriff sein dürfte – sie betrieb ein Drogeriegeschäft an der Kallmünzer Straße. Ihr Mann fiel am 8. Juni 1916 an der Front im Ersten Weltkrieg, was auch das Datum der Inschrift auf der Steinpyramide erklären würde.

Lage des Götzdenkmals

Das Götzdenkmal entdeckt hatte der Vorsitzenden des Touristikvereins selbst erst im vergangenen Jahr. Aus seiner Erinnerung von der Wanderkarten war ihm der ungefähre Standort noch im Gedächtnis. „Heute schau ich da schau ich gern mal vorbei.“ Dabei entdeckte er später auch die Cachebox am Fuße der Steinpyramide.

Das ist er „Schatz“, nach dem die Geocacher mit einem GPS-Gerät oder auch Handy ausgerüstet suchen.
Das ist er „Schatz“, nach dem die Geocacher mit einem GPS-Gerät oder auch Handy ausgerüstet suchen. Foto: Baumgarten

Ein weiteres, fast unberührtes Natur-Kleinod liegt unweit des „Götzdenkmals“: der im Jahr 2003 errichtete Kunstwaldgarten und das alte „Jägerhäusl“. Zwei Geheimtipps, die nur die wenigsten kennen – aber einen Besuch wert sind. Der „Wittelbacher Burgensteig“, der mit 24,4 Kilometern längste von 14 Wanderwege in und rund um Burglengenfeld, führt direkt am Kunstwaldgarten vorbei.

Kunstwaldgarten und „Jägerhäusl“

Kunst aus Holz, Stein und Metall

Hier hat die Künstlergruppe „Dünger“ mit Florian Zeitler, Stefan Preisl und Andreas Hoffmann-Kuhnt vor 12 Jahren einen „Traumpfad der Sinne“ geschaffen. Die Bearbeitung von Holz ist dabei das tragende Element, doch auch Stein und Metall wurden verwendet. Im „Jägerhäusl“ lebten laut Schneeberger sogar Menschen. Das geht aus den alten Meldekarteien hervor. „Heute ist das Gebäude eingezäunt und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.“

Was ist Geocaching eigentlich?

  • Die Idee:

    Geocaching verbindet Natur und Technik. Mit einem GPS-Gerät (oder mit Handys) wird dabei nach ganz bestimmten Koordinaten gesucht, wo dann ein „Schatz“ versteckt liegt.

  • Verbreitung:

    Im Städtedreieck gibt es laut Geocacher Alexander Spitzer weit mehr als 200 Caches. Diese sind auf der offiziellen Geocaching-Seite im Internet zu finden.

  • Kreativität:

    Der ausgefallenste Cache in Burglengenfeld liegt auf einer Insel in der Naab; in Maxhütte-Haidhof in etwa 10 Metern Höhe in einem Baum, der nur mit Kletterausrüstung zu erreichen.

  • Schulungen:

    Es gibt dafür sogar eigene Kurse zu diesem Thema. Der nächste Termin für Kinder findet am Mittwoch, 13. Mai statt, ist aber ausgebucht. Die VHS plant im Herbst einen Termin.

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