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Konzerte

Das schöne, wilde und gefühlvolle Bayern

Heimatklänge gab es beim Mundartfestival im VAZ Burglengenfeld und mit „M.T.M. Wurzelwasser“ im Keller No. 10 zu hören.
Von Stefan Barte und Josef Schaller

Maria Reiser mit Band gab gleich zu Beginn ihres Konzerts Vollgas und zeigte, was mas man unter „Bavarian Wildstyle“ versteht. Foto: bbs
Maria Reiser mit Band gab gleich zu Beginn ihres Konzerts Vollgas und zeigte, was mas man unter „Bavarian Wildstyle“ versteht. Foto: bbs

Burglengenfeld.Eine ganze Menge „Heimatklänge“ gab es am Wochenende in Burglengenfeld zu hören, mal „wuid“, mal nachdenklich, mal deftig-komisch. Die Veranstaltungen im VAZ und im Keller No. 10 fanden ihr Publikum. Das Veranstaltungszentrum Burglengenfeld wurde am Samstagabend beim „Mundartfestival“ bayrisch gerockt. Gleich drei Acts sorgten dafür, dass zu keiner Sekunde auch nur ein Hauch von Langeweile aufkam. Da jede Gruppe ihren eigenen, unverwechselbaren Stil präsentierte, war schließlich für jeden Zuhörer das Passende dabei.

Die beiden Lokalmatadoren, „Schmarrnkerl und Funkerl“ alias Helmut Haider und Stephan Karl heizten beim Soundcheck schon mal kräftig vor, angeblich nur um zu prüfen, „wia d’Anlach dout“, aber das Publikum wurde schon mal für den späteren Abend mit Gesichtsyoga gelockert, „ekstatischem Klatschen“ bei Klängen von Jürgen Drews trainiert und darüber aufgeklärt, warum der Oberpfälzer an sich so große Augen und Fäuste hat.

Songs von Helga Brenninger

Zudem wurde jedem die Erkenntnis nähergebracht, dass reger Biergenuss den Partner erträglicher machen kann. „Mit jeder Halben wirst du scheener, schaust besser aus, mit 13 bist a super Maus“, erläuterte Haider sein Konzept. Nach einer Dreiviertelstunde „Soundcheck“ wurde dann der zweite Act des Abends, Helga Brenninger und ihr Bassist Marcel Diehl, durch Funkerl anmoderiert.

Helga Brenninger überzeugte mit zahlreichen musikalischen Facetten. Foto: bbs
Helga Brenninger überzeugte mit zahlreichen musikalischen Facetten. Foto: bbs

Hier erlebten die Zuhörer dann einen ganz anderen Hörgenuss. Von ihrer akustischen Gitarre begleitet, sang sie Lieder über ihre eigenen Beobachtungen des täglichen Lebens. Mal mit weicher, gefühlvoller Stimme, mal sehr energisch, präsentierte sie ihre eigenen Songs und vermochte die Zuhörer bei ihrem einstündigen Konzert in ihre Gedankenwelt mitzunehmen. Natürlich brachte sie auch die aktuellen Songs „Mitten im Leben“, oder „Frei“, verführte das Publikum aber auch dazu, über die Schönheiten der Natur nachzudenken.

„Schmarrnkerl und Funkerl“ heizten beim Soundcheck schon mal kräftig vor Foto: bbs
„Schmarrnkerl und Funkerl“ heizten beim Soundcheck schon mal kräftig vor Foto: bbs


Zum Lied „Sun scheint schee“, trällerten die Zuhörer vergnügt als „Backgroundsänger“ ein fröhliches „Dürütütü“. Ihr Resümee zu ihrem Auftritt: „Das Ambiente im VAZ ist schön, die Leute sind sehr aufmerksam. Nach dem heutigen Abend muss ich morgen früh erst mal in den Wald oder den Berg nauf“, erklärte sie im Gespräch mit der MZ. Nachdem „Schmarrnkerl und Funkerl“ den Herren der Schöpfung nach der Pause noch kurz den „I-Phone Tanz“ beigebracht hatten, starteten dann die Headliner des Abends voll durch.

Maria Reiser zeigte sich im VAZ überhaupt nicht publikumsscheu... Foto: bbs
Maria Reiser zeigte sich im VAZ überhaupt nicht publikumsscheu... Foto: bbs

Noch in der Aufbauphase kommentierte ein älterer Gast das Geschehen treffend: „U leck, was san na des für oar, de han a voglwuid.“ Maria Reiser bestätigte die Befürchtungen sogleich und stürmte barfuß mit Megaphon und Sirene durch das VAZ. Von da an hatte sie das Zepter in der Hand und rockte mit ihrer Band den Saal. Beim „Hardcore-Bayern-nicht-Frühaufsteher-Lied“ lernte das überwiegend ältere Publikum dann, dass man durchaus gleichzeitig schunkeln, jodeln und bei härteren Liedpassagen auch noch die bei Metal-Fans wohl bekannte „Pommesgabel“ zeigen kann. Kräftig, laut und zünftig mischte Reiser ihre Songs. Das Lied über die „Wurschtsemme“ führte die Zuhörer geradewegs ins Nirvana und wurde abschließend kommentiert: „Wer ohne Zungenbruch nach Hause geht, der war nicht da“!

Neues Gewand für bekannte Hits

Schon seit Wochen war das Konzert von „M.T.M. Wurzelwasser“ im Keller No. 10 ausverkauft. Der bekannte Geiger der Band „Fiddler’s Green“, Tobias Heindl, der in Maxhütte-Haidhof aufgewachsen und in Burglengenfeld zur Schule gegangen ist , hat im Städtedreieck eine große Fangemeinde. Anstatt mit Irish-Speed-Folk befasst sich M.T.M. Wurzelwasser“ allerdings ausnahmslos mit heimatlichen Klängen.

M.T.M. Wurzelwasser mit Tobias Heindl sorgten im Keller No. 10 für ein volles Haus. Foto: bjs
M.T.M. Wurzelwasser mit Tobias Heindl sorgten im Keller No. 10 für ein volles Haus. Foto: bjs

Zusammen mit dem niederbayerischen Liedermacher Mathias Kellner und Markus Dietl, einem Gitarristen aus der Regensburger Musikszene, hatte Tobias Heindl die Formation vor gut fünf Jahren gegründet. Die österreichische Band „S.T.S.“, die englische Hits ins Steirische übersetzt und dabei den Songs völlig neue Gewänder anzieht, ist ihr Vorbild. Sie machten es im Keller nach und gaben bekannten Songs, unter anderem von Neil Young, Barcley James Harvest, Bruce Springsteen und Tom Petty ein neues Gesicht.

Mit Gitarren, Geige und gelegentlich auch Trompete kreierten sie eine wunderbare Klangkombination, die dazu imstande war, die Herzen der Zuhörer zu öffnen. „Des is so schee“, „einfach super“ waren Kommentare aus dem Publikum in der Pause. Selbstverständlich hatte „M.T.M. Wurzelwasser“ auch ein Heimatlied mitgebracht. „Wo die Vils in die Naab fließt und der Regen in die Donau, wo die Wiesen noch grün sind und die Fahnen weiß-blau… durt bin i daham!“

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