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Nachruf

Dietmar Zierer ist gestorben

Der streitbare Landes- und Kommunalpolitiker aus Burglengenfeld erlag am Sonntag nach langem Kampf einer schweren Krankheit.
Von André Baumgarten

Dietmar Zierer war mehr als 35 Jahre lang in der Politik – am Sonntag ist er im Alter von 71 Jahren gestorben.
Dietmar Zierer war mehr als 35 Jahre lang in der Politik – am Sonntag ist er im Alter von 71 Jahren gestorben. Foto: privat

Burglengenfeld. Gegen den Bau der WAA in Wackersdorf kämpfte er an vorderster Front. Als Rechtsanwalt setzte er sich weit über das übliche Maß hinaus für Drogenabhängige ein. Mehr als 35 Jahre lang engagierte sich Dietmar Zierer in der Landes- wie auch in der Kommunalpolitik – als streitbarer Politiker, der immer für seine Überzeugungen eintrat. Am Sonntagvormittag ist der Burglengenfelder im Alter von 71 Jahren nach langer Krankheit verstorben.

In seiner politische Arbeit hat Dietmar Zierer keinem nach dem Mund geredet, sind sich Wegbegleiter einig. Schon als Juso machte sich Zierer früh einen Namen für scharfzüngige Kritik an den etablierten Kräften. Sein erstes Mandat erhielt er 1972 im Kreistag, dem der „überzeugte Linke“, wie er sich selbst beschrieb, bis Ende 2007 (ab 2002 dann als Grüner) angehörte. Davon war er zudem fünfeinhalb Jahre lang (1984 bis 1989) als Stellvertreter des Landrats tätig.

Der Rechtsanwalt war außerdem der einzige Abgeordnete, der im Jahr 1978 für die SPD ein Direktmandat im Bayerischen Landtag holte, dem er bis 1990 ununterbrochen angehörte. In den Burglengenfelder Stadtrat zog er auch 1978 ein, wo er bis 1990 für die SPD und von 2002 bis 2008 für die Grünen saß. Zuletzt machte Dietmar Zierer im August 2009 von sich reden, als er im Alter von bereits 66 Jahre den Doktortitel der Verwaltungswissenschaften verliehen bekam.

„Dietmar Zierer war ein brillanter Denker, aber auch ein mitfühlender Mensch“, sagte Oskar Duschinger über den Mitautor des gemeinsamen Buches „Glanz und Elend der Maxhütte“. Als Politiker habe er überzeugen, aber auch provozieren können. „Er war ein Mensch, der stets nach vorne blickte und vieles positiv bewegte“, erinnerte sich der Autor. BFB-Stadtrat Hans Glatzl betonte: „Burglengenfeld verliert mit ihm einen Politiker, der weit über die Stadtgrenzen hinaus wirkte, Anstoß gab und die provinziellen Strukturen aufmischte.“ Er sei ein überaus kreativer Kopf gewesen, der sich in kein enges, ideologisches Raster pressen ließ und zudem niemals seinen Humor verlor.

Der begeisterte Kunstsammler und trotz seiner schweren Krankheit immer lebensfrohe Mensch Dietmar Zierer lebte zuletzt sehr zurückgezogen in seiner Heimatstadt. Er hinterlässt zwei Töchter und seine Ehefrau Doris. Die Beisetzung findet – seinem persönlichen Wunsch entsprechend – nur im engeren Familienkreis statt.

Zur Person

  • Kindheit:

    Geboren wurde Dietmar Zierer am 22. Mai 1943 in Burglengenfeld, wuchs hier auf und besuchte die Volksschule.

  • Studium:

    Nach dem Abitur am humanistischen Gymnasium in Neumarkt studierte er Rechts- und Verwaltungswissenschaften in München und Regensburg sowie an der Verwaltungshochschule in Speyer.

  • Beruf:

    Im Jahr 1975 eröffnete er die eigene Rechtsanwaltskanzlei in Burglengenfeld. Ein großes Augenmerk galt bei dieser Arbeit vor allem Drogenabhängigen, die er auch als Mensch weit über das normale Maß hinaus unterstützte.

  • Landes- und Kreispolitik:

    Drei Jahre später, 1978, holte er das einzige Direktmandat der SPD im Bayerischen Landtag, dem er bis 1990 angehörte. Zuvor war er bereits sechs Jahre Mitglied im Kreistag. Hier wirkte Dietmar Zierer bis 1990 für die SPD sowie von 2002 bis 2007 für die Grünen.

  • Kommunalpolitik:

    In den Stadtrat von Burglengenfeld zog der streitbare Politiker 1978 ein und arbeitete dort bis 1990 für die SPD-Fraktion. 2002 bis 2008 war er als Grünen-Stadtrat in dem Gremium.

  • Abschied:

    Seinen Ruhestand genoss Dietmar Zierer in seiner Heimatstadt, lebte aber sehr zurückgezogen. Am 1. März verstarb er an seiner langen Krankheit. (ba)

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