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Natur

Falken-Nachwuchs ist geschlüpft

Alle drei Kinder der Burglengenfelder Wanderfalken haben sich aus dem Ei gekämpft – eins schlüpfte direkt vor der Kamera.
Von André Baumgarten

  • „Hallo Mama, hallo Papa, da bin ich!“ Die Falken bestaunen am Freitag ihren ersten Nachwuchs im Jahr 2015. Foto: foto-webcam.eu
  • Nummer drei ließ sich etwas mehr Zeit - auch den ganzen Freitag über schlüpfte das Junge nicht ... Foto: foto-webcam.eu
  • Das dritte Junge der Burglengenfelder Wanderfalken erblickt am Samstag, gegen 8.45 Uhr, das Licht der Welt. Foto: foto-webcam.eu
  • Drei hungrige Schnäbel müssen die Falken-Eltern jetzt regelmäßig mit Futter versorgen. Foto: foto-webcam.eu

Burglengenfeld.Die beiden Burglengenfelder Wanderfalken haben Nachwuchs bekommen: Am Freitagmorgen, um 7 Uhr, gewährte das Pärchen via Webcam live im Internet erstmals einen Blick auf den schnellsten Jungvogel. Vermutlich in der Nacht pickte der sich seinen Weg ins Freie – am Donnerstag, um 18.59 Uhr, waren noch alle drei Eier unversehrt. Gegen 10 Uhr am Freitag folgte dann die Nummer zwei live vor der Kamera. Der letzte im Bunde kämpfte sich nun am Samstag, gegen 8.45 Uhr, aus der schützenden Hülle seines Eies.

Seit 3. März sendete die frisch gereinigte Webcam wieder live: Im vergangenen Jahr hatte eine unkontrollierte Notdurft die Linse in dem Nistkasten so stark verschmutzt, dass nichts mehr zu erkennen war. Der Nistkasten ist in 86 Metern Höhe an einem der Wärmetauschertürme des Burglengenfelder Zementwerks installiert und konnte erst gereinigt werden, nachdem die Jungfalken „ausgezogen“ waren. Bei dem vorgezogenen Frühjahrsputz wurden die Kameras im Inneren zudem neu ausgerichtet.

Um 10.05 Uhr war am Freitag dann auch das zweite Junge geschlüpft.
Um 10.05 Uhr war am Freitag dann auch das zweite Junge geschlüpft. Foto: foto-webcam.eu

Seit Februar 2014 sind die Kameras im Rahmen eines gemeinsames Projektes der HeidelbergCement AG, der Stadt und der Münchner relix GmbH installiert. Bereits im vergangenen Jahr hatten viele Natur- und Vogelfreunde die Aufzucht des Nachwuchses beobachtet. Den ersten Live-Bruterfolg hatte das Wanderfalken-Pärchen 2014 mit drei der vier Eier im Nest. Am 19. April war das erste Jungtier damals geschlüpft – knapp einen Monat später waren sie sogar schon im Bayerischen Fernsehen. In diesem Jahr sind sie noch etwas früher dran …

Am Donnerstagabend lagen die drei Eier noch unversehrt im Nistkasten.
Am Donnerstagabend lagen die drei Eier noch unversehrt im Nistkasten. Foto: foto-webcam.eu

Schon bei der Renovierung der Wärmetauschertürme hatte HeidelbergCement den Nistkasten am – von der Altstadt aus betrachtet – linken Kamin anbringen lassen. Ziel war es, den Fortbestand der zeitweise als gefährdet eingestuften Greifvogelart zu sichern. Vor elf Jahren wurde der erste Falke gesichtet, der sich häuslich einrichtete. Er hat sein Revier auf dem Werksgelände und auch im Steinbruch – und verteidigt dieses vehement auch gegen größere Raubvögel.

Eine zweite Kamera liefert zudem einen tollen Blick auf die Burg und die Kreuzbergkirche – und sendet somit weltweit einen Panorama-Gruß aus der Stadt an der Naab.

Schnellster Vogel der Welt

  • Ordnung:

    Wanderfalken sind die schnellsten Vögel der Welt und gehören zur Ordnung der Greifvögel.

  • Jagd:

    Ihre Nahrung fangen Wanderfalken im Flug – die Spitzengeschwindigkeit von bis zu 340 Kilometer pro Stunde ist konkurrenzlos.

  • Aussehen:

    Die Tiere haben eine dunkle, graue Oberseite mit hellerem Hinterrücken und heller Brust. Die Flügelspannweite erreicht bis zu 117 Zentimeter.

  • Verbreitung:

    Die Vögel leben in Europa, Asien, Afrika, Nord-Südamerika, Australien und der pazifischen Inselwelt; in Deutschland rund 860 Paare.

  • Fortpflanzung:

    Drei bis vier Eier werden meist im März gelegt, die rund 28 Tage von beiden Partnern bebrütet werden. Nach der Nestlingszeit von 35 bis 42 Tagen fliegen die Jungen aus.

  • Schutz:

    Seit 1970 gilt ganzjährig eine Schonzeit. Auch das Verbot bestimmter Biozide half, den Bestand wieder zu festigen. Quelle: Bund Naturschutz

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