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Astronomie

Sternwarte ist ein Besuchermagnet

5000 Hobby-Astronomen riskierten seit der Eröffnung der Volkssternwarte in Dieterskirchen einen Blick in den Sternenhimmel.
Von Ralf Gohlke

  • Die partielle Sonnenfinsternis am 20. März bescherte der Volkssternwarte in Dieterskirchen einen großen Besucherandrang. Foto: ak
  • Sogar Schülerinnen aus Frankreich erlebten das Planetarium. Foto: ggo

Dieterskirchen.Die Gemeinde Dieterskirchen zählt aktuell etwas mehr als 1000 Einwohner. Annähernd das Fünffache an Besuchern lockte inzwischen die Volkssternwarte und das Planetarium seit seiner Einweihung am 26. Juli 2014 in seine Mauern. Genau waren es 4975 Besucher und allein im ausklingenden Jahr waren es mit 3750 Besuchern gut das Dreifache. Dazu zählten Schulklassen ebenso wie Vereine mit ihren Mitgliedern, Urlauber aus der Region und darüber hinaus sowie Durchreisende oder Familien mit Kindern. Zehn Ferienprogramme hatten die Sternwarte als Ziel mit aufgenommen. Daraus resultierten allein 240 Kinder und 170 Begleitpersonen.

Sonnenfinsternis beeindruckte.

Neben den Aktivitäten der Mitglieder des Trägervereins „Sternenfreunde e.V.“ waren es in diesem Jahr eine Reihe besonderer Sternenkonstellationen, die zu diesem imposanten Ergebnis beigetragen haben. Dazu zählte die partielle Sonnenfinsternis im März ebenso wie das „Rendezvous“ von Venus und Jupiter am 1. Juli. Mit Matten und Liegestühlen ausgestattet hatten sich am 13. August rund 50 Besucher auf den Weg nach Dieterskirchen gemacht, um sich beim großen Sternschnuppenregen etwas wünschen zu können. Selbst zu nachtschlafender Stunde fanden sich zur totalen Mondfinsternis einige Besucher ein, die allerdings leider auf einen Blick auf das Spektakel wegen einer dicken Wolkendecke verzichten mussten.

Der Vorsitzende des Trägervereins, Hans Köppl, ist sichtlich zufrieden mit der Bilanz, die er im Rahmen eines Pressegespräches am Samstag verkünden konnte. „Das erklärte Ziel, das umfangreiche Thema Astronomie einer breiten Öffentlichkeit näher zu bringen, ist uns gelungen“, sagte er. Dazu zählten nicht nur die hohe Besucher-Frequenz sondern auch die ständigen Verbesserungen, die sowohl im Angebot als auch in der technischen Ausstattung heuer erfolgen konnten. Sichtlich stolz ist er, dass die Informationen und Vorträge sogar in Englisch und Französisch angeboten werden können. Dies alles sei aber nur möglich, weil die Vereinsmitglieder mit großem persönlichen Engagement dahinter stünden.

Dazu zählten für ihn unter anderem die Kontakte und Besuche bei benachbarten Sternwarten, die der Fortbildung dienten und einen „Blick über den eigenen Tellerrand“ ermöglichten. Sie führten von Passau über Fulda bis nach Dresden aber auch nach Tirschenreuth, Ursensollen oder Furth bei Landshut. Themen waren zum Beispiel die Relativitätstheorie oder eine Weiterbildung in Spektroskopie. Letztere macht Sinn, nachdem die Sternwarte inzwischen über einen entsprechenden Baches-Spektrographen für das große Teleskop verfügt. Ausgezahlt, in Form von beeindruckenden Bildern und Videos, hat sich laut Köppl der jüngste Besuch in Regensburg. Diese stellten Hobby-Astronomen zur Verfügung, die spontan in Alaska Nordlichter aufgenommen hatten.

Auch die technische Ausstattung der Sternwarte und des Planetariums seien seit der Inbetriebnahme nicht stehengeblieben. Die Sonnenfinsternis habe die Notwendigkeit von Sitzbänken im Freien offengelegt, die mittlerweile umgesetzt worden sei. Weiter erhielt der Verein ein großes Fernglas als Spende. „Das brauchen wir zur Beobachtung von kleineren Kometen“, erklärt der Vorsitzende. Nur für die großen Kometen lägen die Koordinaten vor und seien so mit dem Teleskop überhaupt auffindbar. Zu den „Highlights“ der Neuanschaffungen zählte auch eine hochwertige Digitalkamera. Ebenso präsentierte er kreative Eigenbaukonstruktionen zur Filterung des Sonnenlichtes oder Graufilter für grelles Mondlicht. Noch in der Vorbereitungsphase durch Hans Walbrun sei der Aufbau einer Parabol-Schüssel, um in den Bereich der Radioastronomie einsteigen zu können.

Dank an den Stifter

Im Planetarium stehen neben der rund 45- bis 60-minütigen Reise durchs Universum sechs weitere Filmversionen zur Verfügung, von Nutzungsmöglichkeiten der Weltraumtechnik im täglichen Leben über die Geheimnisse der dunklen Materie oder einem Raum-Spaziergang bis hin zu Peterchens Mondfahrt für die ganz jungen Besucher. Noch umfangreicher stellte sich das Vortragsprogramm dar. „Unser Ziel ist es ja auch, die Menschen öfter zu einem Besuch zu animieren und dafür brauchen wir die Abwechslung“, so Köppl. In dem Zusammenhang erwähnt er, dass zum Beispiel der Vortrag über Gefahren aus dem All durch Kometen, Asteroiden oder Weltraumschrott gerade bei jüngeren Besuchern sehr gut ankomme. Zusammenfassend bedankte sich Hans Köppl bei allen, die die Arbeit der Sternfreunde unterstützen, besonders dem Stifter Dr. Haio Steffens und der Gemeinde.

„Die Stiftung hat zwei große Ziele, das Fach Astronomie als Chance für die Zukunft an den Schulen zu etablieren und eine Vernetzung mit dem Haus der Astronomie in München und anderen Standorten zu erreichen und da sind wir auf einem guten Weg“, betonte Steffens. Quasi als „Weihnachtsgeschenk“ kündigte er an, dass die Spezialkamera für das große Teleskop mit einem Gesamtwert von rund 26 000 Euro voraussichtlich im Januar ausgeliefert werde. Eine hervorragende Arbeit, aufgrund vieler positiver Rückmeldungen, bescheinigte Bürgermeister Hans Graßl dem gesamten Team.

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Volkssternwarte Dieterskirchen

  • Planetarium:

    Ausstattung mit einem optomechanischen und einem Fulldome-Projektor. Der optomechanische Projektor bildet den Sternenhimmel naturnah in nahezu unübertroffener Abbildungsgüte ab. Der Fulldomeprojektor arbeitet ähnlich wie ein Beamer und erlaubt so die Projektion von Himmelsobjekte und Filmen in Topp-Qualität.

  • Sternwarte:

    Die Volkssternwarte Dieterskirchen verfügt über mehrere, verschiedene Teleskope. Der Spiegeldurchmesser des Haupt-Teleskops DK 700 beträgt 700 Millimeter, die Brennweite 6400 Millimeter. Damit zählt es zu den größten und modernsten in Bayern. Es ist visuell, fotografisch und spektrographisch nutzbar.

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