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Bedarf

Ein Baugebiet im toten Winkel

Der Augustenhof ist für die Feuerwehren aus dem Städtedreieck schlecht erreichbar. Das ergab eine „Sternfahrt“ der BFB-Fraktion.

Zusammen mit Sebastian Schelchshorn vom ADAC erörtern Kreisbrandmeister Markus Dechant und BFB-Fraktionschef Hans Glatzl zusammen mit Ex-SR-Kollegen Reinhard Ehrenreich und BFB-Bürgersprecher Hubert Treutinger (v. l. n. r.) die beste Routenwahl für einen zukünftigen Feuerwehreinsatz am Augustenhof.  Foto: Horst Weitzer
Zusammen mit Sebastian Schelchshorn vom ADAC erörtern Kreisbrandmeister Markus Dechant und BFB-Fraktionschef Hans Glatzl zusammen mit Ex-SR-Kollegen Reinhard Ehrenreich und BFB-Bürgersprecher Hubert Treutinger (v. l. n. r.) die beste Routenwahl für einen zukünftigen Feuerwehreinsatz am Augustenhof. Foto: Horst Weitzer

Burglengenfeld.Die überraschende Nachricht zuerst: Am schnellsten am Einsatzort im neuen Baugebiet am Augustenhof wäre im Brandfall die Teublitzer Wehr. In zweiter Position käme die Pirkenseer Feuerwehr anan. Vom Feuerwehrhaus in Burglengenfeld kommt der Löschzug über die Kallmünzer- und Maxhütterstraße zwar schneller als über die verkehrsberuhigte Lindenstraße, am angenommenen Brandherd im Augustenhof an, aber in jedem Fall außerhalb der im Feuerwehrbedarfsplan eingeforderten Hilfsfrist.

So lautet das Ergebnis einer Sternfahrt, die, angeregt vom Bürger-Forum Burglengenfeld, Kreisbrandmeister Markus Dechant und Sebastian Schelchshorn vom ADAC am vergangenen Donnerstag durchführten, um die Daten aus dem aktuellen Feuerwehrbedarfsplan in der Realität zu überprüfen.

Im anschließenden Informationsgespräch mit Anliegern aus dem Wohngebiet verwies Dechant mit Blick auf die Abweichungen vom Feuerwehrbedarfsplan darauf, dass die Alarmierungs- und Ausrückzeit hinzugerechnet werden müssten. Der dezentrale Standort des Burglengenfelder FW-Hauses und Verkehrsberuhigungsmaßnahmen wie in der Lindenstraße oder parkende Autos in der Maxhütterstraße erschwerten die Anfahrt je nach aktueller Verkehrslage zusätzlich.

600 Meter pro Minute

Die Fortbewegungszeit für ein Großfahrzeug im Einsatz gibt der Experte mit 0,6 Kilometern pro Minute an. Diese Daten seien auch beim künftigen Einsatz der neuen Drehleiter zu berücksichtigen, die die FFW Burglengenfeld für das gesamte Städtedreieck vorhalte.

Brandschutz

Hilfsfristenproblem größer als gedacht

Der Augustenhof liegt für die Burglengenfelder Feuerwehr zu weit entfernt. Laut einem Bebauungsplan dürfte das nicht sein.

Da Teublitz und Maxhütte zwar drehleiterpflichtige Gebäude besäßen, diese aber durch eine Ausnahmegenehmigung über die Schiebeleiter versorgt werden könnten, werde die Drehleiter hier lediglich vorsorglich mit hinzualarmiert. Zur Kompensation würden durch die Umstellung der Planung mehr Einsatzmittel an das Schadensobjekt herangeführt. Diese Regelung gelte generell für das ganze Städtedreieck, wobei eine Vertiefung der bereits bestehenden guten Zusammenarbeit sicherlich nur Vorteile mit sich bringen würde, so Dechant.

„Die FW-Vereine investieren zusätzlich zu den Ausbildungs-, Arbeits- und Einsatzstunden viel Zeit, um neue aktive Mitglieder für eine bessere Versorgung der Bevölkerung zu gewinnen.“

Der Bedarfsplan

  • Neubauten:

    Der Feuerwehrbedarfsplan für das Städtedreieck wurde zwar bereits 2016 in Auftrag gegeben, ist aber auch Bestandteil der rechtskräftigen Bebauungspläne für die Neubaugebiete am Augustenhof.

Für die Anlieger im Augustenhof hätte die aktuelle Mangelsituation auch jenseits eines direkten Brandeinsatzes praktische Auswirkungen, so der KBM. Sonderbauten wie Schulen, Altenheime aber auch Gaststätten mit mehr als 40 Plätzen würden unter diesen Umständen keine Betriebsgenehmigung erhalten. „Unter dieser Prämisse wird am Augustenhof für rund 3000 Bürger der Wunsch nach einer fußläufig erreichbaren Nahversorgung eine Illusion bleiben,“ bedauert BFB-Sprecher Hans Glatzl, der zusammen mit Sebastian Schelchshorn erneut eine bessere Verkehrsanbindung über den Weiterbau der Umgehungsstraße im Städtedreieck einfordert.

Zufahrt muss saniert werden

Als „besondere Schikane“ sieht Glatzl kurzfristig den Zustand der Augustenstraße. „Diese enge Zufahrt ins Wohngebiet ist für Radfahrer und Fußgänger insbesondere Schüler und Senioren, weil mit Schlaglöchern übersät, besonders gefährlich.“ Er versprach, sich für eine rasche Sanierung einzusetzen. Gemeinsam mit Dechant unterstützt Glatzl den Plan einer noch engeren Zusammenarbeit im Städtedreieck mit dem Ziel eines gemeinsamen Standortes so wie von Bürgermeister Thomas Gesche am Standort des geplanten Recyclinghofes vorgeschlagen, „um den leeren Fleck am Augustenhof im Einsatzplan im Interesse der Sicherheit der Bürger schon bald zu füllen. Der KBM schloss mit der Mahnung an die verantwortlichen Politiker: „Solange nichts passiert, passiert nichts!“

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