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Finanzen

Wachstum auch in schwierigen Zeiten

Die Bilanzsumme der vier genossenschaftlichen Banken im Kreisverband Schwandorf ist 2015 auf 1,5 Milliarden Euro angestiegen.

Die Vorstände der Volksbank und Raiffeisenbanken im Landkreis Schwandorf präsentierten die Kreisverbands-Bilanz für 2015.
Die Vorstände der Volksbank und Raiffeisenbanken im Landkreis Schwandorf präsentierten die Kreisverbands-Bilanz für 2015. Foto: ssu

Schwandorf.„Trotz eines herausfordernden Marktumfelds, steigenden regulatorischen Anforderungen und anhaltender Niedrigzinsphase haben sich die vier genossenschaftlichen Banken erfolgreich behauptet und ihre Position in der Region weiter gestärkt.“ Bernhard Werner, Vorsitzendes Kreisverbands Schwandorf der Volksbank und der Raiffeisenbanken, zog beim Bilanz-Pressegespräch für 2015 ein zufriedenstellendes Fazit. Im Hotel-Gasthof Auerbach in Wolfringmühle, präsentierte Werner im Beisein des Bezirkspräsidenten Maximilian Zepf, des Regionaldirektors Franz Penker, des stellvertretenden Kreisverbandsvorsitzenden Sebastian Gemacher sowie sechs weiterer Vorstände der vier regionalen Raiffeisenbanken die Zahlen. Die Bilanzsumme im Kreisverband stieg um drei Prozent auf 1502,5 Millionen Euro, damit blieben die Kreditgenossenschaften im Landkreis weiter auf Expansionskurs. Rund 60 Prozent der Landkreisbürger sind Kunde einer der vier Banken.

Das Kreditgeschäft konnte laut Werner auch in 2015 gesteigert werden. Die Niedrigzinsphase nutzten demnach viele Kunden für Baufinanzierungen für Neubau oder energetische Sanierungsmaßnahmen. Eine Zunahme der Wohnungsbaukredite um vier Prozent sei zu verzeichnen.

Finanzierungsbasis der Volks- und Raiffeisenbanken seien nach wie vor die Kundeneinlagen. Trotz niedriger Zinsen erhöhten sich die Kundeneinlagen auf 1,119 Milliarden Euro, bevorzugt wurden aufgrund der Niedrigzinsphase liquide Sichteinlagen. Die niedrigen Zinsen wirkten sich im Jahr 2015 nochmals auf die Zinsspanne der Volks-und Raiffeisenbanken aus, erläuterte der Kreisvorsitzende. Diese sank um 17 Basispunkte auf 2,10 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme. Die Provisionsspanne verringerte sich ebenfalls und sank von 0,73 Prozent um zwei Basispunkte auf 0,71 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme.

Positiv sei die Kostenentwicklung der Genossenschaftsbanken. Die Betriebskosten konnten um vier Basispunkte auf 1,93 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme gesenkt werden – „und das trotz der kostenintensiven Umsetzung zahlreicher Regulierungsvorgaben“.Die Ratingagentur Standard &Poor’s habe die genossenschaftliche Finanzgruppe, der auch die Volks-und Raiffeisenbanken im Landkreis Schwandorf angehören, mit der ausgezeichneten Rating-Note AA- eingestuft.

Im Ausblick auf 2016 wies Bernhard Werner auf das veränderte Kundenverhalten hin. Durch die Digitalisierung nähmen die Besuche in den Online-Filialen stetig zu, diese würden deshalb noch nutzerfreundlicher ausgebaut. Das Firmen- und Gewerbekundengeschäft sowie die Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen werde intensiviert. Werners Fazit: „Unser Geschäftsmodell ist nachhaltig, tragfähig und risikofest.“

Regionaldirektor Franz Penker betonte, alle gesetzlichen Aufgaben seien für die Volks- und Raiffeisenbanken bis 2019 erfüllbar. Sowohl der Kreisverbandsvorsitzende Bernhard Werner als auch Bezirkspräsident Maximilian Zepf warnen vor den Plänen der Europäischen Kommission zum Europäischen Einlagensicherungssystem. Eine Vergemeinschaftung wird von den Volks-und Raiffeisenbanken abgelehnt. „Wir sind gegen das Vorhaben der Europäischen Kommission, Risiken im europäischen Bankensystem zulasten deutscher Sparer umzuverteilen. Die Pläne der Kommission bieten keinerlei Mehrwert. Im Gegenteil: Sie gefährden das Vertrauen der deutschen Sparer in die Sicherheit ihrer Sparguthaben und würden Genossenschaftsbanken und Sparkassen mit ihren bewährten Sicherungssystemen zusätzlich belasten“, kritisierten die Redner. Es entstehe nicht mehr Finanzstabilität, wenn solide Banken und ihre Sicherungstöpfe dafür her-halten müssten, Defizite in anderen Ländern Europas auszugleichen. „Wir appellieren an die Bundesregierung, ihre ablehnende Haltung zu den Kommissionsplänen beizubehalten.“

Maximilian Zepf kritisierte außerdem die Bevormundung und Entmündigung der Bürger durch geplante Änderungen bei der Kreditvergabe. Mussten bisher Kreditvergaben ab 1 Million Euro an die EZB gemeldet werden, sollen neu schon Kredite ab 25 000 Euro meldepflichtig werden (AnaCredit). Und das verbunden mit einem 100 Kriterien-Katalog, was Zepf für bedenklich aus Datenschutzgründen hält.

Zepf forderte Rahmenbedingungen, die die Sicherheit für Sparer und mittelständische Unternehmen gewährleisten. Die Null-Zins-Politik der EZB bedeute für alle Sparer einen Vermögensverzehr und die geplante Erhöhung der Eigenkapitalquote für die Banken verteuere die Kreditvergabe. Eine „Pause“ von Regularien, Zentralisierung und Direktismus sei dringend erforderlich. (ssu)

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2015 im Kreisverband

  • Bilanzsumme:

    1,5025 Milliarden Euro (+ 3 %)

  • Kreditgeschäft:

    874,6 Millionen Euro (+ 3,4 %); Kundenkredite 725,9 Millionen Euro (+ 24 Millionen Euro)

  • Kundeneinlagen:

    1,119 Milliarden Euro (+ 4,9 %)

  • Eigenkapitalausstattung:

    Die Kernkapitalquote lag Ende 2015 bei 13,30 % und die Gesamteigenmittelquote bei 18,31 %

  • Kunden:

    84 265 im Landkreis Schwandorf

  • Filialen:

    31 Geschäftsstellen im Landkreis Schwandorf, 44 Geldautomaten, 49 Kontoauszugsdrucker

  • Mitglieder:

    31 694 (+ 800)

  • Arbeitgeber:

    388 Arbeitsplätze, davon 138 in Teilzeit, 24 Auszubildende

  • Sponsor:

    Seit vielen Jahren unterstützen die Volksbank und die Raiffeisenbanken soziale, karitative und sportliche Einrichtungen und Aktivitäten im Landkreis, im Jahr 2015 mit einem Spendenvolumen von 204 000 EURO.

  • Zahlen aus der Oberpfalz:

    3756 Mitarbeiter und 23 600 Mitglieder haben die Oberpfälzer Genossenschaftsbanken. Ein Anstieg der Kundeneinlagen um 7,6 Prozent und 4,6 Prozent bei Ausleihungen wurde verzeichnet.

  • Kundenmeinung:

    Derzeit schätzen 36 % der Mitglieder die Geschäftslage als gut ein, 64 % als zufriedenstellend. Im 6-Monats Vorausblick erwarten fünf Prozent eine günstigere Geschäftslage, 73 % eine gleichbleibende und 22 % eine ungünstigere.

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