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Geschichte

Grubenlok grüßt in Stulln

Bergknappenverein und die Gemeinde haben das Relikt aufwendig restauriert.

Bürgermeister Hans Prechtl (4. v. li.) und die Helfer vom Bergknappenverein freuen sich über die gelungene Restaurierung der Lok. Foto: Schießl
Bürgermeister Hans Prechtl (4. v. li.) und die Helfer vom Bergknappenverein freuen sich über die gelungene Restaurierung der Lok. Foto: Schießl

Schwarzenfeld.„Grüß Gott in Stulln“ steht am Ortseingang der ehemaligen Bergbaugemeinde. Seit einigen Tagen grüßt die Besucher auch eine sanierte Grubenlok und erinnert an ein bedeutendes Stück Ortsgeschichte.

Der Bergknappenverein und die Gemeinde haben das Relikt aus der Bergbaugeschichte aufwendig restauriert. Die Knappen haben der Lok und den Waggons neuen Glanz verliehen. Die Gemeinde hat den Stellplatz mit Platten befestigt und ihn überdacht, um das Ensemble vor dem Verwittern zu schützen. Zum Abschluss der Arbeiten lud der Stullner Bürgermeister Hans Prechtl nun zu einem offiziellen Akt ein.

„Was lange währt, wird auch gut“ zitierte dabei Vorsitzender Jürgen Ferschl eine Volksweisheit. 17 Monate hat es gedauert und 80 Arbeitsstunden wurden geleistet, bis die Restaurierungsarbeiten abgeschlossen waren. Viele Rädchen mussten ineinandergreifen, bis auch das Original-Typenschild der Lok wieder glänzte und angebracht werden konnte. „Bei den Firmen haben wir großes Verständnis und Unterstützung gefunden“, stellte Ferschl fest und dankte allen Unterstützern.

„Eine großartige Gemeinschaftsleistung, mit der ein Stück der Industriegeschichte unserer Heimat für die Nachwelt erhalten wird“, freute sich Bürgermeister Hans Prechtl. Die Gemeinde habe dafür etliche tausend Euro in die Hand genommen, bemerkte er. „Es steckt ein tieferer Sinn in dem Bestreben, die Tradition und unsere Geschichte zu bewahren“, so das Gemeindeoberhaupt. Zum Dank für das gelungene Werk lud er alle Beteiligten zu einer Brotzeit ein.

Mehr als 100 Jahre lang ist in der Region Nabburg-Stulln-Wölsendorf in zwölf Gruben, darunter viele kleine, Flussspat gefördert worden. Begonnen mit dem Flussspat-Abbau hat es Wilhelm Reichhart 1890. Das Ende dieser bedeutenden Ära kam 1987. Als letzte wurde die Grube „Hermine“ stillgelegt, mit 270 Metern auch die tiefste aller Gruben.

In der Grube „Hermine“ stand die Grubenlok, die jetzt den Ortseingang von Stulln ziert, zuletzt in Diensten. Neben der VAW gehörte auch das stillgelegte Schamotte- und Klinkerwerk Bauer zu den großen Arbeitgebern. An dieses erinnert ein Gedenkstein, den die Gemeinde ebenfalls zum Standort der Lok an den Ortseingang versetzt hat. (sss)

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