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Landwirtschaft

Bauern stellen Forderung an den Minister

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt besuchte auf Einladung von MdB Karl Holmeier die Gemeinde Guteneck.

  • Minister Schmidt diskutiert mit BDM-Milchbauern Foto: smx
  • Minister Schmidt diskutiert mit BDM-Milchbauern Foto: smx
  • Landwirtschaftsminister Christian Schmidt Foto: smx
  • Die Anwesenden applaudierten dem Minister. Foto: smx

GUTENECK.Mit einer halben Stunde Verspätung traf Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt ein und wurde nach der Begrüßung vor dem neuen Gemeindehaus mit Forderungen des Bundesverbandes Deutscher Milchviehalter (BDM) konfrontiert. Kreisvorsitzender Johannes Hösl aus Hof bei Oberviechtach verdeutlichte dabei, dass die Anstrengungen der Politik um den Ausbau eines effizienten Sicherheitsnetzes für den Milchmarkt deutlich an Fahrt aufnehmen müssten.

Sollte die Politik die Lösung globaler Marktkrisen allein den Branchenverbänden überlassen, dann sei ein Scheitern vorprogrammiert. Deshalb sei ein zeitnahes Handeln auf EU-Ebene notwendig, so Hösl. Globale Marktkrisen seien Ausnahmesituationen, deshalb brauche es einen gesetzlichen und politischen Rahmen. Um nicht dauerhaft in den Markt eingreifen zu müssen, gelte es zudem, die Position der Milchviehalter durch die Politik elementar zu stärken und die Risikoverlagerung auf die Bauern zu beenden.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt sprach von einer Regelung mit einer gewissen Preisverlässlichkeit und der Schaffung von Rahmenbedingungen.

MdB Karl Holmeier und Bürgermeister Hans Wilhelm hießen den Gast aus Berlin anschließend im Sitzungssaal des neuen Gemeindehauses willkommen. Ihr Gruß galt auch den anwesenden CSU-Funktionären und den Vertretern des Bauernverbandes mit BBV-Präsident Josef Wutz und Kreisvorsitzendem Josef Irlbacher und den Leitern der Landwirtschaftsämter Schwandorf und Cham. Weitere Grußworte sprachen MdL Alexander Flierl und stellvertretender Landrat Jakob Scharf.

Die BBV-Repräsentanten nannten Hygienevorschriften, Tierwohl, Naturschutzgebiete, die Weidehaltung von Rindern, die geplante Gleichstromtrasse, aber auch das Thema „Wolf“ als Bereiche, mit denen sich die bäuerliche Landwirtschaft derzeit konfrontiert sehe.

Aufgrund der Vielfalt der Themen stellte Bundesminister Schmidt fest, dass wohl niemand alle Fragen aus dem Bereich der Landwirtschaft beantworten könne. Man müsse allerdings schon gegen das Negativ-Image, das gegen die Landwirtschaft zunehmend verbreitet werde, vorgehen. Es könne nicht sein, dass Bauern als Schädiger dargestellt würden. Deshalb gelte es dafür einzutreten, dass die Gesellschaft die Realität des ländlichen Raumes wieder wahrnehme.

Schmidt lobte vor allem den Zusammenhalt der Menschen im ländlichen Raum, den es so in den Großstädten nicht gebe. Er empfahl den Landwirten, „keine Wagenburg“ zu bauen, sondern aktiv an die Öffentlichkeit zu gehen und vor allem auch den Kindern beizubringen, wo das Essen herkomme.

Das Thema Tierwohl dürfe man nicht den Landwirten alleine überlassen, sagte der Minister; er wolle eine Nutztierhaltungsstrategie erstellen. Unter Hinweis auf eine offene Stallhaltung äußerte Schmidt, dass es manchmal notwendig sei, dass Tierwohl vor Umweltschutz komme.

Der Redner kritisierte die von Umweltministerin Barbara Hendricks vorgelegte „TA Luft“, er sei nicht bereit, diese zu unterschreiben, wenn sie Folgen für die Landwirtschaft habe. Zur Düngeverordnung führte er aus, dass die Bauern nach wie vor vier Stunden Zeit hätten, um ausgebrachte Gülle in den Boden einzuarbeiten. Damit wolle man auch kleinen Betrieben entgegenkommen.

Er sprach dann auch den Bau der geplanten Gleichstromtrasse an und stellte eine Regelung in Aussicht, bei der Landwirte für die Nutzung der Erdleitungen entschädigt werden sollen.

Abschließend trug sich der Bundesminister in das Goldene Buch der Gemeinde Guteneck ein und verabschiedete sich dann schnell wegen zahlreicher weiterer Termine. (smx)

Thema Wolf

  • Ministermeinung:

    Zum viel diskutierten Thema „Wolf“ äußerte der Bundeslandwirtschaftsminister, dass der Wolf eben ein Raubtier sei, keine natürlichen Feinde in unserem Öko-System habe und deshalb hier eine Regulierung erforderlich sei.

  • Naturschutz:

    Den Artenschutz bejahte Landwirtschaftsminister Schmidt; hier handle es sich aber um eine Kulturlandschaft und nicht um einen Nationalpark.

  • Fremdenverkehr:

    Auf die Anmerkung von Burkhard Graf Beissel von Gymnich, dass man den Wolf schon wegen des Tourismus in der Region nicht brauchen könne, meinte Minister Thomas Schmidt scherzend, dass das Umweltministerium für den Wolf zuständig sei; Schafe hingegen würden in seinen Geschäftsbereich fallen.

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