MyMz
Anzeige

Helfer räumen Notkrankenhaus ein

In Oberviechtach wurde eine Behelfsklinik errichtet. 100 Patienten aus dem Landkreis Schwandorf können dort versorgt werden.
Von Reinhold Willfurth

Im neuen Eingangsbereich haben Helfer des THW am Montagabend drei Sichtungsräume eingerichtet und die Wände mit Folie verkleidet, damit diese besser desinfiziert werden können. Foto: Süß
Im neuen Eingangsbereich haben Helfer des THW am Montagabend drei Sichtungsräume eingerichtet und die Wände mit Folie verkleidet, damit diese besser desinfiziert werden können. Foto: Süß

Oberviechtach.Der Landkreis ist für einen massiven Anstieg der Zahl von Corona-Patienten gerüstet: Ab Mittwoch kann das Behelfskrankenhaus in der Asklepios-Klinik Oberviechtach bis zu 100 Menschen mit Covid-19 aufnehmen. Die provisorische Klinik wird aber erst dann in Betrieb genommen, wenn alle stationären Einrichtungen im Landkreis am Ende ihrer Aufnahmekapazität sind.

Krankenhaus St. Barbara stockt Bettenzahl auf

Die Asklepios-Klinik in Oberviechtach stellt drei Stockwerke für das Behelfskrankenhaus zur Verfügung. Foto: Gohlke
Die Asklepios-Klinik in Oberviechtach stellt drei Stockwerke für das Behelfskrankenhaus zur Verfügung. Foto: Gohlke

Dass dieser Fall vielleicht schon bald eintreten könnte, illustrieren Zahlen aus der größten Klinik im Landkreis: Das Krankenhaus St. Barbara in Schwandorf hat seine Bettenzahl Anfang dieser Woche kurzfristig von 267 auf 333 aufgestockt. „Parallel dazu werden aktuell weitere Betten reaktiviert, so dass dann noch mehr Betten zur Verfügung stehen“, teilt Hans Prechtl, Sprecher des Landratsamts, auf Anfrage der Mittelbayerischen mit. Noch können die Häuser im Landkreis genügend Patienten aufnehmen.

Pandemie

Expertengruppe managt die Coronakrise

Der Schwandorfer Landrat Thomas Ebeling scharrt täglich ein Führungsteam um sich. In Echtzeit werden Infos ausgetauscht.

Seit drei Wochen plane der Krisenstab im Landratsamt das Behelfskrankenhaus in den leerstehenden Etagen der Asklepios-Klinik, sagt Hans Prechtl. Die Verträge für die Essensverpflegung, Arbeitskleidung und Wäsche würden vorbereitet, EDV und Telefonversorgung aufgebaut. Alles für den Klinikbetrieb nötige Material sei bestellt. Seit vergangenen Freitag laufe die Personalplanung.

Landkreis appelliert an freiwillige Helfer vom Fach

Um eine Ansteckungsgefahr auszuschließen, wurde ein spezieller Eingangsbereich für Corona-Patienten eingerichtet. Foto: Süß
Um eine Ansteckungsgefahr auszuschließen, wurde ein spezieller Eingangsbereich für Corona-Patienten eingerichtet. Foto: Süß

In einem Aufruf hatte sich der Landkreis an medizinisches Personal, zum Beispiel auch pensionierte Ärzte aus der Region, mit der Bitte um Hilfe gewandt. Die Resonanz sei gut gewesen, sagt Landkreis-Sprecher Prechtl. Die Ärzte und Pfleger würden dort eingesetzt, wo sie gebraucht werden, also zunächst in den vier regulären Krankenhäusern im Landkreis. Erst wenn diese „bis Oberkante Unterlippe“ mit Corona-Patienten belegt seien, trete die Behelfsklinik in Aktion, sagt Prechtl.

Nach Informationen der Mittelbayerischen sollen dort stationäre Patienten untergebracht werden, die keine intensivmedizinische Betreuung mehr benötigen. In Oberviechtach sollen sie die Lungenkrankheit ausheilen. Ausdrücklich nicht ist das Behelfskrankenhaus als Anlaufstelle für Personen gedacht, die sich einem Corona-Test unterziehen wollen.

THW, Feuerwehr, BRK und Johanniter helfen zusammen

Feuerwehrleute aus Oberviechtach luden Betten aus Bundeswehrbeständen ab. Helfer von BRK und Johannitern stellten sie auf. Foto: FW Oberviechtach
Feuerwehrleute aus Oberviechtach luden Betten aus Bundeswehrbeständen ab. Helfer von BRK und Johannitern stellten sie auf. Foto: FW Oberviechtach

Die provisorische Klinik ist nun bereit für den Ernstfall. Helfer der Feuerwehr Oberviechtach luden am vergangenen Donnerstag mit einem Stapler die letzten 50 Betten aus Bundeswehrbeständen von einem Sattelzug, wie Kommandant Ferdinand Roßmann im Gespräch mit der Mittelbayerischen berichtet. Kräfte des BRK, unterstützt durch zehn Helfer der Johanniter, stellten die Betten am Wochenende auf.

Pandemie

Große Hilfsbereitschaft für St. Barbara

Das Schwandorfer Krankenhaus baut vor für eine Verschärfung der Coronakrise. Viele Freiwillige haben sich bereits gemeldet.

Am Montag und Dienstag vollendeten Helfer des Technischen Hilfswerks die Extra-Zufahrt und den neuen Empfangsbereich. Dort richteten sie in einem überdachten Vorbau drei Räume für die Voruntersuchung und einen Empfang für die Registrierung der Patienten ein, sagt Hans Deyerl vom THW Oberviechtach. Am Montagnachmittag verkleideten die THWler die Wände mit Folie, um die Räume besser desinfizieren zu können. Am Dienstag brachten die Techniker noch die Beleuchtung in den drei Räumen an.

Zwei Kliniken unter einem Dach

Auch die Außenfassade des Eingangsbereich wurde für eine Desinfektion vorbereitet. Foto: Süß
Auch die Außenfassade des Eingangsbereich wurde für eine Desinfektion vorbereitet. Foto: Süß

Auch wenn in absehbarer Zeit noch keine Corona-Patienten in Oberviechtach aufgenommen werden, erfüllt der neue Aufnahmebereich bereits jetzt eine Funktion: Alle Patienten, die in die Asklepiosklinik eingeliefert werden, würden dort ab Mittwoch auf Anzeichen von Covid-19 untersucht, sagt Chefarzt Dr. Christian Glöckner im Gespräch mit der Mittelbayerischen. Die Zusammenarbeit mit der „Klinik in der Klinik“ sei gut, der normale Krankenhausbetrieb sei nicht beeinträchtigt, zumal es eine Extra-Zufahrt gebe. Der Asklepios-Konzern unterhält in Oberviechtach 40 Planbetten.

Mehr Nachrichten aus Schwandorf und Umgebung lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht