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Jubiläum

In der Werkstatt fing alles an

Die Tischtennisabteilung Schwarzenfeld blickt bereits auf 70 Jahre zurück. Das Spiel mit dem kleinen Ball hat viele Fans.
Von Josef Schiessl

Die erste Mannschaft bei einem der ersten Punktespiele beim TSV Schwandorf. Damals waren Georg Steinbacher, Josef Schießl, Josef Nerf, Josef Manner, Conny Hoffmann und Richard Spindler die aktiven Spieler, Spartenleiter war Dieter Mücke. Foto: Archiv Schießl
Die erste Mannschaft bei einem der ersten Punktespiele beim TSV Schwandorf. Damals waren Georg Steinbacher, Josef Schießl, Josef Nerf, Josef Manner, Conny Hoffmann und Richard Spindler die aktiven Spieler, Spartenleiter war Dieter Mücke. Foto: Archiv Schießl

Schwarzenfeld.Die FC-Tischtennisabteilung feiert am 17. und 18. Mai ihr 70-jähriges Bestehen. Auf dem Programm stehen ein Hobby-Turnier und ein Jubiläumsturnier und als Höhepunkt ein Kommersabend.

Das sportliche Leben im Markt wurde seit der Gründung des 1. FC Schwarzenfeld im Jahr 1920 bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges von König Fußball regiert. Mit dem Kriegsende erwachte das sportliche Leben neu und Ende 1945 kamen bald, bedingt durch viele Neubürger, Schach, Faustball und Feldhandball hinzu – und 1948 dann der „Sport mit dem kleinen weißen Ball“. Die Geburtsstunde schlug im Deiselkühner Weg und im Katholischen Jugendheim.

Turniere zum Fest

  • Mitglieder:

    Derzeit hat die FC Tischtennisabteilung insgesamt 60 Mitglieder.

  • Programm:

    Am Freitag, 17. Mai gibt es ein Hobbyturnier in der Schulturnhalle (Kinder von 14 bis 17 Uhr; Erwachsene von 17 bis 19 Uhr). Am Samstag, 18. Mai, folgt das Jubiläumsturnier in der Schulturnhalle mit Mannschaften aus dem Landkreis (ohne TTR-Wertung). Ab 18 Uhr Kommersabend im Sportpark.

Ein Kriegsheimkehrer, der in Frankreich mit dem Tischtennissport Bekanntschaft gemacht hatte, schickte Sepp Manner mit fünf „Deutschen Mark“ – kurz nach der Währungsreform eine gewichtige Summe – in die „Tauschzentrale“ in der Kirchstraße. Der 14-Jährige erwarb dafür zwei Schläger und ein Netz. Damit begann in der Sattlerwerkstatt seines Vaters auf einer Holzplatte das Tischtennisspiel. Im Deiselkühner Weg brach das TT-Fieber aus. Improvisation war Trumpf: Eine große Holzplatte wurde Spieltisch, Schläger wurden gefertigt und Sepp Manner, Josef Nerf, Richard Spindler warteten ungeduldig, bis Meister Manner Feierabend machte, um die Sattlerwerkstatt in Beschlag nehmen zu können. Gleichzeitig spielten im neu erbauten Katholischen Jugendheim Josef Schießl, Georg Steinbacher und Josef Pösl mit der kleinen Kugel – inspiriert durch Sepp Berr vom TV Nabburg, dessen Mannschaft um Richard Ertl, Achim Schrempel und die Bernhard-Brüder in der Oberpfalz einen Namen hatte.

Begeisterung und Idealismus

Es dauerte nicht lange, die Liebe zu dem neuen Spiel führte die Protagonisten zusammen. Begeisterung und Idealismus halfen, in der harten Nachkriegszeit alle Anfangsschwierigkeiten zu überwinden. Neue Freunde kamen hinzu und der Ehrgeiz wuchs, sich mit anderen zu messen. Josef Manner und Josef Nerf waren die Triebfedern.

Historie

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Im Mai 1949 wurde unter dem Dach der Deutschen Jugendkraft (DJK) um Punkte gekämpft. Da dabei der Spielbetrieb auf wenige Mannschaften begrenzt war, schloss man sich 1952 dem TV Schwarzenfeld an und nahm am BLSV-Spielbetrieb teil. Als sich 1954 der TV auflöste, kam mit dem Anschluss an den 1. FC der entscheidende Schritt. Das Spielniveau stieg, brachte den Aufstieg in die Bezirksliga. Ein erstes Team mit Josef Manner, Josef Schießl, Josef Nerf, Georg Steinbacher, Conny Hofmann und Richard Spindler lieferte heiße Partien gegen den TSV Schwandorf, TV Amberg oder TuS Rosenberg. Manfred Zimmer und Siegfried Schwammberger verstärkten es. Mit dem Rad ging es zu den Punktespielen beim ASV Cham und dem TV Furth – ein Beweis dafür, wie begeistert die Spieler von ihrem Sport waren. Oft mussten sie damals auch in die eigene Tasche greifen.

Tolle Platzierungen

Sie schafften den Sprung in die Bayernliga (v. li.): Rainer Eckert, Peter Manner, Thomas Gerber, Helmut Scholz, Alfred Zweck und Bernhard Gruber mit Abteilungsleiter Eduard Eckert (re.) Foto: Repro Schiessl
Sie schafften den Sprung in die Bayernliga (v. li.): Rainer Eckert, Peter Manner, Thomas Gerber, Helmut Scholz, Alfred Zweck und Bernhard Gruber mit Abteilungsleiter Eduard Eckert (re.) Foto: Repro Schiessl

Der Bau des FC-Sportheimes in der Siedlung 1959 und der Schulturnhalle 1969 sorgten dann für einen verbesserten Trainingsbetrieb. Zum Glücksfall wurde, dass die ehemalige Piehler-Werkstatt zur Verfügung stand. Zwei „Deiselkühner Wegerer“, Peter Manner 1971 und Bernhard Gruber 1978, wurden Bayerische Schülermeister. Sie gehörten zum Team, das in der Ära von Spartenleiter Eduard Eckert mit Rainer Eckert, Thomas Gerber, Helmut Scholz und Alfred Zweck – alles Eigengewächse – 1984 mit fünfmaligem Aufstieg den Sprung in die Bayernliga schaffte. Hans Steger, Richard Spindler oder Thomas Schleicher trugen zu hervorragenden Platzierungen bei. Viele Einzeltitel wurden errungen. Auch die Damen vertraten mit Gabi Manner, Gabi Eckert, Imgard Vier, Sigrid Daxberger, Ina Strunk und Ilona Faget die FC-Farben erfolgreich und holten Bezirkstitel nach Schwarzenfeld. Ein lebhaftes Vereinsleben mit Ausflügen und Turnieren schufen eine echte Gemeinschaft.

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