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KULTUR

Kann Lissy eine Lady werden?

Im neuen Stück des Theater- und Festspielvereins wird gesungen und getanzt. Erstmals ist die Bühne mitten am Kirchplatz.

Nach dem großen Erfolg des „Stoapfälzer Jedermann“ im Steinbruch zeigt der Verein erneut ein Freilichtstück, aber mitten in Nittenau.  Foto: Renate Ahrens
Nach dem großen Erfolg des „Stoapfälzer Jedermann“ im Steinbruch zeigt der Verein erneut ein Freilichtstück, aber mitten in Nittenau. Foto: Renate Ahrens

NITTENAU.Das arme Blumenmädchen Lissy schlägt sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Doch eine zufällige Begegnung mit Sprachwissenschaftler Professor Högner verändert ihr Leben. Der Professor wettet nämlich mit seinem Freund Oberst Prechtl, dass es ihm gelingen wird, aus Lissy innerhalb weniger Wochen eine feine Dame zu machen – gar als eine Herzogin könne sie sich ausgeben. Lissy, die breites Oberpfälzisch spricht, müsste eben nur Hochdeutsch lernen.

Sofort hatte der Professor erkannt, wo Lissy herkommt. „Es ist nicht schlimm, wenn man aus Kaspeltshub stammt – jedenfalls nicht schlimmer, als käme man aus Fischbach oder Hof am Regen“, beschwichtigt der Professor und wendet sich den Zuschauern zu, um deren Dialekte zu studieren.

Petticoats fliegen, die Herren haben natürlich Melone und Spazierstock dabei. Heute haben die Schauspieler zum ersten Mal ihre Kostüme angezogen. Schließlich laufen die Proben für das Stück „Der Stoapfälzer Pygmalion – My Fair Lady“ des Theater- und Festspielvereins Nittenau nun bereits auf Hochtouren. Premiere ist am 10. August, und auch der Schauort wird ein ganz neuer sein: Erstmals wird der Kirchplatz vor dem Haus des Gastes zur großen Bühne. Nach dem großen Erfolg vom „Stoapfälzer Jedermann“ vor zwei Jahren im Treidlinger Steinbruch hat man sich erneut für ein Freilichtstück entschieden.

Rollen auf den Leib geschrieben

Das Stück ist eine Adaption von „Pygmalion“ von Bernard Shaw. Besser bekannt ist das Musical „My fair Lady“, das ebenfalls auf der Geschichte des Pygmalion beruht. Regisseurin und Autorin Christina Fink-Rester hat, wie beim „Stoapfälzer Jedermann“, den insgesamt 22 Nittenauer Schauspielern ihre Rollen auf den Leib geschrieben.

Dieses Stück ist aber in vieler Hinsicht eine besondere Herausforderung: Es handelt sich um ein Schauspiel mit Musicalelementen. Beliebte Melodien aus „My fair Lady“ werden zu hören sein, die teilweise von Fink-Rester passend zum Stück umgeschrieben wurden. Der bekannte Jazz-Pianist Eberhard Geyer hat die Lieder mit den Sängern einstudiert und übernimmt die Klavierbegleitung. Die Tänzerinnen der Nittenauer City-Girls werden mit zwei Auftritten Bestandteil der Inszenierung werden. Ihre Choreographie übernimmt Judith Huschenbett. Das Stück spielt in den 1950er Jahren, in diesem Stil sind auch die Kostüme. Den Schauspielern macht das Ganze viel Spaß. „Ich ziehe mich insgesamt viermal um“, sagt Angelika Deml – schließlich verkörpert sie gleich vier Rollen, von einer „Bordsteinschwalbe“ bis zur Baronin von Weissenbach.

Stilvolles Ambiente

Entsprechend der noblen Kulisse zaubert der Verein ein stilvolles Ambiente mit Champagnerbar für die Theaterbesucher – immerhin findet eine Szene auch auf der noblen Ascot-Rennbahn statt, und dort geht es um nichts Geringeres als um den Großen Preis von Straubing, erzählt Vorstand Albert Meierhofer und legt dabei kurz seinen feinen britischen Akzent ab, den er für die Bühne aufsetzt.

Spannend und lustig wird es auf jeden Fall. Und wird Lissy tatsächlich zur feinen Dame? Bereits jetzt sei sie eigentlich ein „anständig‘s Moidl“ , sagt sie. Aber Anstand, so sagt der Professor, müsse man sich eben auch leisten können.

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