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Maxhütte-Haidhof
Sonntag, 23. September 2018 22° 7

Umgehungsstraße

Trasse: Rücksicht auf Bürger und Natur

Der Stadtrat von Maxhütte-Haidhof hat sich auf eine „Vorzugsvariante“ für die Trassenführung der Umgehung festgelegt.
Von Norbert Wanner

Die neue „Vorzugsvariante“ für die Umgehungsstraße soll „mit den größten Entlastungseffekten für alle drei Städte“ verbunden sein.
Die neue „Vorzugsvariante“ für die Umgehungsstraße soll „mit den größten Entlastungseffekten für alle drei Städte“ verbunden sein. Foto: bat/MZ-archiv

MAXHÜTTE-HAIDHOF.Der Stadtrat von Maxhütte-Haidhof hat eine einstimmige Entscheidung für eine Umgehung im Städtedreieck getroffen und sich bereits auf eine „Vorzugsvariante“ für die Trassenführung festgelegt. „Die Trassenvarianten mit den größten Entlastungseffekten für alle drei Städte sollen für die Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens in die Abwägung einbezogen werden. Es ist eine Vorzugsvariante zu wählen, die aus den Trassen eins und acht zusammengesetzt werden kann“, heißt es in dem Beschluss vom Donnerstag. „Ab der Kreisstraße SAD 1 Richtung Norden bis zur jetzigen B 15 ist ein Anschluss vorzunehmen, der die Verbindung so gewährleistet, dass Förderfähigkeit und eine Entlastungswirkung besteht.“ Bestandteil der Planungen für die Umgehungsstraße müsse dabei sein, dass zusätzlich für das derzeitige Unternehmen Thyssen Dück eine alternative Anbindung geschaffen wird, die ein Wohngebiet nicht durchschneidet. Die Bürger des Städtedreiecks seien „ausreichend zu informieren und durch verständliches Informationsmaterial über die Planungen auf dem Laufenden zu halten.“

Erstmals einmütige Zustimmung

Der Beschluss stellt in mehrfacher Hinsicht ein Novum dar. Erstmals bekannte sich das Gremium einmütig zu einer Umgehung im Städtedreieck und gleichzeitig übernahmen die Maxhütter gleich die Rolle der Lokomotive in Sachen Umgehung und legten eine Trassenvariante (Vorzugsvariante) fest. Nicht weniger neu war, dass der Beschluss auch dort Wohlwollen fand, wo bisher der Widerstand gegen das Thema Umgehung Namensgeber war: Bei der „BI Alex sagt Nein“. Rund ein Dutzend Mitglieder hatten an der Sitzung des Stadtrates als Zuhörer teilgenommen. Diese war extra in die Stadthalle verlegt worden, weil angesichts des Themas mit größerem Andrang gerechnet worden war, der jedoch ausblieb. Die Mitglieder der BI gaben bereits kurz nach der Sitzung eine Stellungnahme ab. Die fiel mehr als moderat aus: Die BI begrüßt es, „dass der Stadtrat heute die 10er Trassen (Preihsl-Trassen) einstimmig abgelehnt hat und sie planerisch nicht mehr weiter verfolgen will. Gerade diese Trassen hätten dem Ökosystem Weihergebiet die größten Schäden zugefügt. Sie hätten ein wunderschönes Naherholungsgebiet zerstört und die Bürger der Hugo-Geiger-Siedlung, von Ziegelholz sowie Maxhütte-Nord unzumutbar belastet“, lautete die Mail, gezeichnet von Dr. Franz Schmidkunz.

Die „Vorzugsvariante“ setzt sich aus den Varianten 1 und 8 des Verkehrsgutachtens zusammen. Grafik: MZ-Infografik
Die „Vorzugsvariante“ setzt sich aus den Varianten 1 und 8 des Verkehrsgutachtens zusammen. Grafik: MZ-Infografik

Eine neue Tonlage kennzeichnete auch die Diskussion im Stadtrat. Hatte es zuletzt noch unterschiedliche Positionen gegeben, als die CSU mit dem Antrag eines Ratsbegehrens zur Umgehung gescheitert war, war der Ton diesmal moderat, sachlich und konstruktiv. Den Grundstein dafür legte eine Klausurtagung des Stadtrates, auf der das Thema umfassend behandelt worden war. Über diese Beratungen berichtete Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank als Einführung zum Tagesordnungspunkt Umgehung.

Im Kern ging es dabei um die bereits mehrfach öffentlich erörterten Inhalte des Verkehrsgutachtens, das im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung der Stadträte von Maxhütte, Teublitz und Burglengenfeld in der Maxhütter Stadthalle vorgestellt worden war. Sie stellte noch einmal die Zahlen mit dem prognostizierten Verkehrsaufkommen 2030 vor, das gegenüber heute eine Steigerung von bis zu 30 Prozent voraussagt.

Finanzierung und Ausblick

  • Kosten:

    Ausführlich wurde die mögliche Finanzierung einer Umgehung im Städtedreieck erläutert. Bei aktueller Förderlage läge der Zuschuss bei geschätzten 20 Millionen Euro Gesamtkosten bei 16 Millionen Euro (80 Prozent). Die restlichen vier Millionen würden durch vier (Burglengenfeld, Teublitz, Maxhütte, Landkreis) geteilt, so dass eine Million pro Stadt verbleibe.

  • Ausblick:

    Nachdem der Stadtrat von Maxhütte-Haidhof jetzt eine Vorzugsvariante festgelegt hat, sind wieder Teublitz und Burglengenfeld am Zug. Diese Städte müssen gleichfalls Vorzugsvarianten wählen. Daraus muss die gemeinsame Vorzugsvariante erarbeitet werden. Letzter Schritt vor einem Planfeststellungsverfahren wäre die Fassung vier gleichlautender Beschlüsse der drei Städte und des Landkreises. (bxh)

„Wir müssen handeln“

Breiten Raum in ihren Ausführungen nahm das Thema Lärmschutz möglicher Anwohner, Schutz der Natur und Bedenken der Bürger ein. Dr. Plank stellte abschließend fest: „Meine persönliche Meinung: Wir müssen handeln. Weitere 30 Jahre des bloßen Zusehens werden uns unsere Nachkommen nicht danken.“

In der folgenden Beratung meldete sich als erster Horst Viertlmeister für die SPD zu Wort und nahm Bezug auf die Klausurtagung. Dort habe die SPD „viele Antworten auf die Fragen des Jahres 2014 erhalten. Das gab einen gewissen Aha-Effekt.“ Ergebnis seines Vortrages war die Trassenführung, die aus SPD-Sicht die größte Entlastung in Sachen Verkehr bringe und gleichzeitig den Belangen der Bürger und des Naturschutzes am Weitesten entgegenkomme: eins plus acht. „Die Sache kommt in Bewegung, das war der Grund für den Antrag eines Ratsentscheids“, sagte CSU-Fraktionssprecher Josef Stadlbauer. Er selbst favorisiere zwar eine andere, als die von der SPD vorgeschlagene Trasse, „aber ich werde mich der Mehrheit anschließen, von der ich erkennen kann, dass daraus was wird“. „Es ist alles gesagt worden“, stellte UWM-Sprecher Rudolf Seidl fest. Seine Fraktion werde dem Vorschlag der SPD folgen. Dem schlossen sich auch die Freien Wähler an.

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