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Maxhütte-Haidhof
Freitag, 21. September 2018 25° 3

Stadtrat

Wasserrohre: Millionen für Sanierung

Bisher ist man in Maxhütte-Haidhof nicht allzuweit gekommen. Über die Ausgaben wird bei den Haushaltsberatungen entschieden.
Von Norbert Wanner

Anschauungsmaterial gab es für den Stadtrat zu den Tagesordnungspunkten Sanierungskonzept Wasser und Kanal.
Anschauungsmaterial gab es für den Stadtrat zu den Tagesordnungspunkten Sanierungskonzept Wasser und Kanal. Foto: bxh

MAXHÜTTE-HAIDHOF.Einstimmig billigte der Stadtrat die Fortschreibung der Sanierungsplanung für die Wasserversorgung. Dabei wurde festgestellt, dass man bisher nicht sehr weit gekommen ist. Bei der Sitzung am Donnerstagabend hatten langjährige Stadträte wohl ein Déjà-vu: Im April des Jahres 2000 hatte Diplom-Ingenieur Alfred Weiß aus Neunburg v. Wald ein Gesamtkonzept zur Wasserversorgung vorgestellt. „57 Prozent des vorhandenen Leitungsnetzes stammt aus den Jahren um 1960, neun bis zehn Kilometer Wasserrohre sind sogar älter als 70 Jahre. Die voraussichtlichen Kosten: allein 8,9 Millionen Deutsche Mark entfallen dabei auf den Punkt Sanierung des Netzes“, hieß es damals.

Die Sanierungsplanung von 2009 schrieb den Erstentwurf von 2000 fort. Hier setzten die Erläuterungen von Stadtbaumeister Gerhard Schmid ein. 850 000 Euro hätten jährlich investiert werden sollen, um rund 15 Prozent des Leistungsnetzes zu erneuern und die dringendsten Erneuerungsmaßnahmen durchzuführen. Allerdings wurde dieses Ziel nicht erreicht, statt angedachten 15 Kilometern seien fünf Kilometer saniert worden.

Bezogen auf die Situation von 2000, als 76 Prozent des Netzes älter als 40 Jahre waren, sind es aktuell 55 Prozent, listet die „Fortschreibung der Sanierungsplanung“ in der Gesamtschau auf. Trotz dieser Fortschritte heißt es am Beginn des Papieres: „Es ist jedoch erkennbar, dass die Anzahl der Reparaturen von Schadensfällen noch nicht entscheidend zurückgegangen ist.“ Die Fortschreibung 2014 sieht jetzt wieder einen Sanierungsplan über fünf Jahre vor, mit einer durchschnittlichen Investition von einer Million Euro im Jahr. Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank wies daraufhin, dass es sich bei der Auflistung um Vorschläge handle. Sowohl über die Reihenfolge als auch über die tatsächlichen Ausgaben entscheide der Stadtrat im Rahmen der Haushaltsberatungen.

SPD-Fraktionssprecher Franz Brunner sprach von „erschreckenden Zahlen“. Man müsse zugeben, dass zu wenig gemacht wurde, so Brunner. „Wir wissen, was nötig ist, wir wissen aber auch, wir können nicht alles machen.“ „Wir saßen vor sechs Jahren so da wie jetzt“, sagte CSU-Sprecher Josef Stadlbauer. „In den Haushaltsberatungen müssen wir die Hose runterlassen“, war seine Schlussfolgerung. Stadlbauer plädierte dafür, die „Schuldenbremse“ zu lösen. Die Zinsen am Kapitalmarkt seien extrem niedrig, „wenn nicht jetzt, wann dann?“ Man müsse den Bürgern klar machen, dass die Stadt ein Gemeinwesen darstelle, es sei nicht allein Sache des Stadtrates die Aufgaben dieses Gemeinwesens wahrzunehmen“, wies der CSU-Sprecher in Richtung Gebühren Wasser und Kanal. UWM-Sprecher Rudolf Seidl beantwortete seine rhetorische Frage gleich selbst: „Warum wurde nichts gemacht? Weil kein Geld da ist.“ Seidl forderte die Verwaltung auf, dem Stadtrat eine Gesamtaufstellung des städtischen Vermögens mit sämtlichen Liegenschaften und Sachwerten vorzulegen. Dann müsse man ein „Gesamtpaket“ schnüren, das neben der Frage von Kreditaufnahmen, auch die Höhe der Gebühren und die Frage von Einmalzahlungen durch die Bürger enthalte.

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