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Interview

Deutsche Sprache und deutscher Alltag

Die Realschullehrerin Angi Hirmer hatte die Idee für den unkonventionellen Unterricht für Flüchtlinge.

Angi Hirmer hatte die Idee zu dem Projekt.
Angi Hirmer hatte die Idee zu dem Projekt.

Nabburg.Was lernen die Flüchtlinge in Ihrem Projekt außer Grundkenntnissen in der deutschen Sprache?

Sie lernen ein bisschen Land und Leute kennen, sie „kommen sich näher“, sie sprechen über andere Themen als nur die deutsche Sprache. Zum Beispiel, wo ein Fest ist oder wie man ins Freibad nach Perschen kommt – eben einfach alltägliche Dinge. Und was mir die Flüchtlinge gesagt haben: Am Anfang haben sie gedacht, jetzt kommen da so Kinder und wollen uns etwas beibringen, und dann waren sie so begeistert, wie kompetent unsere Schüler sind, über die Art, wie sie ihr Wissen weitergeben.

Wie haben Sie Ihre Schüler auf ihre Aufgabe als Deutschlehrer vorbereitet?

Wir sind das Arbeitsbuch durchgegangen, für das es eine didaktische Empfehlung gibt. Das habe ich ihnen etwas heruntergebrochen, habe ihnen Methoden gezeigt, die sie anwenden können – und alles andere ging dann ganz schnell von alleine.

Das Projekt läuft ja unter dem Dach einer bayerischen Schule. Was sagt die Bayerische Schulordnung dazu?

Wir haben hier ja pädagogischen Spielraum, können am Nachmittag Arbeitsgruppen und -kreise anbieten. Freiwilliges Engagement ist immer gern gesehen, wenn der Unterricht nicht leidet. Und so etwas bringt die Schüler ja auch weiter. Natürlich habe ich mir die Genehmigung bei meiner Schulleiterin einholen müssen, das ist klar. Aber sie ist da sehr aufgeschlossen. Da möchte ich auch nochmals auf unser Schulleitbild KISS – „kreativ, innovativ, sozial, sportlich“ hinweisen.

Was sagen die Kollegen?

Ich habe nichts Negatives gehört, im Gegenteil. Ich habe ja einige Kollegen, die selbst Kontakt zu Asylbewerbern haben. Bei den Schülern, vor allem in den unteren Jahrgängen, ist da natürlich erst einmal eine gewisse Skepsis da. Aber sobald der erste Kontakt da war und sobald man ihnen ein wenig die Hintergründe erklärt hat, ist sehr viel Verständnis zu spüren.

Könnte Ihr Projekt Schule machen?

Das will ich hoffen, nachdem das bei uns ein überraschend großer Erfolg ist. Wenn andere Schulen die Idee aufgreifen würden, könnte das bayernweit ein großer Gewinn werden.

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