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Natur

Neue Wege für den Kampf gegen Blaualgen

Ein Teppich aus Röhricht würde dem Bodenwöhrer Hammersee Nährstoffe entziehen. Auch das Wehr könnte positiv sein.
Von Randolf Alesch

Bürgermeister Birner aus Neunburg, der Oberpfälzer Regierungspräsident Bartelt, Bürgermeister Hoffmann aus Bodenwöhr und der 2. Bürgermeister Wolfgang Spießl aus Rötz (von links) erkundigten sich vor der Talsperre und dem Entnahmeturm in Bautzen bei Betriebsleiter Fritze (Mitte) über die Blaualgenbekämpfung Foto: Randolf Alesch
Bürgermeister Birner aus Neunburg, der Oberpfälzer Regierungspräsident Bartelt, Bürgermeister Hoffmann aus Bodenwöhr und der 2. Bürgermeister Wolfgang Spießl aus Rötz (von links) erkundigten sich vor der Talsperre und dem Entnahmeturm in Bautzen bei Betriebsleiter Fritze (Mitte) über die Blaualgenbekämpfung Foto: Randolf Alesch

Bodenwöhr.Der Kampf gegen die Blaualgen im Hammersee geht weiter. Kürzlich traf sich deswegen Bürgermeister Georg Hoffmann mit Dr. Volker Seidel von der ÖKON-Vegetationstechnik GmbH aus Tangstedt in der Nähe von Hamburg am Hammersee, um die Situation vor Ort, vor allem die Anwendungsmöglichkeiten von sogenannten Schwimmteppichen aus Röhricht, zu besprechen.

Seidel ist überzeugt, dass durch solche Röhrichtteppiche beim Zulauf aus dem Weichselbrunner Weiher, am besten auf beiden Seiten der Brücke, eine Verbesserung der Blaualgensituation zu erreichen wäre. Die Wurzeln des nachwachsenden Röhrichts würden das Wasser filtern und könnten damit den Nährstoffeintrag aus dem Weichselbrunner Weiher aufnehmen. Wenn man das Röhricht dann im Herbst „erntet“, würde man dem See weitere Nährstoffe und somit den Blaualgen die Grundlage entziehen.

Nützliche Inseln

  • Über Wasser:

    Die oberirdische Biomasse einer Röhrichtinsel erweitert den Lebensraum für Insekten und Vögel.

  • Unter Wasser:

    Die frei ins Wasser hängenden Wurzeln filtern nicht nur die Nährstoffe aus dem Wasser und haben so eine hohe Selbstreinigungskraft, sie ermöglichen auch die Entstehung eines komplexen Nahrungsgefüges sowohl für Raub- als auch Friedfischen. (tal)

Da das Röhricht ansonsten nur positive und keine negativen Auswirkungen auf Flora und Fauna habe und somit auch die Naturschützer hinsichtlich des Weichselbrunner Weihers nichts dagegen hätten, will Hoffmann den Kauf und den Einbau solcher Röhrichtinseln am heutigen Donnerstag in der Hauptausschusssitzung dem Gremium zur Entscheidung vorlegen. In der Mai-Sitzung des Gemeinderats wurde die weitere Ultraschallanwendung durch das Büro Wassmann im Hammersee mehrheitlich abgelehnt. Dagegen wurde die Fortsetzung des Monitorings, um die Nährstoffeinträge besser feststellen und bewerten zu können, befürwortet. In der Hauptausschusssitzung am Donnerstag soll nun auch hierüber entschieden werden.

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Weiter hat Hoffmann kürzlich mit seinem Amtskollegen Martin Birner aus Neunburg und der Regierung der Oberpfalz die Talsperre in Bautzen besucht, wo man seit den 80er Jahren die Blaualgen erforscht und bekämpft, zum Teil mit bemerkenswertem Erfolg. Dort hat man 2017 eine epilimnische Entnahmeanlage gebaut mit der man das Ablassen des warmen Oberflächen- und des kälteren Tiefenwassers und damit die Wassertemperatur im See regulieren kann. Im Sommer wird vorwiegend das warme Oberflächenwasser abgegeben und so die Wassertemperatur etwas niedriger gehalten. Wird nämlich das Wasser im See zu warm, werden die Schichten in der Talsperre durchmischt. Dabei werden die Nährstoffe, die die Blaualge zum Wachsen braucht nach oben gespült.

In Bodenwöhr müsste man eine solche Anlage nicht mehr bauen, da bereits das Wehr am Weiherdamm vorhanden wäre, das noch im Besitz der Firma Fischerhaus ist und das eine Wasserregulierung ermöglichen würde. Damit einhergehen würde aber die wohl teure alleinige Verantwortung für den Hochwasserschutz in Form einer Flutmulde und eines 2. Durchlasses, der vom Straßenbauamt beim Bau der Staatsstraße geschlossen wurde.

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