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Bauwerk

Das „Herz der bayerischen Energie“

Die Erweiterung der Netzleitstelle in Neunburg war ein Ziel der Architektouren 2016 der Bayerischen Architektenkammer.

Architekt Michael Steidl erläuterte den Besuchern das Bauwerk.
Architekt Michael Steidl erläuterte den Besuchern das Bauwerk. Foto: gms

Neunburg.Eines von 289 Projekten und Bauvorhaben der Architektouren 2016 steht in Neunburg. Das „Herz der bayerischen Energie“ bekam 2015 durch das Architekturbüro Michael Steidl ein Upgrade durch einen modernen, zeitgemäßen und energetische sanierten Anbau. Ein Jubiläum sozusagen, denn vor 30 Jahren, 1987, hat Steidl die damals weltgrößte Solarwasserstoffanlage mit Besucherzentrum entworfen und sich zeitgleich mit diesem Auftrag selbständig gemacht. „Sie müssen sich wegen uns nicht selbständig machen,“ war damals die Aussage von Dr. Richter bei der Vergabe des Auftrags. „Jetzt oder nie, hab ich gesagt und den Schritt gewagt“, so Steidl.

Nach dem Bau des Mehrzweckgebäudes der Solarwasserstoffanlage kam die Solartankstelle hinzu, 20 Jahre später die Netzleitwarte und nun acht Jahre später die Erweiterung. Die Frage, warum sich das Bayernwerk genau hier in Neunburg diesen Standpunkt ausgesucht hat, konnte Architektin Barbara Steidl sofort beantworten: „Theoretisch könnte das Gebäude überall stehen, aber hier gibt es die meisten Sonnenstunden, und somit ist es hier am ertragreichsten.“

Die Bedingungen für den Anbau waren klar definiert: Es musste ein direkt an das Gebäude angeschlossener erdgeschossiger Anbau sein, es wurden nachhaltige Baustoffe empfohlen und es war eine sehr kurze Bauzeit einzuhalten. Der Anbau wurde in Holzständerbauweise errichtet, wärmegedämmt und mit einer Lüftungsanlage ausgestattet. Durch die freigespannte Decke ist es jederzeit möglich, An- und Umbauten durchzuführen. Der „Klimaboden“ im Gebäude kann die Zimmerwärme äußerst gut aufnehmen. Geheizt wird durch das Blockheizkraftwerk der Stadtwerke. Aus akustischen Gründen wurde ein Teppichboden verlegt, der pflegeleicht und strapazierfähig ist und aus Kugelgarn besteht. Der Verbindungsbau zwischen Alt- und Neubau ist brandgeschützt und stellt einen harmonischen Übergang dar.

„Die Gewinnung des Stroms mit Solarzellen ist unsere Zukunft“, so Michael Steidl, „daher richtet sich der Blick aus den Fenstern direkt auf die Solarzellen – der Blick auf die Zukunft.“ Grund für die Erweiterung des bestehenden Gebäudes war eine Erweiterung der räumlichen Kapazitäten, um mehr Arbeitsplätze und Besprechungsmöglichkeiten zu schaffen.

Johannes Steidl und Barbara Steidl erläuterten die einzelnen Bauschritte und Materialien. Die Küche des Anbaus fügt sich farblich abgestimmt ein, und deutlich sichtbar ist für jeden das Zusammenspiel vonInnen- und Außenarchitektur mit Farbkonzept und Raumgestaltung. Es gibt ein ausgeklügeltes Konzept mit der flexiblen Trennwand zwischen Küche und Besprechungsraum, die jederzeit auch zur Teilung des Besprechungsraumes verwendet werden kann. Auffallend ist die Helligkeit im Gebäude durch die großen Glasfenster und die Innentrennwände aus Glas. Als Highlight pries Michael Steidl das Gebäude bei Nacht an: „Es schaut aus, als ob es schwebt, da verschiedene Spots das Gebäude von unten her beleuchten und es auf Säulen gebettet ist.“

Durch das Gebäude führte Peter Schmitzer vom Bayernwerk und gab zugleich einen kurzen Einblick in die Netzleitstelle. Nach einer kurzen Außenführung und Erläuterungen über die Gestaltung der Außenfassade bedankte sich Michael Steidl bei allen Teilnehmern der Architektouren 2016 für ihr Interesse.(gms)

Netzleitstelle

  • Aufgabenbereich

    : Die Netzleitstelle Neunburg überwacht das gesamte Mittelspannungsstromnetz des Bayernwerks, von Aschaffenburg bis ins Berchtesgadener Land. Hinzu komm die Steuerung des Erdgasnetzes in Ost- und Nordbayern.

  • Schwerpunkt:

    Sicherstellung einer stabilen Spannung im Netz

  • Personal:

    53 Beschäftigte steuern die Prozesse täglich rund um die Uhr

  • Erweiterung:

    2015

  • Bauherr:

    Stadtwerke Neunburg Freizeit GmbH

  • Mieter:

    Bayernwerk

  • Baukosten:

    rund 1,2 Millionen Euro

  • Kosten für Erneuerung der Systemtechnik:

    rund vier Millionen Euro

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