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Nostalgie

Das Mittelalter begeistert mehr denn je

Neunburgs Festspielverein freut sich über Interesse an seinem Markt. „Tod durch Verbrennen“ wurde spektakulär inszeniert.
Von Ralf Gohlke

  • Andreas „Czitka“ Vitzthum erwies sich bei den neu eingeführten Reiterspielen sowohl mit dem Schwert wie auch sonst als der Sieger. Foto: ggo
  • Schwarzachtal Pass ließ die Hexe in Flammen aufgehen. Foto: ggo
  • Bär „Bruno“ hatte keine Lust zum Tanzen. Foto: ggo
  • Mittelalter trifft Moderne... Foto: ggo
  • Auge in Auge mit einem echten Uhu... Foto: ggo
  • Die Glasperlen-Macherin... Foto: ggo

Neunburg.„Ich kann mich nicht erinnern, dass wir bei einem unserer Märkte schon einmal bereits am Samstagnachmittag so viele Gäste und Zuschauer gehabt hätten“, freute sich Helmut Mardanow, Vorsitzender des Neunburger Festspielvereins, in seiner Eigenschaft als Markthauptmann des Mittelaltermarktes mit Hussitenlager. Der milde Sommerabend trug dann dazu bei, dass der Besucherstrom auch bis in den späten Abend anhielt.

Bereits die erste Flugschau der Prager Falkner-Gruppe „Merlin“ konnte sich übe eine stattliche Zahl von Interessenten freuen, ebenso wie die anschließenden Foto-Shootings mit einem jungen Weißkopfseeadler. Die Neunburger Hofmusik begleitete unter anderem den offiziellen Marktauftakt mit Bürgermeister Martin Birner, während sich die Besucher bereits bei einem Rundgang durch die Zeltlager der rund 20 mittelalterlichen Gruppen in die entsprechende „Lagerstimmung“ versetzen ließen. Unterdessen gingen einige Hussiten in Begleitung des Heidecker Trommelhaufens auf „Beutefang“ in der Altstadt, bei der sogar Geschäfte „geplündert“ wurden.

Auffällig war erneut der bunte Mix an Kunsthandwerkern und Händlern, die ihre Waren zum Teil unter den Augen des Publikums produzierten. Nicht zu beneiden war angesichts der sommerlichen Schwüle eine Glasperlenmacherin, die ihre filigranen Kunstwerke nach alter Tradition über einem Holzkohlenofen herstellte, der mit einem riesigen, handbetriebenen Blasebalg auf Temperatur gebracht werden musste.

Den ersten Wettkampf bildete das traditionelle Fischer-Stechen auf dem großen Stadtparkteich, sehr zur Gaudi sowohl der Zuschauer aber auch der Akteure, die teils sogar freiwillig ein Bad nahmen. Erstmals stellten sich dann fünf Festspielreiter, darunter eine Dame, einem ritterlichen Turnier mit Ring-Stechen, Lanzen-Zielwurf und Schwerthieb im vollen Galopp, so es denn vom Pferd gewollt war. Die Freifrau von „Akede“ hatte mit ihrem Kaltblut diesbezüglich nämlich leichte Probleme. Immerhin erhielt sie den „Pokal der Herzen“, während Hussit Czitka stolz die Siegestrophäe aus der Hand der Pfalzgräfin Beatrix entgegen nehmen durfte. Zur humorigen „Choreographie“ der Spiele, die Chronist Alexander Malterer moderierte, gehörte der Auftritt des Ritters Paulsdorfer, der nicht zum Turnier geladen worden war. Am Ende zollte das Publikum den Spielen großen Applaus.

Einen großen Publikums-Erfolg konnte auch der Verein „Schwarzachtal Pass“ für sich verbuchen, die erstmals ein „Hexengericht“ im Rahmen des Mittelaltermarktes präsentierte. In der Geschichte ging es um Hexen, die für ihren Zaubertrank noch Federn eines schwarzen Todesengels brauchten und sich die mit Gewalt verschafften. Dafür wurde eine von ihnen zum „Tod durch Verbrennen“ verurteilt, was spektakulär inszeniert wurde. Den Schlusspunkt am Samstag setzten schließlich Ameno Signum mit einer tollen Feuershow. Für den Sonntag standen neben einer Wiederholung der Reiterspiele dann auch noch das traditionelle „Bruchenball-Turnier“ und viele weitere Aktionen an.

Mittelaltermarkt in Kurzform

  • Musik- und Tanzgruppen:

    „Musica Canora“, Hofmusik des Festspiels „vom Hussenkrieg“, Spielleute „Matho Cantus“, Heidecker Trommelhaufen“, Tanzgruppe „Lumpenstiefel“ (ebenfalls Festspiel Neunburg)

  • Shows:

    Schwarzachtal Pass: „Hexengericht“, Ameno Signum „Feuershow“

  • Besondere Aktionen:

    Reiterspiele, Greifvogel Flugvorführungen, Fischerstechen, Bruchenball, Fechtgruppe „Schwertbrecher“, Märchenerzähler und Gaukler, Ponyreiten, Kunsthandwerker, Streichelgehege, Pranger und Waffenschauen, Turniere und Spiele für Kinder mit Ferienprogramm

  • Teilnehmer:

    20 mittelalterliche Gruppen und Vereinigungen in ihren „Gelägern“, zum Teil mit eigenen Vorführungen; 40 Kunsthandwerker und „Handler“, vom Waffen- und Rüstungsschmied über Holzschuhmacherin bis zur „G’wand-Schneiderin“ oder Perlenmacherin

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