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Kultur

Die erste Schlacht ist geschlagen

Mit einer hervorragenden Premiere startete das Neunburger Festspiel in die Saison. Regie führt Cornelius Gohlke.
Von Ralf Gohlke

Nach einer grandiosen Premiere gab es nur strahlende Gesichter beim Regieteam, Bürgermeister und Schirmherrn sowie den Akteuren. Foto: Ralf Gohlke
Nach einer grandiosen Premiere gab es nur strahlende Gesichter beim Regieteam, Bürgermeister und Schirmherrn sowie den Akteuren. Foto: Ralf Gohlke

Neunburg.Nicht nur das Festspiel „vom Hussenkrieg“ feierte am Samstag seine Premiere, sondern auch der Veranstaltungsort für den Empfang des Schirmherrn war neu. Erstmals diente nicht der Pfarrheimsaal, sondern der ehrwürdige Schlosssaal als passendes Ambiente für den festlichen Teil des Auftaktes zum 37. Festspielsommer. Lang war erneut die Liste der Gäste, die Bürgermeister Martin Birner namentlich willkommen hieß.

Spontan nannte er einige zentrale Punkte, welche die Stadt und das Festspiel mit dem Schirmherren, dem Vorsitzenden des Vorstandes der Bayernwerke AG Reimund Gotzel, verbinden. „Ihr befasst euch täglich in eurer Arbeit mit Energie und Spannung. Wenn wir von unserem Festspiel sprechen, sind das ebenfalls zwei wichtige Punkte“, sagte Birner.

Ohne Geschichte keine Zukunft

Das Festspiel begeistert jedes Jahr erneut die Zuschauer. Foto: Ralf Gohlke
Das Festspiel begeistert jedes Jahr erneut die Zuschauer. Foto: Ralf Gohlke

Energie forderte es von den Ensemblemitgliedern sich alljährlich in neue Rollen einzufinden, die vielen Termine einzuhalten und die eigene Begeisterung und Leidenschaft für die Geschichte der Stadt an deren Gäste weiterzugeben. Mit Spannung erwartet würden neue Mitspieler, die Rollenbesetzung und die neuen Ideen des Regisseurs. Als größte Gemeinsamkeit stellte der Bürgermeister die Arbeit für ein lebendiges Bayern heraus, sowohl in der Wirtschaft wie in der Heimatgeschichte, Kunst und Kultur.

Reimund Gotzel bekundete erneut seinen Stolz darauf, für dieses Ehrenamt erwählt worden zu sein. Dies zeige zugleich, dass die Stadt und die Region mit den Bayernwerken gerne als Partner zusammenarbeiten. Als bekennender „Zugroaster“ hoffte er, den im Dialekt gehaltenen Stück auch folgen zu können. Ganz im Sinne des Mittelalters wünschte er allen eine „süße Zeit“.

Helmut Mardanow, Vorsitzender des Festspielvereins, stellte vor dem Eintrag ins Goldene Buch noch einmal kurz das Ensemble vor um dann festzustellen: „Eine Gesellschaft, die ihre Geschichte nicht kennt, hat auch keine Zukunft.“

Viele Impressionen sehen Sie in unserer Bildergalerie:

Premiere der Burgfestspiele in Neunburg

Mit dem Defilee durch das Spalier der Ensemblemitglieder begann im Anschluss der eigentliche Auftakt zur Premiere. Ihm schloss sich noch ein Tänzchen an, bevor Martin Birner auch dem Premierenpublikum, das sich beim Opening unter die Darsteller mischen konnte, die Ehrengäste namentlich vorstellte.

Wie gewohnt stritten zunächst die Neunburger Stadträte darüber, wie es den Bauern schmackhaft zu machen wäre, den Wochenmarkt wieder besser zu beschicken. Zur Neuinszenierung gehörte im Anschluss die Vorstellung der vier Chronisten, die im Stück auch selbst Rollen verkörpern.

Kultur

Vom Seestern zum Pfalzgrafensohn

Marius Richter ist neu beim Festspiel „Vom Hussenkrieg“. Der 18-Jährige spricht keinen Dialekt, hat aber Schauspielerfahrung.

Mit der Präsentation des verletzten Wollhändlers Kellner steigt dass Stück dann in die Problematik der Auseinandersetzung mit hussitischen Horden ein, die eben nicht nur Beute machen, um Prokop vor Pilsen zu versorgen, sondern dabei auch morden und brandschatzen. Regisseur Cornelius Gohlke legt in seiner Darstellung viel Wert darauf, die daraus entstehenden Konflikte auf allen gesellschaftlichen Ebnen, vor allem auch innerhalb der Familien, zu verdeutlichen.

Die Schlacht in Zeitlupe

Für alle Regisseure des Festspiels war die Darstellung der Schlacht bei Hiltersried immer die größte Herausforderung. Foto: Ralf Gohlke
Für alle Regisseure des Festspiels war die Darstellung der Schlacht bei Hiltersried immer die größte Herausforderung. Foto: Ralf Gohlke

Das wird besonders deutlich in der Familie des Pfalzgrafen, bei der die Stiefmutter von Christoph es rigoros verhindert, dass der Sohn des Pfalzgrafen mit in die Schlacht zieht. Streit über den Sinn von Gewalt gibt es auch in einer Hussitenfamilie und in der Familie des Bauern Michl – auf beide wartet ein überraschendes Ende.

Den Höhepunkt bildet die Szene um die Schlacht bei Hiltersried 1433. Cornelius Gohlke hat diese ebenfalls neu in Szene gesetzt, mit akzentuierteren Zweikämpfen und dem „Einfrieren“ der aufeinanderprallenden Gegner in der Menge. Einen überraschenden Ausgang findet das Gottesurteil, zu dem Vater und Sohn Zenger antreten. Geblieben ist die allgemeine Unzufriedenheit mit dem Sieg, der eigentlich keine Gewinner hinterlassen hat.

„Was ich hier gesehen habe, war einfach mal grandios“

Reimund Gotzel, Schirmherr

Nach dem Chorgesang des Ensembles und dem Verlöschen aller Scheinwerfer setzte ein überaus großer und minutenlang anhaltender Applaus des Publikums ein, der zum Teil noch durch heftiges Stampfen mit den Füßen unterstützt würde.

Die strahlenden Gesichter aller Beteiligten blieben auch bei der anschließenden Premierenfeier erhalten. „Was ich hier gesehen habe, war einfach mal grandios“, urteilte der Schirmherr, und Regisseur Cornelius Gohlke bescheinigte dem Ensemble „Ihr habt heute zusammengespielt wie eine professionelle Band“.

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