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Soziales

Die Zeit ist reif für Elkes Ideen

Elke Reinhart aus Schwarzhofen begeistert sich seit Jahren für das Engagement des Rotary Clubs. Nun ist sie Präsidentin.
Von Roland Thäder

Peter Scheitinger (Clubmeister, von links nach rechts), Mario Weinfurtner (Internationaler Dienst), Florian Mächtel (Sekretär), Regina Frauendorfer (Vortragswart), Elke Reinhart (Präsidentin) und Josef Prokopetz (Past Präsident) beim Übergabe-Meeting. Foto: Elke Reinhart
Peter Scheitinger (Clubmeister, von links nach rechts), Mario Weinfurtner (Internationaler Dienst), Florian Mächtel (Sekretär), Regina Frauendorfer (Vortragswart), Elke Reinhart (Präsidentin) und Josef Prokopetz (Past Präsident) beim Übergabe-Meeting. Foto: Elke Reinhart

Neunburg. Kinderlähmung weltweit ausrotten und mit den Emma-Secondhand-Läden in Schwandorf und Neunburg die Integration von Flüchtlingen fördern: Beides steht stellvertretend für die Werte der Rotarier. Seit zwölf Jahren ist Elke Reinhart zutiefst von der Arbeit, die der Service Club leistet, überzeugt. Nun wurde sie zur neuen Präsidentin des 50-köpfigen Clubs Oberpfälzer Wald/Oberviechtach geählt und hat in ihrer Amtszeit viel vor und sprach mit der MZ über ihre Pläne.

Dafür hat Barry Rassin, Präsident der internationalen Dachorganisation Rotary International beim Weltkongress in Hamburg Anfang Juni das Jahresmotto ausgegeben, das wie für Elke Reinhart gemacht ist: „Rotary connects the world“ – auf Deutsch: „Rotary verbindet die Welt.“ Sie tritt die Nachfolge von Josef Prokopetz an und hat dafür schon viel Vorarbeit geleistet.

Null-Toleranz und Multi-Kulti


              Anfang Juni nahmen Die Rotarierinnen Ulrike Ulrike Laupichler, Elke Reinhart, Regina Frauendorfer und Andrea Lamest an der internationalen Eröffnungszeremonie mit dem Weltpräsidenten in Hamburg teil. Foto: Elke Reinhart
Anfang Juni nahmen Die Rotarierinnen Ulrike Ulrike Laupichler, Elke Reinhart, Regina Frauendorfer und Andrea Lamest an der internationalen Eröffnungszeremonie mit dem Weltpräsidenten in Hamburg teil. Foto: Elke Reinhart

Bereits im Frühjahr war sie in Indien, um sich über das Impfprogramm gegen Kinderlähmung zu informieren. „Meine Zeit war einfach gekommen“, lautet ihr Kommentar zur Wahl. Im Libanon knüpfte sie Kontakte zu Hanna Nasser, Programmmanagerin des libanesischen Auslandsbüros der Konrad Adenauer-Stiftung. Letztere wird Ende September auf einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion in der Neunburger Schwarzachtalhalle teilnehmen. Seit der Kündigung des Iran-Atomabkommens durch die USA ist der Nahe Osten zu einem noch explosiveren Pulverfass geworden, als er es schon seit langem ist.

Die Rotarier sind auf dem besten Weg, die Kinderlähmung auszurotten. Darin unterstützt sie auch Microsoft-Gründer Bill Gates.

Die Tagung trägt den Titel „Null Toleranz und Multi-Kulti – ist es das Wert?“ Diese soll der Höhepunkt ihrer Präsidentschaft werden. Hauptredner wird Bart Somers, der Bürgermeister der belgischen Stadt Mechelen, über „Meine Rezepte gegen Kriminalität und Terror“ sprechen. Mechelen gilt international als Vorzeigestadt für Integration.

Vielfalt leben: Bart Sommers über den Umgang mit kultureller Vielfalt anlässlich der Verleihung des Reinhard Mohn Preises der Bertelsmann Stiftung

Mit einer Mischung aus strikter Antidiskriminierung und Null-Toleranz gegenüber Gewalt und Kriminalität hat Somers die Stadt dazu gemacht. 2016 erhielt er dafür den Preis „World Mayor“ – „Bester Bürgermeister der Welt“.

Auch Elke Reinharts Mischlingshund „Gin“ war mit von der Partie beim Weltkongress in Hamburg. Er trägt ein Banner mit der Aufschrift „End Polio now“. Der Kampf gegen die Kinderlähmung ist eines der ganz großen Themen der Rotarier weltweit. Foto: Reinhart
Auch Elke Reinharts Mischlingshund „Gin“ war mit von der Partie beim Weltkongress in Hamburg. Er trägt ein Banner mit der Aufschrift „End Polio now“. Der Kampf gegen die Kinderlähmung ist eines der ganz großen Themen der Rotarier weltweit. Foto: Reinhart

Damit trifft Somers den Nerv von Reinharts Engagement für die Initiative „Integration SAD“. Diese wird von den fünf Service Clubs im Landkreis unterstützt: Rotary Schwandorf, Round Table Schwandorf, Rotary Oberpfälzer Wald/Oberviechtach, Lions Schwandorf und Lions Oberpfälzer Wald. „Mir hat das total gut gefallen, was die Rotarier weltweit unternehmen“, so Reinhart.

Idealismus

Visionen für die Integration entwickelt

Neunburgs Integrationsbeauftragte Elke Reinhart war jüngst bei der EU in Brüssel. Mit der MZ sprach sie über ihre Arbeit.

Den Kontakt zum Service Club hatte sie vor zwölf Jahren mit einem Vortrag über Werbung geknüpft. Die Rotarier boten ihr daraufhin die Mitgliedschaft an und seitdem ist Elke Reinhart aktiv. „Egal, wo du auf der Welt hinkommst, du bist nirgends allein und wirst immer mit offenen Armen empfangen“, ist Elke Reinhart begeistert. Freundschaft und regelmäßige Treffen bilden die Basis für eine erfolgreiche Arbeit, international, wie in der Region.

Vielfältige Angebote

„Frieden stiften“ – eine Gruppe geflüchteter Männer, Frauen und Kinder besucht gemeinsam mit Elke Reinhart Schulen. In Nabburg bildeten sich 120 Polizeischüler im Rahmen des Fachbereichs „Interkulturelle Kompetenz“fort. Foto: E. Reinhart
„Frieden stiften“ – eine Gruppe geflüchteter Männer, Frauen und Kinder besucht gemeinsam mit Elke Reinhart Schulen. In Nabburg bildeten sich 120 Polizeischüler im Rahmen des Fachbereichs „Interkulturelle Kompetenz“fort. Foto: E. Reinhart

So ist Dr. Friedrich Keller Vorsitzender der Tafel Oberviechtach/Neunburg. Elke Reinhart leitet unter anderem die beiden Emma-Läden. Der Neunburger zieht in den nächsten Wochen von der Vorstadt in die Hauptstraße um. Fleißige Umzugshelfer zu gewinnen, sei kein Problem gewesen, lächelt Reinhart zufrieden. Ihr Netzwerk funktioniert gut. Einige Schönheitsreparaturen werden noch erledigt und die Fassade des Gebäudes, das früher Bert Maderers Bioladen beherbergt hatte, wird gestrichen und beschildert.

„Frieden stiften“ – eine Gruppe geflüchteter Männer, Frauen und Kinder besucht gemeinsam mit Elke Reinhart Schulen. In Nabburg bildeten sich 120 Polizeischüler im Rahmen des Fachbereichs „Interkulturelle Kompetenz“fort. Foto: E. Reinhart
„Frieden stiften“ – eine Gruppe geflüchteter Männer, Frauen und Kinder besucht gemeinsam mit Elke Reinhart Schulen. In Nabburg bildeten sich 120 Polizeischüler im Rahmen des Fachbereichs „Interkulturelle Kompetenz“fort. Foto: E. Reinhart

Ein weiteres Projekt lautet „Frieden stiften“. Dabei besucht eine Gruppe geflüchteter Männer, Frauen und Kinder gemeinsam mit Elke Reinhart Schulen, um die Fragen der Schüler zu beantworten:Unter anderem die Mittelschule Maxhütte-Haidhof, die Realschulen Nabburg und Neunburg vorm Wald und die Polizeischule in Nabburg. „Frieden stiften“ ist ein wichtiger Beitrag, um „Fake News“ zu widerlegen und um ins Gespräch zu kommen. Außerdem nehmen 90 Frauen (Mütter von 233 Kindern) an „Deutsch für Mütter“ teil, einige bilden sich darüber hinaus in der Pflege fort. Daneben darf das gesellschaftliche Engagement natürlich nicht zu kurz kommen. So plant Reinhart mit ihrem Club und Partnern aus dem österreichischen Melk und aus Pilsen eine Tour nach Wien.

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