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Auszeichnung

Digitale Impulse im Unterricht

Die Gregor-von Scherr-Realschule in Neunburg hat den Innovationspreis der Stiftung Bildungspaket Bayern gewonnen.
Von Ralf gohlke

Realschuldirektorin Diana Schmidberger fördert Teamwork. Das ist auch gut für den Lernerfolg. Foto: Ralf Gohlke
Realschuldirektorin Diana Schmidberger fördert Teamwork. Das ist auch gut für den Lernerfolg. Foto: Ralf Gohlke

Neunburg.An neun Schulen aus dem Freistaat Bayern wurde kürzlich der „isi Digital“ verliehen. „isi“ steht dabei für „innere Schulentwicklung und Schulqualität Innovationspreis“. Die Wettbewerbsrunde 2018/2019 richtete sich speziell an Realschulen, Gymnasien und Berufliche Schulen. Den Siegerpreis teilten sich die Gregor-von-Scherr-Realschule Neunburg und die Inge-Aicher-Scholl-Realschule in Neu-Ulm-Pfuhl – auch aufgrund einer ungewöhnlichen Zusammenarbeit.

Der Innovationspreis ging an Realschulen aus Neunburg und Neu-UIm-Pfahl. Foto: Reiner Pohl
Der Innovationspreis ging an Realschulen aus Neunburg und Neu-UIm-Pfahl. Foto: Reiner Pohl

Wie diese, mit dem von der Stiftung Bildungspakt Bayern und der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) nun gekrönten Wettbewerbspreis zustande gekommen ist, schilderte Realschuldirektorin Diana Schmidberger so: Der Neunburger Mathematiklehrer Ferdinand Stipberger und sein Ulmer Kollegen Sebastian Schmidt hätten sich vor etwa einem Jahr kennengelernt. Gemeinsam mit den Fachkollegen erarbeiteten sie Projekte auf der Basis der neuen Lehrpläne, die unter Verwendung der schuleigenen WLAN-Netze eine Vielzahl digitaler Möglichkeiten eröffneten.

Neuer Umgang mit Lerninhalten

„Das Ergebnis verändert den bisherigen Umgang mit den Lerninhalten total“, sagt Schmidberger. Am Beispiel einer Volumenberechnung verdeutlichte sie, wie früher zunächst Basiswissen vermittelt wurde, für Rückfragen im Unterricht aber kaum Zeit blieb. Jetzt erfolge der Einstieg über ein Erklär-Video oder eine animierte Power-Point-Präsentation als Hausaufgabe. Die eigentliche Rechenarbeit erfolg dann in der Schule. Einen großen Vorteil sieht sie dabei auch für die Eltern, die ihre Kinder gern unterstützen würden, mit modernen Rechenmethoden aber häufig überfordert seien. „Wer weiß schon, dass Prozente heute nicht mehr im Dreisatz berechnet werden.“

Die Schüler arbeiten in Mathematik und Englisch mit eigenen Handys und Tablets. Foto: Ralf Gohlke
Die Schüler arbeiten in Mathematik und Englisch mit eigenen Handys und Tablets. Foto: Ralf Gohlke

Zwischenzeitlich sei die Technik auch in Englisch und Informationstechnologie einsetzbar. Die Teamarbeit auf den Plattformen, auf die Lehrer und Schüler gleichermaßen zugreifen können, führe dazu, dass innerhalb der Kollegien viel mehr Gespräche über den Unterricht geführt würden. „Das führt wiederum dazu, dass viel mehr weiterführende Ideen entwickelt werden“, ist Schmidberger sicher. Digitale Hefte hätten zum Beispiel den Vorteil, dass Schüler, die aus Krankheitsgründen fehlten, alle Tafelanschriften des Lehrers trotzdem vor Augen hätten.

Zwischenzeitlich hat die Gregor-von-Scherr-Schule den Status einer „Versuchsschule für digitalen Englischunterricht“. Deutlich macht die Schulleiterin aber auch, dass nicht alles digital zu bewältigen sei, manche Schüler kämen mit Papier besser zurecht. Gleiches gelte auch für das, mit der Digitalisierung einhergehende Teamwork, sowohl unter Schülern wie unter Lehrern. „Wichtig ist in jedem Fall das Schulziel. Wir versuchen gemeinsam, die Schüler voranzubringen“, betont sie.

Das Spitalkirchen-Projekt im Rahmen von Lost Traces ist immer noch aktuell im Gespräch. Foto: Ralf Gohlke
Das Spitalkirchen-Projekt im Rahmen von Lost Traces ist immer noch aktuell im Gespräch. Foto: Ralf Gohlke

Dass sie für neue Lehrmethoden offen ist und diese aktiv fördert, zieht sich wie ein roter Faden durch ihren beruflichen Werdegang. Ihre erste Anstellung erhielt sie nach Studium und Referendariat 1998 an der Konrad-Adenauer-Schule in Roding. Gut erinnert sie sich noch an eine Fachfortbildung in Englisch, die sie zu der Firma Mühlbauer führte. „Dort erlebten wir erstmals eine Telefonkonferenz mittels Skype-Live-Übertragung nach Südkorea. Das war beeindruckend“, schwärmt Schmidberger. Obwohl sie sich selbst als „nicht so der Technik-Freak“ bezeichnet, habe sie schon relativ früh damit begonnen, Unterrichtsmaterial auf CD-Rom zu brennen, weil sie es als vorteilhaft für die Schüler erachtet habe. Seit etwa 18 Jahren sei sie Mitglied in einem Englischzirkel, in dem sich Lehrer aus verschiedenen Schulen treffen, um Arbeitmaterialien zu entwickeln. „Die Zusammenkünfte sind mittlerweile wie Klassentreffen und es sind schon viele Freundschaften entstanden“, sagt die Direktorin, die 2010 nach Neunburg kam. Derzeit ist sie übrigens die Bezirksvorsitzende des Verbandes der Bayerischen Realschuldirektorinnen und -direktoren.

Was die aktuell positive Entwicklung betrifft, gesteht sie, dass selbst eine Schulleiterin das nicht erzwingen könnte. Ein Erfolgsgeheimnis seien die hoch motivierten Schüler, die in großem Maß aus intakten Familienstrukturen kämen, eingebunden in Umfelder, in den man sich wohlfühlen könne. „Die meisten sind einfach leistungsbereit“, ist ihre Feststellung. Toll finde sie das Engagement der Eltern, die sogar mit den Kindern mit lernten.

Noch mehr Aufklärung

Als Vision für die künftige Arbeit sah sie, die Schüler noch sicherer im Umgang mit den digitalen Medien zu machen, um sie vor Schaden zu bewahren. Dazu bedürfe es noch viel mehr der Aufklärung.

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