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Infrastruktur

Große Herausforderung für die Baufirma

Straßen- und Kanalbaumaßnahmen in der Katzdorfer Straße und der Austraße werden bis November zu Verkehrsbehinderungen führen.
Von Ralf Gohlke

  • Voraussichtlich an 16 Stellen ist es erforderlich, solche Reparaturstücke mittels Muffen in den bestehenden Kanal einzupassen. Foto: R. Gohlke
  • Anni Irl nimmt die Baustelle vor ihrer Ladentür relativ locker. Foto: R.Gohlke
  • Die Austraße ist in Richtung Katzdorf und Schulzentrum gesperrt. Foto: ggo
  • Die vielen Leitungen im Kreuzungsbereich sind eine Herausforderung. Foto: ggo
  • Auch Fußgänger sollen den Baustellenbereich meiden. Foto: ggo

Neunburg.Pünktlich am Dienstag, 17 Mai, rollten die Baumaschinen der Firma Steininger an, um mit den Sanierungsarbeiten in der Austraße zu beginnen, eine der größten Straßenbaumaßnahmen derzeit im Innenstadtbereich. Seither gilt die Totalsperre in Richtung Schulzentrum und Katzdorf an der Einmündung von der Amberger Straße. Der Verkehr in diese Richtung wird vorerst über die Herbststraße umgeleitet, bis dann voraussichtlich in den Sommerferien, die Katzdorfer Straße ebenfalls gesperrt wird. Schon weil die Firma Steininger selbst Anlieger der Austraße ist und täglich rund 200 Mitarbeiter ihren Weg dorthin nehmen müssen, ist der Ehrgeiz besonders groß, die Belastungen der Anwohner durch Lärm und Mobilitätseinschränkungen möglichst gering zu halten.

Wasserleitung wird erneuert

„Derzeit befinden wir uns im ersten Drittel der Gesamtmaßnahme“, erläutert der Firmenchef, Dipl. Ing. Siegfried Dettmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Als erste Maßnahme sei auf der kompletten Länge die Oberschicht des Straßenbelages abgefräst worden. In dem Bereich, in dem die Wasserleitung vollständig erneuert werde, sei bereits die gesamte Tragschicht abgefräst und durch eine verdichtete Schotterschicht provisorisch aufgefüllt worden. „Damit ist die Zufahrt zu den Grundstücken weitgehend gewährleistet“, sagt Dettmann.

Die größte Herausforderung sei die Anbindung des Kanals, weil dieser sehr tief liege. Bei der Kanalbefahrung mit einer Kamera seien Schäden erkannt worden, deren Ausmaß sich zum Teil nun bei der Prüfung von Außen als relativ schwerwiegend erwiesen hätten und aufwendige Reparaturmaßnahmen erforderten. Dettmann deutete auf 16 Punkte auf dem Plan hin, wo es notwendig werde, zum Teil gebrochene Kanalstücke herauszuschneiden und mit Reparaturmuffen neue Teile einzufügen, um die Leitungen wieder dicht zu bekommen.

Aus seiner persönlichen Sicht zog er in Zweifel, ob damit wirklich ein Spareffekt gegenüber einer Neuverlegung erreicht werden könne.

Dies sei aber nur einer der Gründe, warum die Baustelle im Einmündungsbereich zur Amberger Straße scheinbar langsam vorankäme. Ein weiterer Grund sei die Massierung der Kabel- und Rohrleitungen im Kreuzungsbereich, die ein sehr vorsichtiges Vorgehen erfordere ebenso wie die Anbindung an die Hauptwasserleitung. Die Versorgung der Häuser mit Trinkwasser erfolge derzeit noch über die alte, bestehende Leitung. Der Ringschluss erfolge erst, wenn die neue Leitung komplett verlegt, gespült, entkeimt und das Ergebnis im Labor geprüft wurde.

„Wenn wir da mal raus sind, geht es mit Sicherheit zügiger voran“, war er sicher. Im weiteren Verlauf der Arbeiten sei geplant, Gräben auszuheben, die Leitungen zu verlegen und dann gleich wieder abschnittweise zu verschließen. Der nächste Schritt seien dann die Gehwege. Dazu würden die Bordsteine entfernt und seitlich gelagert. Aus dem jetzigen „Zweizeiler“ zur Fahrbahn hin würde im weiteren Ausbau ein Einzeiler, die übrigen Steine gingen zurück in den Besitz des Landkreises, der bereits eine neue Verwendung in Aussicht habe. Beidseitig erfolge in den Gehwegen die Verlegung von Leerrohren für Glasfaserkabel, die es den Grundstückseigentümern später ermögliche, sich in die „schnelle Datenautobahn“ einzuklinken. Geeignet sei die Planung für „Glasfaser bis ins Haus“. Siegfried Dettmann stellt heraus, dass die Maßnahme für die Anlieger eine besondere Herausforderung darstelle. „Ums mehr freut es mich, dass bisher alles so diszipliniert abgelaufen ist“, meint er. Vor allem hielten sich alle an das Parkverbot. Mit allen, vor allem aber den Gewerbetreiben stehe die Firma in ständigem Kontakt um im Bedarfsfall Lösungen zu finden.

Vier Bauabschnitte

Bis Ende Juni sollte der erste Teil der insgesamt vier geplanten Bauabschnitte bis zur Herbststraße fertiggestellt sein. Die zweite große Herausforderung sei der Abschnitt zwischen der Herbststraße und dem Schulzentrum, der in den großen Ferien über die Bühne gebracht werden soll. „Gerade für die beiden schwersten Bereiche mit allen Leitungen und Gehwegen stehen uns ziemlich kurze Zeitspannen zur Verfügung, der Rest ist eigentlich nur noch Straßenbau. Das ist zwar sportlich, aber machbar“, sagt der Firmenchef. Bis Ende November sei der Abschluss der gesamtem Baumaßnahme geplant.

Noch in der Planung durch die Stadt sei die Gewährleistung der Zufahrt zur Mußhofsiedlung während der zweiten Bauphase. Hier würden sich sowohl eine Anbindung über einen noch zu befestigenden Feldweg in Richtung Amberger Straße oder eine Umleitung über die Aschabrücke in Pettendorf in Richtung SAD anbieten. Welche der Lösungen derzeit favorisiert werde, konnte Dettmann noch nicht sagen.

Im Baustellenbereich an der Einmündung zur Amberger Straße waren die Arbeiter gerade damit beschäftigt, ein größeres Kanalteil zu reparieren. Dazu wurde zunächst das beschädigte Teil an einem Hausanschluss herausgeschnitten und gleichzeitig ein passendes Ersatzstück mit einem neuen Anschlussstutzen zusammengefügt. Mit Gurten gesichert schwebte das Ersatzstück in die tiefe Baugrube, wo es in das freie Stück eingepasst und mit Gummimuffen fest verschraubt wurde. Ein ähnliches Vorgehen gibt es an den weiteren 15 Punkten.

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Änderungen für die Anlieger

  • Müllabfuhr:

    Ab sofort werden für die Müllabfuhr der Hausnummern 2 bis 16, 20a bis 32 und 3 bis 21 in der Austraße (Restmüll, Wertstoffe, Papier) zwei Sammelstellen bei der Bushaltestelle Einmündung Austraße/Amberger Straße und an der Ecke Frühlingstraße/Austraße eingerichtet. In der Katzdorfer Straße läuft es noch wie gewohnt.

  • Zufahrt und Parken:

    Die Firma Steininger ist bemüht, die Grundstückszufahrten für die Anlieger jederzeit befahrbar zu halten, ggf. mit Notabdeckungen. Im anderen Fall erfolgt rechtzeitig eine Absprache bzw. Benachrichtigung. Im Baustellenbereich gilt komplett ein absolutes Parkverbot. Fußgänger sollen den Bereich am besten meiden.

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