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Personalie

Leitung im Marienheim ist komplett

Eine Insiderin und ein Externer sorgen seit 1. Mai für eine gute Mischung in der Neunburger Einrichtung für Senioren.
Von Ralf Gohlke

Christine Weininger und Josef Weiß sind das neue Leitungsteam im Marienheim. Foto: Ralf Gohlke
Christine Weininger und Josef Weiß sind das neue Leitungsteam im Marienheim. Foto: Ralf Gohlke

Neunburg.In den vergangenen zwei Jahren hatte die Neunburger Spitalstiftung kein großes Glück mit der Wahl ihres Leitungspersonals für das Marienheim. Die Heimleiterin wechselte nach rund eineinhalb Jahren nach Köln; die Pflegedienstleiterin brachte es nicht einmal auf ein halbes Jahr. Beide wurden in der Übergangszeit allerdings so gut vertreten, dass der Einrichtung als solcher dadurch kein Schaden entstanden ist. Seit 1. Mai ist das Haus nun wieder „in festen Händen“. Als Heimleiter ist dort Josef Weiß aktiv und die Pflegedienstleitung hat Christine Weininger übernommen, die schon 2002, damals noch als Altenpflegehelferin, an das Haus gekommen ist.

Der 56-jährige Josef Weiß wurde in Langquaid, Landkreis Kelheim, geboren und besuchte unter anderem ein Gymnasium in Regensburg. Nach dem Abschluss begann er eine Ausbildung zum Krankenpfleger, bevor er seinen Zivildienst antrat. Beruflich verschlug es ihn zu den Barmherzigen Brüdern, bevor er 1996 sein Studium für Pflegemanagement aufnahm. Fünf Jahre arbeitete er im Anschluss in der Pflegeeinrichtung eines privaten Trägers in Regensburg, um 2005 an das Krankenhaus in Schwabach zu wechseln.

„Nach 15 Jahren hatte ich einfach Lust, noch einmal etwas Neues beginnen“, begründete er im Gespräch mit der Mittelbayerischen. Für eine Bewerbung setzte er sich einen Radius von rund 100 Kilometern, um seinen Wohnort in Altdorf. In der Folge seien viele Gespräche geführt worden, ohne den Druck, tatsächlich wechseln zu müssen. Als interessant erachtete er, dass darunter auch viele private Träger gewesen seien.

Früher mit Gottschall gearbeitet

Auch Neunburg sei auf der Bewerbungsliste gestanden. Von hier erhielt er einen Anruf des Interims-Heimleiters Egon Gottschall. „Der kannte mich, weil er in Regensburg schon einmal mein Chef war“, schildert Weiß. Ihm kam dazu der Spruch in den Sinn: „Man sieht sich immer zweimal im Leben. Daher ist es wichtig, sich ordentlich zu verabschieden.“ So sei es zum Vertragsabschluss zum 1. Mai gekommen. Vorerst werde er unter der Woche in Neunburg und am Wochenende in Altdorf bei seiner Tochter sein. Als Hobby nannte Josef Weiß
den Aufenthalt in der Natur. „Beim Wandern bekommt man wunderbar wieder den Kopf frei“, lautete die Begründung.

Anforderungen an das Leitungspersonal

  • Die Pflegedienstleitung:

    Sie übernimmt organisatorische und verwaltende Aufgaben – wie etwa Dienstpläne, Personalplanung und Kontrolle der Qualitätsstandards, beziehungsweise deren Einhaltung. Meist verantwortet die Leitung die Personalplanung und -steuerung, inklusive der Bedarfsplanung und auch Förderung des Personals.

  • Die Heimleitung:

    Einrichtungsleiter oder -rinnen sind echte Multitalente, bei denen alle Fäden zusammenlaufen, von der Verwaltung über die Pflege und Hauswirtschaft bis zur Haustechnik. Die Position entspricht dem des Managers eines Alten- und Pflegeheimes, dessen oberstes Ziel das Wohlergehen seiner Bewohner unser Mitarbeiter ist.

„Altenpflege bedeutet immer eine besondere Herausforderung“, ist sich der neue Heimleiter sicher. In kaum einer anderen Branche habe es allein im vergangenen halben Jahr so viele Veränderungen gegeben. Derzeit hieße es, noch warten, auf die Ausführungsbestimmungen für das neue Pflegestärkungsgesetz. Die größte Schwierigkeit läge darin, genügend Pflege- und Pflegehilfskräfte zu bekommen, die dann auch länger blieben.

Aus dem Grund setze er seine Prioritäten auf die Ausbildung im eigenen Hause aber das mache die Sache nicht leichter. Den Beruf in den Schulen vorzustellen habe bislang leider „so gut wie null Resonanz“ gezeigt. Zudem erforderten Pflegeberufe auch eine gewisse menschliche Reife, welche die Auswahl nicht gerade erleichtere. Am ehesten seien Kandidaten noch im Rahmen von Praktika zu finden, aber die seien auch nicht so sehr nachgefragt.

Erst Schreinerin, dann Au-pair

Alle Facetten ihres Berufes hat die neue Pflegedienstleiterin Christine Weininger bereits im Marienheim kennengelernt. In Roding geboren, ist sie im Neunburger Stadtteil Pettendorf aufgewachsen. Nach dem Realschulabschluss absolvierte sie zunächst eine Schreinerlehre, bevor sie als Au-pair in die Schweiz ging. Ihren Einstieg im Marienheim hatte sie 2002 als Altenpflegehelferin. Schließlich nahm sie die dreijährige Ausbildung zur Altenpflegerin in Angriff. Sie hatte diese kaum abgeschlossen, als sie dann die Chance für eine Weiterbildung zur „verantwortlichen Pflegefachkraft der Pflegedienstleitung“ bekam und auch wahrnahm und ebenfalls erfolgreich beendete.

Diese Qualifikation förderte ihre Ernennung zur Wohnbereichsleitung. Zwischendurch nahm sie aufgrund der Geburt ihrer Tochter eine Elternteilzeit in Anspruch. „Ich habe also von der untersten Ebene jede Stufe mitgemacht“, stellt sie zufrieden fest. Dazu gehört natürlich ebenso die Entwicklung der gesamten Einrichtung in allen Bereichen. Als ein Beispiel nennt sie den Aufbau und die Einrichtung der „Oase“, die 2007 speziell für dementiell erkrankte Heimbewohner eingerichtet worden war.

Stadtrat

Gute Noten für die Spitalstiftung

Der Neunburger Stadtrat segnet die Finanzen der Stiftung ab. Die Einrichtung kann eine hohe Belegungsrate vorweisen.

„Ich habe das, was mir wichtig und für mich interessant war, immer konsequent verfolgt“, erklärt Weininger im Hinblick auf ihren durchaus nicht alltäglichen beruflichen Werdegang. Josef Weiß habe sie darin bestärkt, den Schritt in die Pflegedienstleitung zu tun und sie meint: „Ich bin jetzt froh, das so gemacht zu haben.“ Als ihr einziges Hobby nennt sie „Vollzeitmama“.

Als Nahziele ihrer künftigen Arbeit nennen beide, den Personalstand möglichst zu halten. Natürlich seien einige Dinge während der Übergangszeiten liegengeblieben, die es nun gelte, abzuarbeiten, auch was „Baustellen“ im Sinne des Wortes beträfe. Ansonsten gelte es, den Startschuss für die Neuerungen abzuwarten.

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