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„Priorität hat Hilfe zur Selbsthilfe“

Im Rathaus der Stadt Neunburg hilft Elke Reinhart dienstags Ratsuchenden und bei Fragen zur Koordination Ehrenamtlicher.
Von Ralf Gohlke

Immer dienstags wird Elke Reinhart ab sofort im Rathaus allen Ratsuchenden in Sachen Integration aber auch als Koordinatorin für ehrenamtliche Hilfeleister zur Verfügung stehen.
Immer dienstags wird Elke Reinhart ab sofort im Rathaus allen Ratsuchenden in Sachen Integration aber auch als Koordinatorin für ehrenamtliche Hilfeleister zur Verfügung stehen. Foto: R. Gohlke

Neunburg.Bürgermeister Martin Birner ist sich sicher, dass der Stadt mit ihrer jüngsten Personalentscheidung ein großer Wurf in Sachen Integration gelungen ist. In einem Pressegespräch präsentierte er am Montag Elke Reinhart als neue Integrationsbeauftragte und Koordinatorin für alle Ratsuchenden, die einen ehrenamtlichen Beitrag zum Gelingen dieser Aufgabe leisten wollen. Nicht zuletzt der preisgekrönte Erfolg des „EMMA“-Ladens, als Plattform für viele Gespräche und das gegenseitige Kennen- und Verstehenlernen habe den Stadtrat dazu bewegt, die Stelle im Rathaus für ein Jahr zu etablieren. Danach soll über eine mögliche Fortsetzung entschieden werden.

„Es geht uns wie vielen Kommunen. Wir haben ein Steuerungsproblem, das wir mit unserem eigenen Personal nicht gestemmt bekommen“, sagte der Bürgermeister. Wichtig sei für diese Arbeit eine Persönlichkeit gewesen, die in der Lage wäre, andere zum Mitmachen zu motivieren.

„Mit dem reinen Verkauf bei EMMA hab ich schon länger nichts mehr zu tun, das macht inzwischen das bewährte Team“, so Reinhart. Allerdings gäbe es sowohl bei den Flüchtlingen als auch bei den Senioren, welche die Einrichtung besuchen, viel Rede- und Unterstützungsbedarf. Hier gelte für sie als feste Regel allerdings immer die Priorität der Hilfe zur Selbsthilfe. Sie lasse sich von niemanden Arbeit aufbürden, stellte sie deutlich heraus. Sie kenne durchaus Fälle, in denen das im Ehrenamt teils „anders“ gehandhabt werde, was über einen längeren Zeitraum leicht zu einer übermäßigen Belastung führen könne.

Auch machte sie keinen Hehl daraus, dass ihre Prioritäten bei den Leuten lägen, die in Neunburg bleiben wollten. „Viele wollen lieber in eine Stadt mit einem Bahnhof“, weiß sie aus Erfahrung. Als wichtigen Aspekt ihrer Arbeit sieht sie unter anderem, dass die Menschen das „System checken“ und die herrschenden Werte vermittelt bekommen. Ihnen gegenüber räumt sie Falschinformationen aus: „Nein, Du verdienst als Maler keine 3000 Euro und ein Haus wirst Du Dir nur leisten können, wenn Du und Deine Frau einige Jahre fleißig arbeiten!“ „Ich kann nicht integrieren, nur Regeln erklären, zur Integration müssen ganz viele beitragen.“ Wichtiger als Hass sei, dass dies funktioniere.

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Neue Anlaufstelle im Rathaus

  • Titel:

    Integrationsbeauftragte und Koordinatorin für ehrenamtlich Hilfeleistende der Stadt Neunburg vorm Wald

  • Vorläufiger Zeitraum:

    Der Stadtrat hat das Projekt vorerst auf die Dauer von einem Jahr beschränkt.

  • Klientel:

    Alle Ausländer, die in Neunburg leben und arbeiten möchten, egal ob mit Asylhintergrund oder auf der Basis eines normalen Arbeitsverhältnisses sowie alle, die ehrenamtlich dazu ihre Hilfe anbieten möchten.

  • Ansprechpartnerin:

    Die Stadt hat Elke Reinhart mit der Aufgabe betraut.

  • Öffnungszeiten:

    Jeden Dienstag, Nachmittag von 13.30 Uhr bis 15 Uhr im Erdgeschoss, Zimmer 2 (Einwohnermelde- und Passamt)

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