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Kirche

Schlechte Nachrichten am Primiz-Tag

Hunderte Gäste bejubelten den Einsatz Seebarns für die Primiz. Dabei standen die Vorzeichen erst schlecht.
Von Bettina Mehltretter

  • Auf ihn hatten alle gewartet: Johannes Spindler mit seiner Familie auf dem Weg zur Kirche. Foto: Bettina Mehltretter
  • Die Blumenteppiche stellten die Sakramente dar. Hier: die Firmung. Foto: Bettina Mehltretter

Seebarn.4 Uhr früh am Sonntagmorgen: Halb Seebarn ist auf den Beinen. Bauern karren mit ihren Güllefässern Wasser auf die Parkplätze in den Wiesen. Funkenflug könnte sonst das dürre Gras in Flammen setzen. Es soll keine Panne geben, wenn Johannes Spindler seine erste Heilige Messe in seinem Heimatdorf feiert. Zur selben Zeit trägt ein Heer von Frauen und Männer hölzerne Platten herbei, auf denen sie eine Pracht aus Blumen, Sand und Früchten drapiert haben. Die Motive stellen Spindlers Lebensweg dar. Diesen soll er wenig später abschreiten dürfen. Um 8.45 Uhr werden ihn die Vereine und die Geistlichen, die er geladen hat, an seinem Elternhaus abholen und ihn in einem feierlichen Zug in die Pfarrkirche bringen. Seit Monaten fiebert der Ort dieser Primiz entgegen.

Regen in Seebarn

In strömendem Regen vollendeten die Seebarner ihre Blumenteppiche.
In strömendem Regen vollendeten die Seebarner ihre Blumenteppiche.

Doch um 4.30 Uhr beginnt die Tragödie. Regen in Seebarn! Immer heftiger prasseln die Tropfen auf den Asphalt. Die Seebarner brechen die Wässerungsaktion auf den Parkplätzen ab. Jetzt steht der mehrere Hundert Meter lange Blumenteppich im Fokus, der vom Elternhaus Spindlers über den Dorfplatz bis zur Kirche reicht. Im teils strömenden Regen legen die Helfer hunderte Schilfrohre zwischen die Blumenteppiche auf den Holzplatten. Das Schilf verzieren sie mit Blütenblättern und ganzen Blütenköpfen. Irgendwann bringt jemand Folien herbei, um die Kunstwerke zu schützen, die die „Teppichmädels“, wie sie sich selbst nennen, in Hunderten Stunden ehrenamtlicher Arbeit erstellt haben.

Sehen Sie hier die Blumenteppiche:

Die Blumenteppiche bei der Primiz in Seebarn

Aber ab 8 Uhr, als nach und nach hunderte Besucher ins Dorf strömen, ist von all dem Jammer aus den frühen Morgenstunden nichts mehr zu spüren. Der Regen hat sich verzogen.

Primiz-Ausschussvorsitzende Andrea Kirchberger war glücklich. Foto: Bettina Mehltretter
Primiz-Ausschussvorsitzende Andrea Kirchberger war glücklich. Foto: Bettina Mehltretter

Andrea Kirchberger, die Vorsitzende des Primiz-Ausschusses, strahlt während des festlichen Umzugs. Von nun an wird alles glatt laufen. Es wird ein historischer Tag werden für Johannes Spindler, seine Familie und für Seebarn. Nicht nur, weil Spindler der erste Primiziant aus der Pfarrei seit rund 100 Jahren ist. Die Seebarner werden auch viel Lob ernten für ihre göttliche Gemeinschaftsleistung. Kirchberger hat einmal geschätzt, dass rund 150 Helfer im Einsatz sein dürften. Und Johannes Spindler wird nach seinem Gottesdienst aus dem Danken nicht mehr herauskommen: „Ihr habt mir eine unvergessliche Primiz bereitet“, wird er sagen. Einen schöneren Tag könnte er sich nicht wünschen.

Mehr Bilder von der Primiz finden Sie hier.

Eindrücke von der Primiz in Seebarn

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Kirche

Primiz: Johannes’ allerschönster Tag

Johannes Spindler feiert seine erste Heilige Messe in Seebarn – und drum herum ein Fest. Immer wieder gibt es Freudentränen.

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