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Montag, 16. Juli 2018 27° 8

Kabarett

Sprachjongleur in der „Edeka-Halle“

Wolfgang Krebs parodierte in der Neunburger Schwarzachtalhalle reihenweise Bayerische Ministerpräsidenten.
Von Ralf Gohlke

Wolfgang Krebs begeisterte nicht nur in seiner Paraderolle als Edmund Stoiber das Publikum.
Wolfgang Krebs begeisterte nicht nur in seiner Paraderolle als Edmund Stoiber das Publikum. Foto: R. Gohlke

Neunburg.Allein die vielen Möglichkeiten den Namen Wolfratshausen zu „verstoibern“ wären schon eine eigene Erörterung über die Vielseitigkeit und Professionalität des Bayerischen Kabarettisten und Parodisten Wolfgang Krebs wert. In seinem aktuellen Programm „Können sie Bayern?“ lieferte er in der „schönen Edeka-Halle“ aber auch als „Ministerpräsident Horst Seehofer“ und als dessen Vorgänger „Günther Beckstein“ sowie als „Markus Söder“ dem Scheberl Schorsch, Schlagersänger Mecki Montana und nicht zuletzt, auch noch „Kanzlerin Angela Merkel“ den Stoff für strapazierte Lachmuskeln.

Aus dem „Off“, also von den unsichtbaren Stimmen hinter Bühne, erfuhr das Publikum jeweils, welchen der sechs Protagonisten sie gleich im Rampenlicht erwarten durfte. Auch dabei gab es bereits einen Hinweis auf das „Sprachgenie Krebs“. In der Persiflage auf Edmund Stoiber wies er noch einmal deutlich darauf hin, dass er das „Bundesland Bayern erfunden“ habe, dessen Grenzen rundum schon immer bedroht gewesen seien. Als Stichwort nannte er den „Hype-Alptraum-Adria“. Vom Berliner Flughafen wünscht er sich, dass der fertig werde, bevor dieser unter Denkmalschutz gestellt werde.

Sehen Sie hier Wolfgang Krebs in seiner Paraderolle als Edmund Stoiber:

„Je dunkler die Nacht desto heller die Kerze, und die bin ich“, sagte Krebs im Anschluss in der Rolle als ein selbstbewusster „Horst Seehofer“. Dieser beklagte ein schweres Los als Regierungschef, etwa mit einer Umweltministerin, die Salmonellen für eine Orchideensorte halte oder einen Söder, der ihm allmählich „auf den Sack“ gehe. Der habe zwar alle Voraussetzungen, um Ministerpräsident zu werden aber keine, um es auch zu bleiben. Für die dritte Starbahn des Müchner Flughafens hatte er noch ein „flexibles Bauherrenmodell“ im Ärmel: „Vielleicht unterirdisch, wie der Stuttgarter Bahnhof“.

Dann ging es kurzzeitig weg von der hohen Politik und hin zu Schlagersänger Mecki Montana, der die roten Rosen und einen roten BH verteilte, die ihm das Publikum dann bei seinem großen Auftritt wieder zuwerfen sollten. Der leicht angesäuselte Schorsch Scheberl, Vorstand aller 30 Vereine in seiner Heimatgemeinde, erklärte sein Modell, wie die Jugend im Dorf und vom Abitur abzuhalten ist: jedes Wochenende Party im Dauerbierzelt neben dem Bauwagen und Alkohol für einen Euro. „Da hat seit Jahren schon keiner mehr die Realschule geschafft“, verriet er.

Der Kabarettist als Bayerischer Ministerpräsident:

Schließlich rezitierte Krebs alias Stoiber die komplette Bürgschaft von Schiller korrekt und die Glocke „verstoibert“. Als „Markus Söder“ verklickerte Krebs einem Gast im Publikum ein Finanzierungsmodell, an dessen Ende dessen Konto leer geräumt und er im Besitz eines 100 000 Euro Autos ist, dass er aber nun nicht mehr bezahlen konnte. Günther Beckstein rezitierte aus dessen neuen Buch und als Beckstein bekannte er, dass seine Marga gern ein Ökohaus hätte. Schließlich trat er auch noch als Bundeskanzlerin. Deren Kniefall vor dem türkischen Präsidenten Erdogan in der Satireaffäre war natürlich Thema. Am Ende gab es den verdienten Applaus für einen Kabarettisten „höchster Kajüte - äh - höchster Güte.“

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