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Kunst

Wahrnehmung für neue Perspektiven öffnen

Die aus Seebarn stammende Künstlerin Miriam Ferstl beschäftigt sich in „Divine Light“ mit Kronleuchtern in Sakralräumen.
Von Karl-Heinz Probst

  • Die Aufnahme dieses Kronleuchters entstand in der Kirche in Cara. Foto: Miriam Ferstl
  • Miriam Ferstl Foto: Michael Bachmann

Neunburg.Bei ihrem Schaffen treibt sie die Neugier auf ungewöhnliche Geschichten und das Entdecken neuer Perspektiven und Welten an, die sie in ihren Arbeiten zugänglich machen möchte. Die gebürtige Seebarnerin Miriam Ferstl hat nicht nur eine schauspielerische Ader, seit einiger Zeit ist sie auch als Fotografin künstlerisch tätig.

Schneeflocken, Stickereien, Windrosen oder Blüten? Auf den ersten Blick sieht jeder etwas anderes. Doch kaum jemand errät, was die 30-Jährige tatsächlich auf ihren Reisen durch die dalmatinischen Inseln Brac, Hvar, Korcula und Vis fotografiert. Denn ihr zentrales Objekt, die Kronleuchter in den Kirchen und Klöstern, nimmt sie aus einer ungewöhnlichen, untersichtigen Perspektive auf, die bisher wohl kaum jemand eingenommen hat. Durch den lotrechten Blick nach oben korrespondieren die kunstvollen Leuchter auf lebendige Art und Weise mit der Architektur der Kirchenräume. Ein nahezu kaleidoskopisches Zusammenspiel aus Licht, Formen, Farben und Räumen entsteht.

Die Künstlerin möchte damit zum Perspektivwechsel anregen: „Mich interessieren die durch den Perspektivwechsel bedingten, andersartigen Eindrücke und die kaleidoskopartige Symmetrie der Bilder. Die Fantasie der Betrachter wird angeregt, jeder sieht etwas anderes darin, was wiederum die Türe öffnet für ein Nachdenken über die subjektiven Anteile beim Wahrnehmen der Welt.“

Ein wesentlicher Bestandteil des Projektes ist, dass die Kronleuchter in Sakralräumen aufgenommen wurden. Der Titel „Divine Light“, göttliches Licht, greift die besondere Symbolik auf, die der zentralen Lichtquelle eines Gotteshauses innewohnt. Miriam Ferstl erklärt, warum sie ihre Aufnahmen in dalmatinischen Sakralräumen gemacht hat: „Zum Einen ist es der Kontrast zwischen den kargen Inselorten und den kunstvollen Kronleuchtern und Kirchenräumen. Darüber hinaus ist der Artenreichtum der Kronleuchter in Dalmatien besonders groß, weil die Inseln lange unter venezianischer Herrschaft standen und dadurch eine nicht nur geografische Nähe zu Venedig und den Kristallmanufakturen auf Murano bestand.“

Miriam Ferstl stellt ihre Werke vom 5. Mai bis 3. Juni in der Galerie Anaïs in München aus. Weitere Stationen der Ausstellung sind danach die Hvar (Loggia), Brac (Public Gallery, Bol), in Split das Museum of Fine Arts (Galerija Umjetnina) und Freising (Galerie fine arts).

Neben ihrer kunstschaffenden Tätigkeit ist Miriam Ferstl hauptberuflich im Moment beim Bayerischen Rundfunk tätig, in der Spielfilmredaktion, die u.a. den Münchner und Franken-Tatort betreut. Und auch bei „Das Erste“ ist sie als Redakteurin in der Programmdirektion beschäftigt.

Am Mittwoch 3. Mai, wird um 19 Uhr das stationen.Magazin des Bayerischen Fernsehens einen Bericht über  „Divine Light“ senden. Der Journalist und Kameramann Boris Berg hat Miriam Ferstl dazu im März auf die Dalmatien-Reise nach Hvar und Korcula begleitet und bei der Arbeit gefilmt.

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